EU verhängt Rekordstrafe: Google muss 2,42 Milliarden Euro zahlen

Die EU-Kommission ist der Meinung, Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung bei Suchmaschinen, um den firmeneigenen Preisvergleichsdienst zu bevorzugen, und verhängt eine Rekordstrafe über 2,42 Milliarden Euro.

(Foto: Google)

Die EU-Kommission hat Google eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro auferlegt. Sie sah es als erwiesen an, dass der Internet-Riese in 13 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums seine marktbeherrschende Stellung bei Suchmaschinen ausgenutzt hat, um den eigenen Preisvergleichsdienst zu bevorzugen. Der werde bei Produktsuchen ganz oben oder in einem eigenen Feld angezeigt – vor beziehungsweise abgesetzt von den relevantesten Ergebnissen, welche die Algorithmen der Google-Suche ermittelt haben. Google würde seine allgemeinen Suchalgorithmen nicht auf den eigenen Preisvergleich anwenden, so die Wettbewerbshüter der EU, sondern diesen, wann immer gewünscht, auf den Top-Positionen präsentieren.

Bei konkurrierenden Preisvergleichsdiensten würden dagegen die normalen Algorithmen der Google-Suche angewendet, die nach Untersuchung der EU auch eine Herabstufung vorsehen. So würden die am besten platzierten Wettbewerber nachweislich im Durchschnitt erst auf Seite vier der Suchergebnisse angezeigt. »Praktisch bedeutet das, dass die Verbraucher konkurrierende Preisvergleichsdienste nur sehr selten in den Suchergebnissen von Google zu sehen bekommen«, so die EU.

Diese Ungleichbehandlung begann den Wettbewerbshütern zufolge in Deutschland und in Großbritannien bereits im Januar 2008, in elf weiteren Ländern wurde sie in den folgenden fünfeinhalb Jahren vorgenommen. Da die meisten Klicks auf die obersten Ergebnisse entfallen, konnte Google auf diese Weise seinem eigenen Preisvergleichsdienst zu deutlich mehr Klicks verhelfen. In Großbritannien hätten die Zugriffe auf den Google-Preisvergleich seit Beginn des Wettbewerbsverstoßes um das 45fache zugenommen, in Deutschland um das 35fache. Die Nutzerzahlen der Konkurrenten seien dagegen deutlich gesunken: Man habe Beweise dafür gefunden, »dass die Anzahl der Aufrufe von konkurrierenden Websites aufgrund ihrer aus den generischen Suchalgorithmen von Google resultierenden schlechteren Platzierungen in den Suchergebnissen im Vereinigten Königreich um 85 Prozent, in Deutschland um 92 Prozent und in Frankreich um 80 Prozent zurückging«.

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Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 17:51 Uhr

Wer es schafft, seine Bequemlichkeit oder seine Denkblockaden zu überwinden, findet reichlich Alternativen zu den "kostenlosen" Diensten von Google und den anderen US-Firmen. Karten: openstreetmap.org, nutze ich sogar auf meinem Smartphone-Navi OsmAnd. Preisvergleich: geizhals. Und so weiter; auf meiner Website finden Sie weitere Anregungen. Übrigens bietet Google seine Dienste keineswegs ohne Kosten. Man muss kein GELD dafür bezahlen, aber umfangreich Informationen über sich preisgeben.

Antwort von Jens T. , 17:36 Uhr

Eine Menge Holz für eine Firma die benutzerfreundliche Dienste "KOSTENLOS" zu Verfügung stellt. Ich vermute mal die ersten Leute finden sich ohne Google Maps auf Ihren Handys abends noch nicht mal mehr nach Hause. Und mal als Denkanstoß, welche europäische Alternative haben wir denn? Preise vergleiche ich übrigends bei dem ehemaligen Buchhändler mit A…ON