Sorglosigkeit in den Führungsetagen: Cyberbedrohungen überfordern Vorstände

Viele Führungskräfte fühlen sich angesichts der Bedrohungen aus dem Cyberspace offenbar überfordert und nehmen die Risiken nicht ernst genug. Diese Sorglosigkeit bemängeln jetzt IT-Entscheider im Rahmen einer Umfrage.

Viele Firmenvorstände sind offenbar von den zunehmenden Cyberbedrohungen überfordert.

Trotz der steigenden Zahl von Online-Angriffen nehmen offenbar viele Unternehmensvorstände die Risiken auf die leichte Schulter. Das zeigen die Ergebnisse einer von Control Risks durchgeführten Umfrage, für die 482 IT- und Business-Entscheidern von Unternehmen mit über 2.000 Mitarbeitern aus dem privaten und öffentlichen Sektor in 20 Ländern interviewt wurden. Die Hälfte der Befragten ist davon überzeugt, dass die Führungsetage ihres Unternehmens Cyber-Risiken nicht ernst genug nimmt. 77 Prozent der Befragten sind jedoch der Ansicht, dass die Mitglieder der Führungsebene die Hauptverantwortlichen für Cyber Security Management in ihrem Unternehmen sind - und nicht die traditionell zuständige IT-Abteilung.

Über 31 Prozent der Befragten sind sehr oder sogar extrem besorgt, dass ihr Unternehmen im Laufe des nächsten Jahres Opfer einer Cyber-Attacke werden könnte. Bei einem Drittel (34 Prozent) der Unternehmen ist den befragten Mitarbeitern zufolge jedoch kein Krisenmanagement-Plan für den Fall eines Cyber-Angriffs vorhanden.

Obwohl immer mehr Unternehmen stärker daran arbeiten möchten, die Risiken einer Cyber-Attacke tatsächlich zu reduzieren, sehen 45 Prozent die Identifikation, Analyse und Reduzierung dieser Risiken als ihre größte Herausforderung an. Zudem bereiten den Unternehmen Verstöße durch Drittparteien zunehmend Sorge. 35 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen in der Vergangenheit bereits mit Sicherheitslücken aufgrund von Drittparteien zu kämpfen gehabt habe. Zwar haben neun von zehn Befragten (93 Prozent) Schritte ergriffen, um die Cyber-Sicherheitsmaßnahmen ihrer Drittparteien zu überprüfen. Bei 53 Prozent beschränken sich diese Maßnahmen jedoch lediglich auf rein vertragliche Klauseln. Darüber hinaus zeigen die Umfrageergebnisse, dass Cyber-Angriffe zum Teil schwerwiegende Langzeitauswirkungen haben: Vier von zehn Befragten gaben an, ein Cyber-Angriff habe bereits zum Missbrauch sensibler oder vertraulicher Informationen (43 Prozent), beziehungsweise zum Verlust von Kundendaten (41 Prozent) geführt.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 16:47 Uhr

… und bei selbst verschuldeten Vorfällen wie WannaCry nach der Politik rufen. Da möchte man doch den Unternehmen und Institutionen zurufen: Kehrt erst mal vor eurer eigenen Tür! Guten Morgen, jemand zu hause?