DDoS-Schutz für Enterprise-Kunden: Arbor Networks baut DACH-Channel auf

Mit seinen Lösungen zum Schutz vor DDoS-Attacken richtet sich Arbor Networks nicht mehr nur an Service-Provider, sondern will seit einiger Zeit auch Endkunden direkt ansprechen. Dafür wird aktuell ein Partnernetzwerk in der DACH-Region aufgebaut.

Christian Reuss, Sales Director DACH bei Arbor Networks
(Foto: Arbor Networks)

Bei Service-Providern ist Arbor Networks mit seinen Lösungen zum Schutz vor DDoS-Attacken traditionell gut vertreten, doch daneben hat der Hersteller in den vergangenen Jahren ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen. Einerseits versucht er, Unternehmen direkt anzusprechen, die den DDoS-Schutz in die eigenen Hände nehmen wollen. Andererseits bietet er diesen auch Security-Lösungen, die Advanced Persistent Threats und Insiderangriffe aufspüren sollen. Vertrieben werden diese über den Channel – zumindest im Rest der Welt, denn hierzulande wird das Partnernetzwerk gerade erst aufgebaut. Dafür holte der DDoS-Spezialist im vergangenen Sommer Christian Reuss an Bord, der dann auch einräumen muss: »In der DACH-Region hinken wir noch hinterher – hier hat Arbor den Aufbau eines Channels ein wenig verschlafen.«

Arbor arbeitet mit den Distributoren Wick Hill + Zycko sowie Westcon zusammen und ist laut Vertriebschef Reuss vor allem an Security- beziehungsweise Netzwerk-Spezialisten interessiert und weniger an breit aufgestellten Systemhäusern und IT-Dienstleistern. Die ersten Projekte werden noch gemeinsam bestritten, doch später sollen die Partner die Einführung der DDoS-Schutzlösungen auch alleinverantwortlich übernehmen. Ihren Kunden können sie dabei nicht nur Appliances für die Abwehr der Angriffe vor Ort anbieten, sondern auch einen Cloud-Service. Laut Reuss ist das Folgegeschäft durchaus attraktiv, da durch die Zunahme von DDoS-Attacken die Renewal-Rate sehr hoch ist beziehungsweise die Kapazitäten in der Cloud oft aufgestockt werden müssen.

In seinem jährlichen »Worldwide Infrastructure Security Report« stellt Arbor etwa fest, dass 45 Prozent der Organisationen aus Industrie, öffentlicher Verwaltung und dem Bildungssektor im vergangenen Jahr zehn DDoS-Angriffen pro Monat ausgesetzt waren. Bei den Rechenzentrumsbetreibern kamen 21 Prozent auf über 50 und bei den Service-Providern 53 Prozent auf mehr als 21 Angriffe pro Monat. Zudem werden die Attacken komplexer und zielen häufig auf bestimmte Anwendungen und Dienste wie DNS und HTTP – was Firmen oft an Funktionsfehler bei ihren Systemen glauben lässt und nicht an einen DDoS-Angriff. Durch die wachsende Zahl an IoT-Geräten, die dafür missbraucht werden, wächst auch das Volumen der Angriffe – laut Arbor um über 1.200 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Die größte Attacke des vergangenen Jahres brachte es auf 800 GBit pro Sekunde.

Übersicht