Plagiarius 2017: USA erobern die Fake-Products-Krone

Bei den diesjährigen Plagiarius Anti-Awards für die dreistesten Produktfälschungen haben die USA mit der auf Amazon vertriebenen Kopie einer deutschen Hundeleine den ersten Platz erobert. Wir zeigen Ihnen die zehn dreistesten Produktkopien des Jahres.

Wer sich mit fremden Ideen eine goldene Nase verdient, kommt schnell auch zur zweifelhaften Ehre eines Plagiarius
(Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Offenbar stehen in den USA nicht nur Fake-News hoch im Kurs, sondern auch gefälschte Produkte. Beim diese Woche vergebenen Plagiarius-Award für die dreistesten Produktnachahmungen haben die Vereinigten Staaten in diesem Jahr den ersten Platz gewonnen. Deutschland konnte damit die unselige Fälscher-Krone aus dem letzten Jahr ins Land des Fake-News-Lügenbarons Donald Trump weiterreichen. Dennoch ist auch Deutschland in diesem Jahr besonders stark in der Negativ-Rangliste vertreten – allerdings auf der anderen Seite. Denn bei neun der zehn von der Jury mit dem Schmäh-Preis bedachten Produkte stammen die Originale aus Deutschland. Den Originalherstellern drohen durch die Nachahmungen neben hohen finanziellen Verlusten und dem Raub ihrer Kreativität und Forschungseinsätze auch schwere Imageschäden, die Verbraucher werden durch die technisch oft mangelhaften Kopien teilweise ernsthaft gefährdet. So werden vermeintliche Schnäppchen schnell zu einem teuren Abenteuer für alle Beteiligten und sogar ganze Volkswirtschaften.

Für die Fälscher entwickelt sich das Geschäft mit Nachahmungen hingegen zu einem immer lukrativeren Geschäft. Gleichzeitig ist das Risiko belangt zu werden gerade in Ländern wie China relativ gering. Entwicklungen wie die Globalisierung des Handels, digitale Kommunikation, das Internet und leichtgläubige (Online-)Schnäppchenjäger befeuern die explosionsartige Ausbreitung von Produkt- und Markenpiraterie seit Jahren weltweit. Was einst als laienhafte Kopierversuche in Hinterhof-Werkstätten begann, hat sich in Zeiten von Internet und Globalisierung zu einer weltweit vernetzten und professionell agierenden Fälschungsindustrie mit teilweise mafiösen Strukturen entwickelt. Die Fälscher agieren immer professioneller und kommen immer häufiger aus dem eigenen Land oder sogar aus dem Umfeld der Originalhersteller selbst. So haben sich etwa in den letzten Jahren auch mehrere ehemalige Auftragsfertiger einen Plagiarius verdient, indem sie die Produkte ihrer Kunden dreist kopiert haben. Immer wieder nutzen auch Konkurrenten genauso gezielt fehlende rechtliche Absicherungen wie gewerbliche Schutzrechte aus und kopieren dann schamlos die entsprechenden Produkte 1:1.

Wie nah die Kopien dabei oft am Original sind und wie dreist die Kopierer agieren, zeigen eindrucksvoll die Gewinner des Plagiarius 2017, die wir Ihnen ab Seite 4 im Detail vorstellen.