Kaspersky-Studie: Passwort-Fehler sind weit verbreitet

Die meisten Internet-Nutzer wissen wahrscheinlich, dass sie komplexe Passwörter brauchen und diese nicht für verschiedene Dienste verwenden sollten. Trotzdem ignorieren sie diese Regeln.

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Das Thema Passwort-Sicherheit ist ein Dauerbrenner, denn obwohl man annehmen sollte, dass die meisten Anwender mittlerweile wissen, was ein sicheres Passwort ausmacht und wie man mit diesem umgeht, handeln viele von ihnen leichtsinnig. Einer Kaspersky-Untersuchung zufolge sind es vor allem drei typische Fehler, welche die Sicherheit von Zugängen und Daten gefährden. So verwenden viele Nutzer ein Passwort für mehrere Dienste, sodass im Falle eines erfolgreichen Angriffs gleich Zugriff auf mehrere Konten bestünde. Zudem werden häufig schwache Passwörter verwendet und die Zugangsdaten auch nicht sicher verwahrt.

In Deutschland nutzen laut Kaspersky nur 36,6 Prozent der Nutzer verschiedene Kennworte für unterschiedliche Services – nahezu zwei Drittel sind also mehrfach mit demselben Passwort unterwegs. 7,5 Prozent haben gar nur ein einziges für alle ihre Online-Konten. Zumeist handelt es sich bei den Passwörtern um Kombinationen aus Klein- und Großbuchstaben (49,5 Prozent) oder einen Mix aus Buchstaben und Zahlen (68,8 Prozent). Wirklich starke Kennworte wählen die Nutzer vor allem für das Online-Banking, aber auch dort tun das nur 60,1 Prozent. Beim Online-Shopping (39,9 Prozent) und Mail-Zugang (32,2 Prozent) ist der Anteil noch deutlich geringer.

Zu guter Letzt werden die Passworte teilweise auch unsicher aufbewahrt oder mit anderen geteilt. So gaben laut Kaspersky 27 Prozent der Nutzer an, ihr Kennwort schon mal einem Familienmitglied verraten zu haben. 7,4 Prozent offenbarten es gegenüber Freunden. Elf Prozent schreiben die Zugangsdaten überdies auf und platzieren sie in der Nähe des Computers, sodass sie schnell zu erreichen sind. »Der Einsatz eines Passwort-Managers hilft, sowohl sich zu erinnern als auch starke Passwörter zu generieren, die das Risiko eines Hacks minimieren«, sagt Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky, und warnt: »Schwache Passwörter öffnen die Tür zu E-Mails, Bankkonten und persönlichen Daten. Ein sicheres Passwort steht nicht in einem Lexikon. Es ist lang und ist eine einmalige Kombination aus Klein- und Großbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen.«