Kooperation mit Dedrone: Telekom baut Drohnenschutzschild

Seit Monatsanfang bietet die Deutsche Telekom ihren Geschäftskunden auch die Abwehr von Drohnen an, um Firmengelände und Rechenzentren etwa vor Spionage zu schützen.

(Foto: Dedrone)

Drohnen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, sind aber für viele Firmen ein Ärgernis, wenn sie unkontrolliert über dem Firmengelände kreisen. Denn bei den Überflügen kann es sich auch um gezielte Spionage handeln oder Versuche, den Geschäftsbetrieb zu stören. Um das zu verhindern, bietet die Deutsche Telekom seit dem 1. Dezember eine »Magenta Drohnenschutzschild« genannte Lösung zum Aufspüren und Abwehren von Drohnen. Dabei arbeitet das Unternehmen mit dem deutschen Startup Dedrone zusammen, das 2014 in Kassel gegründet wurde und in diesem Jahr seinen Hauptsitz nach San Francisco verlegte, um näher an aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich zu sein.

Man habe in den vergangenen Monaten verschiedene Lösungen zur Detektion und Abwehr von Drohnen getestet und die besten unter Federführung von Dedrone im Magenta Drohnenschutzschild gebündelt, sagt Dirk Backofen, der den neuen Geschäftsbereich Telekom Security leiten soll, wenn dieser zum 1. Januar 2017 startet. Dadurch wurde ein modulares System geschaffen, das sich in verschiedene Sicherheitsinfrastrukturen von Unternehmen integrieren lässt und das Einbinden von Sensoren unterschiedlicher Hersteller erlaubt.

Kern der Lösung ist eine speziell für die Telekom angepasste Version des »Drone Tracker« von Dedrone, der die Daten von Videokameras, Frequenzscannern und Mikrofonen auswerten kann, um Drohnen zu erkennen und von Vögeln, Hubschraubern und anderen Objekten zu unterscheiden. Die Telekom bietet neben Projektierung, Konzeption und Inbetriebnahme des Systems auch die Bedienung und Wartung als Managed Service an. Auf Hardware-Seite bietet sie Frequenzscanner von Rohde & Schwarz, Mikrofonarrays von Squarehead, Radargeräte von Robin Radar Systems sowie Jammer-Technologie von HP Wüst.

Mit dem Drohnenschutzschild lassen sich Drohnen nicht nur aufspüren und Daten für die Beweissicherung erheben sowie organisatorische Maßnahmen für die Abwehr einleiten, etwa die Verständigung des Werkschutzes. Auch eine Abwehr durch elektronische Störmaßnahmen ist möglich – setzt aber die Genehmigung der Behörden voraus.

Einen ersten Kunden kann die Deutsche Telekom zum Start des Drohnenabwehrsystems auch schon vorweisen: sich selbst. In den kommenden Wochen will sie mehrere konzerneigene Liegenschaften mit dem Schutzschild ausstatten.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von mohing@trilateration , 12:56 Uhr

Hmmm… das klingt ja intressant. Und wie soll das technisch und rechtlich funktionieren? Denn der vom Nachbarn konfiszierte Fußball ist rein rechtlich Diebstahl. Zu mal solche Firmen-Lösungen im Alleingang nichts anderes als unakzeptable Selbstjustiz ist. Es bedarf dringenst politischer Lösungen! Frau Merkel sie schaffen das.