Wie Nutzer strengen Kennwortregeln trotzen: Wider den Passwort-Änderungswahn

Als der britische Geheimdienst letztes Jahr empfahl, auf regelmäßige Passwort-Änderungen zu verzichten, mag das vielerorts für Schmunzeln gesorgt haben. Doch so falsch liegen die staatlichen Schnüffler gar nicht.

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Mehr als ein Drittel der Bundesbürger fühlt sich von der großen Menge an Passwörtern, die sie sich merken müssen, überfordert. Das geht aus einer Bitkom-Umfrage aus dem Frühjahr hervor. Die Zahl erscheint vergleichsweise niedrig, wenn man bedenkt, wie viele unterschiedliche Kennworte mittlerweile im Privat- und Berufsalltag zusammen kommen: Rechner-Login, Mail-Accounts, Online-Banking, Webshops, soziale Netzwerke und unzählige andere Online-Dienste, dazu die PIN des Smartphones und die PINs meist mehrerer Bankkarten sowie unzählige Systeme im Büro. Die meisten Nutzer dürften locker auf mehrere Dutzend Passwörter kommen.

Das allein wäre vielleicht für viele noch gar kein Problem, würde sie ihr Arbeitgeber nicht mit strengen Passwortvorgaben gängeln. Eine Mindestlänge und die Kombination von Buchstaben und Ziffern sind weitgehend Usus, meist besteht aber zudem der Zwang, die Kennwörter regelmäßig zu ändern. Wer sich dann im Monatsrhythmus gleich mehrere neue komplexe Passworte ausdenken und merken soll, ist schnell frustriert. Da landen die nervigen Zugangsdaten dann schon mal niedergeschrieben auf einem Klebezettel am Monitor.

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