Abschreckung für Kriminelle: Bahn plant mehr Videoüberwachung

Die Deutsch Bahn möchte in Zukunft durch zunehmende Videoüberwachung für mehr Sicherheit im Bahnnetz sorgen. Ob durch erhöhte Aufzeichnungen aber die Kriminalität zurückgehen wird, ist umstritten.

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Bahn-Vorstand Ronald Pofalla hat angekündigt, dass die Deutsche Bahn in Zukunft die Videoüberwachung in den Zügen und an den Bahnhöfen erweitern wird. Vor allem Kleinkriminelle wie Taschendiebe sollen dadurch abgeschreckt werden. Ab nächster Woche werde sich die Bahn intensiver mit diesem Projekt beschäftigen wird.

Zurzeit ist die Kameraanlage der DB ungefähr 85 Millionen Euro wert. Wieviel Geld jetzt zusätzlich investiert werden soll, ist unklar. Das Problem liege nicht nur an der geringen Anzahl der Kameras, sondern häufig an deren schlechter Qualität. So ist das aufgezeichnete Material oft gar nicht zu verwenden, da zu wenig Details erkennbar sind.

Der Nutzen von Kameras zur Minderung von Verbrechen ist umstritten. Der Datenschutzaktivist Patrick Breyer berichtete schon im Jahr 2006 von einer Studie des britischen Innenministeriums, welche die Annahme verneint, dass eine Überwachung durch Kameras zu höherer Sicherheit beiträgt.

Aktuell werden laut der Deutschen Bahn etwa 80 Prozent der Fahrgäste überwacht. In rund 700 Bahnhöfen sind 5.000 Kameras angebracht. In den Bahnen gibt es zusätzlich 26.000 Kameras.