Analyse von Web.de und GMX: Spam-Aufkommen hat sich verdoppelt

Gegenüber dem Jahr zuvor hat sich das Spam-Aufkommen 2015 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig setzen die Spam-Versender auf neue Themen.

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Noch letzten Sommer hatte Symantec die weltweit niedrigste Spam-Quote seit 2003 verkündet, im zweiten Halbjahr kehrte sich der Trend dann um. War der Anteil von Spam-Mails am gesamten weltweiten E-Mail-Aufkommen in den ersten sechs Monaten noch bei 49,7 Prozent gelegen, stieg der Anteil beispielsweise im November auf 54,1 Prozent. Gleichzeitig wurden auch mehr Mails mit schädlichem Inhalt versendet, wie Web.de und GMX in einer Analyse herausfanden. Pro Tag erkannten die Security-Spezialisten der Mail-Provider durchschnittlich 105,9 Millionen Spam-Mails. Damit hat sich die Zahl gegenüber 2014 mehr als verdoppelt. Mails mit Schadlinks stiegen sogar von täglich sechs Millionen in 2014 auf 31 Millionen im vergangenen Jahr an.

Neben der weiterhin zunehmenden Professionalisierung Online-Krimineller machen die Unternehmen auch die stark steigende Anzahl an Endgeräten für das Wachstum verantwortlich. »Wo früher maximal ein Desktop-PC pro Haushalt zur Verfügung stand, hat heute oft jedes Familienmitglied vom Smartphone bis hin zum Notebook gleich mehrere Endgeräte, die permanent online sind«, so Sebastian Koye, Leiter E-Mail-Sicherheit bei Web.de und GMX. Somit eröffnen sich Kriminellen mehr Möglichkeiten, ihren Spam auszuliefern. Gleichzeitig wird das Spam-Geschäft schnelllebiger: »Die Filter der E-Mail-Anbieter sind inzwischen so gut, dass sie fast jede Spam-Mail erkenne. Spam-Versender müssen deswegen immer schneller ihre Vorgehensweise ändern«, erklärt Koye.

Ein Beispiel dafür ist der aktuelle Trend zur Wegwerf-Domain. Spam-Versinder wissen, dass zum Spam genutzte Domains schnell erkannt und auf die schwarze Liste gesetzt werden. Oft wird deshalb eine Domain nur für eine einzige Spam-Attacke genutzt. Oft wird auch auf URL-Shortener zurückgegriffen, um die eigene Domain zu verschleiern.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von GWG , 16:17 Uhr

Ausgerechnet gmx und web.de, deren Server im letzten Jahr geknackt wurden und von vielen Email-Adressen Spam versendet wurde.

Machen Sie folgenden Test: Richten Sie gleichlautende Konten yxcvbnm@gmail und yxcvbnm@web.de bzw. gmx.de ein. Nach 4 Wochen sind die Konten von web.de und gmx.de zugemüllt mit Werbung und Spam. In Ihrem Google-Konto finden Sie zwei oder drei Begrüßungsmails bzw. Infos, mehr nicht.