Fragwürdige Spiele-App enttarnt: Gaming inklusive teurer Abo-Falle

Vor einer neuen Art von Abo-Falle warnt jetzt das Sicherheitsunternehmen G Data. Sie betrifft die Spiele-App Blend Color Puzzle, die kostenlos im Google Play Store erhältlich ist und bislang als seriös galt.

Vermeintlich harmlose Spiele-App führt in die Abo-Falle.
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Das Sicherheitsunternehmen G Data hat eine neue Art von Abo-Falle entdeckt, in die bereits zahlreiche Android-Nutzer getappt sind. Die fragwürdige Spiele-App Blend Color Puzzle war seit Anfang November 2015 verfügbar und wurde auf vertrauenswürdigen Plattformen beworben. Über 50.000 Mal wurde das kostenlose Game heruntergeladen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die vermeintlich harmlose App nach der Installation und dem Start unbemerkt vom Nutzer zwei Abonnements bei niederländischen Firmen abschließt. Die Zeche dafür zahlt der ahnungslose Nutzer. Die Abrechnung der Abos erfolgt über eine Vermittlerfirma, was die Nachverfolgung und Schadensbehebung für Betroffene erschwert.

Die Sicherheitsexperten vermuten, dass hinter dem Betrug größeres internationales Firmengeflecht steckt. »Wir beobachten eine Masche, die mit sehr viel Aufwand inszeniert wurde, um eine breite Masse von Nutzern zu schaden. Legitime Anwendungen verweisen auf die schadhafte App, die persönliche Daten sammelt, im Hintergrund Abos abschließt und in die mobilen Übertragungswege eingreift«, sagt Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs. Er rät Betroffenen dazu sich unbedingt Hilfe zu holen und gegen die Masche vorzugehen.

Der Weg, Abos ohne Interaktion des Nutzers abzuschließen, ist laut G Data ein neuer Angriffsweg. Frühere WAP-Billing-Fälle aus Apps resultierten zum Beispiel aus einem Klick des Anwenders auf einen Werbebanner. Im aktuellen Fall ist dies nicht nötig, warnt das Sicherheitsunternehmen. Es bleibe abzuwarten, ob in den nächsten Monaten weitere Fälle dieser Masche bekannt werden.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Antons , 14:53 Uhr

Nach deutschem Recht kann so kein gültiger Vertrag zustande kommen. Es fehlt die Einwilligung des Kunden. Für online abgeschlossene Verträge müsste die Zustimmung des Kunden durch Anklicken eines gut sichtbaren Buttons wie "Jetzt zahlen" oder "Jetzt kostenpflichtig bestellen." erfolgen. Ein solcher Button ist aber gemäß obiger Beschreibung für den Kunden nicht sichtbar.

Für detaillierte und verbindliche Auskünfte zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an einen niedergelassenen Anwalt oder an eine Geschäftsstelle der Verbraucherverbände.