»123456« bleibt beliebtestes Passwort: 35 Millionen geklaute Online-Identitäten

Im Jahr 2015 haben Hacker so viele Daten wie nie zuvor erbeutet. Neben der schwachen Absicherung von Kundendaten bei einigen Online-Diensten waren daran oft auch die Nutzer selbst schuld, indem sie weiterhin regelmäßig völlig unsichere Passwörter wie »Passwort« vergeben. So überprüfen Sie, ob auch Ihre Daten geklaut wurden.

(Foto: James Thew - fotolia)

Auch im Jahr 2015 ging der Online-Datenklau durch Cyberkriminelle wieder ungehindert weiter, nie zuvor wurden mehr Identitäten und Logins gestohlen. Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) konnten über das Jahr insgesamt rund 53 Millionen geklaute Online-Identitäten in diversen Untergrundforen finden, wo die Datensätze meist zum Kauf für kriminelle Zwecke angeboten werden. Die Dunkelziffer nicht entdeckter Datensätze dürfte noch weitaus höher liegen. »Es gab in diesem Jahr sehr viele große Datendiebstähle, bei denen jeweils mehr als eine Million Sätze von Identitätsdaten geraubt und anschließend veröffentlicht wurden«, fasst HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel die traurige Bilanz zusammen. Wie Sie überprüfen können, ob darunter auch Daten von Ihnen waren, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Zu den 15 größten Datenskandalen 2015 zählten laut den Statistiken des HPI neben massenhaft geklauten Daten von Portalen und Diensten wie Ashley Madison, Minecraft, Skype und Twitter auch deutlich mehr entwendete Identitäten aus einigen weniger bekannten Quellen wie »Impact Mailorder«, »Lizard Stresser« und »Sprashivai«, als noch in den vorherigen Jahren. Zeitgleich beobachteten die Sicherheitsexperten des HPI eine zunehmende Professionalisierung der Angriffe sowohl im technischen Sinne als auch bezüglich der ausgewählten Ziele. Besonders beliebt waren bei den Cyberkriminellen dieses Jahr demnach vor allem die Nutzerdaten Seitensprung- und Dating-Seiten, die sie anschließend für zahlreiche Erpressungsversuche nutzten.

Während in den meisten aufsehenerregenden Fällen Sicherheitslücken in der Software oder auch der Infrastruktur der Onlineseiten den digitalen Einbrechern die Türen öffneten, bleibt aber auch weiterhin die Faulheit der Nutzer ein enormer Risikofaktor im Internet. Trotz aller Warnungen und Skandale ist das weltweit beliebteste Passwort noch immer »123456«, gefolgt von »password« beziehungsweise »Passwort«. Diese Art von »Schutz« ist ähnlich effektiv wie den Zündschlüssel im offenen Auto zu lassen, um Diebe abzuschrecken. Aber auch weitere häufig genutzte Kombinationen wie aufeinanderfolgende Buchstabenreihen auf der Tastatur (»qwertz«) oder der eigene Name sind für automatisierte Passwort-Knacksoftware keine echte Hürde.

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