Wachwechsel am Grafikkartenmarkt:
ATI schnappt Nvidia die Grafikkrone weg

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

29.07.2010

AMD konnte im zweiten Quartal 2010 erstmals mehr seiner ATI Grafikchips absetzen, als Nvidia. Mit knapp 25 Prozent Marktanteil konnte man sich sogar deutlich vom ewigen Konkurrenten absetzen, der unter die Marke von 20 Prozent gefallen ist.

Historischer Rollentausch im Grafikmarkt: Nach langen Jahren als eindeutiger Marktführer der reinrassigen Grafikchiphersteller musste Nvidia nach den Zahlen der Marktforscher von Mercury Research [1] im zweiten Quartal 2010 erstmals die Spitzenposition an den ewigen Konkurrenten ATI abtreten, der inzwischen zu AMD gehört. Während ATI mit seinen Grafikchips insgesamt 24,5 Prozent des Marktes bediente, rutschte Nvidia auf 19,8 Prozent ab. Noch ein Jahr zuvor war die Situation umgekehrt und ATI musste sich mit rund 18 Prozent Marktanteil begnügen, während Nvidia an der Marke von 30 Prozent kratzte. Die Führungsposition behält allerdings weiterhin Intel mit 54,3 Prozent, da auch in Chipsätzen und Prozessoren integrierte Grafikchips mitgerechnet werden. Doch auch bei den Berechnungen der Absatzmengen von Grafikchips für Grafikkarten ist ATI knapp an Nvidia vorbeigezogen und kam auf 51 Prozent.

Nvidias aktuelle Probleme sind größtenteils hausgemacht, auch wenn die Unternehmensführung Argumente wie die Krise und steigende Speicherpreise anführt: Gerade im wichtigen unteren Preissegment kann man seit Monaten kaum mit nennenswerten Neuerungen aufwarten, während ATI hier die Entwicklung seiner Chips deutlich vorangetrieben hat und den Zuspruch der Kunden fand. So sind bei Nvidia etwa schon viel zu lange keine DirectX 11 fähigen Grafikkarten für die breite Masse verfügbar, von einigen High-End Ausnahmen einmal abgesehen. Neue Karten für das untere und mittlere Preissegment mit dem neuen GF 104 Chip sollen Nvidia nun im zweiten Halbjahr wieder auf Erfolgskurs bringen und die Lücke zu ATI schließen. Allerdings sind entsprechende Modelle nach aktuellen Planungen wohl auch erst im September zu erwarten. Damit bleibt auch ATI genügend Zeit, die Chips und Angebote zu verbessern und seinen Vorsprung auszubauen.

[1] http://www.mercuryresearch.com/

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