Die zehn merkwürdigsten Fälle von Datenverlusten 2009:
Eigenartige Datenpannen: Wenn die Miezekatze die Festplatte killt
Auch im Jahr 2009 flogen wieder Festplatten und Notebooks durch die Lüfte. Mensch und Tier wurden zu einer Gefahr für digitale Daten. Kroll Ontrack, ein Anbieter von Services und Software in den Bereichen Datenrettung, Datenlöschung und Computer-Forensik, hat die zehn merkwürdigsten Fälle von Datenverlusten zusammengestellt.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 5)
»Unsere Fachleute retten pro Jahr in mehr als 50.000 Fällen Daten von beschädigten oder zerstörten Festplatten, Speicherkarten oder DVDs«, erklärt Edmund Hilt, Managing Director bei der Kroll Ontrack GmbH [1] in Böblingen. »Und immer wieder gibt es dabei höchst skurrile Ursachen für Datenverluste.« Das Wichtigste in solchen Fällen, so der Fachmann, sei, die Ruhe zu bewahren. Auch in aussichtslos erscheinenden Fällen gebe es häufig eine Lösung.
Hier die eigenartigsten Vorkommnisse, mit denen sich die Experten von Kroll Ontrack im laufenden Jahr beschäftigen mussten:
Platz 10. Eine Frage der Ehre: Eine Kundin aus Hong Kong hatte versehentlich ihre SD-Karte neu formatiert und dabei ein besonders wichtiges Foto gelöscht.
So ein schönes Bild: Eine Touristin löschte versehentlich ein Foto vom Fujiyama.
Denn für eine andere Reisende, die ihre Kamera vergessen hatte, hatte sie ein spektakuläres Foto des japanischen Berges Fujiyama gemacht und versprochen, ihnen das Foto von zuhause aus per E-Mail zuzusenden. Kroll Ontrack half ihr, Wort zu halten.
Platz 9. Katze jagt USB-Festplatte: Eine Hauskatze in Frankreich verwechselte beim Katz-und-Maus-Spiel das Nagetier mit dem Netzkabel eines externen USB-Laufwerks. Vermutlich handelt es sich um eine Miezi mit Hang zu High-Tech-Beute.
Kleiner Festplattenkiller: Offenbar haben Hauskatzen ihr Beuteschema den modernen IT-Zeiten angepasst.
(Foto: Pixelio.de/Hanspeter Bolliger)
In seinem Jagdeifer brachte der kleine Tiger somit die Harddisk zur Strecke. Das Dumme daran: Auf der Platte hatte der Besitzer all seine Steuerunterlagen und viele persönliche Erinnerungen abgelegt.
Platz 8. Bekanntes Flugobjekt: Unter nicht geklärten Umständen fiel in Mexico City ein Notebook aus dem zweiten Stock eines Firmengebäudes (vielleicht während eines besonders intensiven Meetings).
Auch von Notebooks, die in desolatem Zustand in die Kroll-Ontrack-"Klinik" eingeliefert werden, können in vielen Fällen noch Daten gerettet werden.
Der Besitzer brachte das Gerät zu einem Datenrettungsanbieter. Der stellt jedoch die Diagnose: »hoffnungsloser Fall«. Daraufhin wandte sich der Besitzer des Rechners an Kroll Ontrack. Den Fachleuten der Firma gelang es, die Daten auf dem zertrümmerten guten Stück zu retten.
Platz 7. Die Sache mit der Fliehkraft: Ein britischer Geschäftsmann, der es eilig hatte, stieg in sein Auto und brauste los. Das war etwas voreilig. Denn in der Hektik vergaß er, dass er sein Notebook auf dem Autodach »geparkt« hatte.
Man kann gerne mal etwas auf die Tube drücken, doch besser nicht dann, wenn das eigene Notebook auf dem Autodach liegt.
(Foto: www.chearsandgears.com
Gleich in der ersten Kurve machte sich die Hardware selbstständig und segelte gegen eine Mauer. Die Datenrettungsprofis von Kroll Ontrack waren in der Lage, das defekte Laufwerk zu reparieren und die Daten wiederherzustellen.
Platz 6. Boxkampf im Serverraum: Unangenehme Folgen hatte in England eine allzu hitzige Fachdiskussion zwischen zwei IT-Mitarbeitern in einem Serverraum.
Boxen ja, aber im Ring, nicht im Serverraum!
Sie artete in eine Prügelei aus, in deren Verlauf ein Server aus einem Rack auf den Boden fiel. Zum Glück für die beiden Streithähne konnten die geschäftskritischen Informationen auf dem System vollständig wiederhergestellt werden.
Platz 5. Kunstflug mal ganz anders: Während der Motorradtour eines britischen Fotografen löste sich die Fototasche inklusive Inhalt.
Besser auf solche Kunststücke verzichten, vor allem dann, wenn man eine Kameraausrüstung mit dabei hat. (Bild: Funny-Potatoes.com)
Die Kamera zerbrach beim Aufprall, und die Speicherkarte landete punktgenau in einer Pfütze. Auch in diesem Fall konnten die Datenretter die »gefluteten« Bilddaten wiederherstellen.
Platz 4. Wenn Fiffi in das Notebook macht: Einen besonders delikaten Ort suchte sich in den USA ein Hund aus, um sich einer Mahlzeit zu entledigen.
Der Gute hatte sich an einem Stück halbgefrorenen Fleischs den Magen verdorben. Und das wollte er umgehend wieder loswerden.
Als Entsorgungsort wählte er jedoch ausgerechnet das Familien-Notebook und entleerte sich direkt über dem Rechner.
Offenbar handelte es sich nicht um ein wasser- oder besser gesagt fäkalienfestes Modell. Die Überreste der Mahlzeit sickerten jedenfalls bis auf die Festplatte durch und machten diese unbrauchbar.
Die Fachleute von Kroll Ontrack mussten in diesem Fall einen besonders delikaten Reinigungs- beziehungsweise Datenrettungsjob durchführen.
Platz 3. Wilder Ausritt: Ein Ausflug zu Pferde endete für eine Urlauberin in der Türkei mit einem kapitalen Abwurf. Der Reiterin, die eine Kamera mit sich trug, passierte Gottlob nichts. Weniger Glück hatten Kamera und Speicherkarte.
Auch bei relativ harmlosen Aktivitäten wie dem Reiten sind Daten-GAUs nicht auszuschließen.
(Foto: photobuckets.com)
Die Daten auf der Karte wurden beschädigt und konnten nicht mehr auf den Computer überspielt werden. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen erwies sich Kroll Ontrack als letzte Hoffnung.
Platz 2. Die versunkene Festplatte: Zusammen mit einem Schiff trat auch eine Festplatt bei einem Unglücksfall die Reise in die Tiefen des Ozeans an.
Selbst aus den Tiefen des Meeres rettet Kroll Ontrack Festplatten und die darauf befindlichen Daten.
Sechs Monate nach der Lokalisierung des Wracks in 600 Meter Tiefe wurde auch die Festplatte entdeckt, geborgen und zu Kroll Ontrack geschickt. Im Reinraum der Firma gelang es, 99 Prozent der Daten wiederherzustellen.
Platz 1: Daten auf der Flucht: Als Ermittlungsbeamte in Norwegen die Wohnung mutmaßlichen Betrügers inspizieren wollten, warf dieser kurzerhand sein Notebook aus dem Fenster seines Luxusappartements im zwölften Stock.
Auch das Aus-dem-Fenster-Werfen eines Notebooks hilft nicht in jedem Fall dabei, einen Gefängnisaufenthalt zu vermeiden.
Das Notebook schlug auf dem Gehsteig auf und löste sich in viele kleine Teile auf. Doch die Hoffnung des Verdächtigen, dass sich damit auch alle belastenden Daten verflüchtigt hätten, erwies sich als Trugschluss: Die Ermittler wandten sich an Kroll Ontrack und ließen Fotos, Videos und E-Mails wiederherstellen.
[1] http://www.krollontrack.de/
- 1. Seite: Eigenartige Datenpannen: Wenn die Miezekatze die Festplatte killt
- 2. Seite: Eigenartige Datenpannen: Wenn die Miezekatze die Festplatte killt (Fortsetzung)
- 3. Seite: Eigenartige Datenpannen: Wenn die Miezekatze die Festplatte killt (Fortsetzung)
- 4. Seite: Eigenartige Datenpannen: Wenn die Miezekatze die Festplatte killt (Fortsetzung)
- 5. Seite: (Foto: photobuckets.com)
- 6. Seite: (Foto: photobuckets.com) (Fortsetzung)
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