Web-Plattform DeinBus.de:
Internetunternehmen mischt Bus-Markt auf
Bahnreisen sind in Deutschland vergleichsweise teuer. Mit einer neuen Internetplattform versuchen drei Jungunternehmer, in Konkurrenz zur Bahn auf populären Routen günstige Busreisen zu organisieren.
Per Fernbus unterwegs: Die Online-Plattform DeinBus.de organisiert Fahrgemeinschaften in Reisebussen (Fotos: MAN)
Während in vielen Ländern Fernbusse preisgünstiges Reisen als Alternative zur Bahn ermöglichen, verhindert hierzulande das rigide Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahr 1934 echten Wettbewerb. Drei junge Studenten wollten nicht länger hinnehmen und haben mit ihrer Internetplattform »DeinBus.de« das veraltete Gesetz auf clevere Weise umgangen.
Als die Studenten Christian Janisch (28), Alexander Kuhr (26) und Ingo Mayr-Knoch (25) herausgefunden hatten, warum es in Deutschland kaum günstige Fernbusse gibt, beschlossen sie, an dieser Stelle »die Welt zu verbessern«. Denn in ihren Auslandssemestern hatten die drei angehenden Wirtschaftswissenschaftler den Fernbus als günstige und sichere Reisemöglichkeit kennen- und schätzen gelernt.
Der Vorwurf der Jungunternehmer: »Der Gesetzgeber lässt seit Jahren eine flächendeckend verfügbare günstige Beförderung mit dem Fernbus nicht zu«, so Kuhr. »Doch statt für Wettbewerb und Deregulierung und damit für günstigere Preise im Fernverkehr zu sorgen, schiebt die Politik die Liberalisierung des letzten staatlichen Monopols seit Jahren vor sich her«.
Dass sie sich mit der vorgegeben Situation nicht zufriedengeben wollten, war den drei jungen Unternehmern, die sich während ihres Studiums an der Zeppelin Universität Friedrichshafen kennengelernt hatten, schnell klar. Doch wie sollte man mit den gesetzlichen Beschränkungen umgehen? Die drei erdachten ein internetbasiertes Geschäftsmodell, das eine Gesetzeslücke ausnutzt: In Deutschland darf sich jeder Mensch einen Reisebus mieten und damit von Stadt zu Stadt fahren.
Dieses Prinzip macht sich »DeinBus.de« zunutze: Jeder Kunde kann über das Portal einen Reisebus für seine Wunschverbindung reservieren. Die Fahrt wird dann auf DeinBus.de sowie über soziale Internet-Netzwerke wie Facebook und Twitter bekanntgemacht, sodass sich Mitfahrer problemlos anschließen können – ähnlich einer Mitfahrgelegenheit. Ist die jeweilige Mindestauslastung erreicht, findet die Fahrt garantiert statt. Mit steigender Nachfrage entsteht so ein verlässliches Stadt-zu-Stadt-Beförderungssystem.
Eineinhalb Jahre, viel Kopfarbeit und jede Menge Erspartes investierten die DeinBus.de-Gründer in juristische Ausarbeitungen, Genehmigungen durch Behörden und die Programmierung der Internetseite. Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr absolvierten zwischenzeitlich sogar die vorgeschriebene „Fachkundeprüfung zum Omnibusunternehmer“. Aus einem studentischen Projekt wurde so mit der Zeit ein kleines Unternehmen.
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