In Memory Datenbanken:
Interview-Schlammschlacht: Plattner vs Ellison
Oracle-Boss Larry Ellison und SAP-Mitbegründer Hasso Plattner zeigen mit einem witzigen bis skurrilen Interview-Duell zum Thema Inmemory-Datenbanken einmal mehr sehr deutlich, dass sich ihre Rivalität bei weitem nicht nur auf den Segelsport begrenzt.
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Die Spitzen von Oracle und SAP beharken sich derzeit rund um das Thema Inmemory-Datenbanken. (Bild: Karl-Ludwig Oberthür, fotolia.com / Montage: Lars Bube)
Schon seit vielen Jahren liefern sich die beiden IT-Größen Larry Ellison (Oracle [1]) und Hasso Plattner (SAP [2]) regelmäßig heiße Duelle. Wenn es auch immer wieder deftige Kampfansagen von IT-Spezialist zu IT-Spezialist oder von Unternehmenslenker zu Unternehmenslenker gab, so konnten die beiden passionierten Skipper ihre härtesten Auseinandersetzungen bisher doch meist auf Segelrennen wie den Americas Cup beschränken.
Seit einigen Tagen tobt nun jedoch ein erbitterter Rede-Kampf zwischen Plattner und Ellison rund um das Thema Inmemory-Datenbanken, das dabei allerdings ob des scharfen Tons eigentlich nur noch eine Nebenrolle spielt. Den Auftakt im offenen Schlagabtausch machte Ellison, als vor einigen Wochen auf einer Pressekonferenz von einer Journalistin gefragt wurde, was er von SAPs jüngsten ambitionierten Plänen bezüglich Inmemory-Datenbanken halte.
Ellisons knapp zweiminütige Antwort hat sich gewaschen. Nicht nur, dass er darin SAPs Pläne kopfschüttelnd und überlegen schmunzelnd als völligen Irrsinn und Nonsens abtut, er packt auch gleich noch die persönliche Keule gegen Plattner aus: Wenn »Hasso« glaube, er habe mit seinem kleinen Entwicklungsteam (R&D) den Durchbruch geschafft, sei er ein weltfremder Spinner. Er könne über solche wirren Behauptungen nichteinmal reden, ohne sich gleichzeitig kaputtlachen zu müssen. Dafür würde es ihn dringend interessieren, in welcher Apotheke Plattner wohl seine Drogen kaufe.
Der doppelte Hasso schlägt zurück
Die gepfefferte Antwort Plattners folgte prompt. Für die Sapphire Now hat SAP ein Video drehen lassen, das auf den ersten Blick nach einem normalen Promotion-Interview mit Plattner aussieht. Leicht verwunderlich scheint bei oberflächlicher Betrachtung höchstens der ziemlich schlabberige Freizeit-Look, in dem Plattner zum Interview antritt.
Wer jedoch genauer hinschaut und hinhört, merkt schnell, dass es sich hier um alles andere als ein normales Gespräch handelt. Alleine schon, dass Plattner von derjenigen Person interviewt wird, »die Hasso Plattner am besten kennt« - befragt wird Plattner nämlich von sich selbst in einem ordentlichen akkuraten Business-Outfit. Während der doppelte Hasso so sein Wissen über die Inmemory-Technik und ihre Vorteile zum Besten gibt, wurden nebenbei allerhand lustige Anspielungen und Paraden auf Ellisons Vorlage eingebaut.
Unter anderem fragt Plattner sein Alter Ego, welche Antworten er auf Ellisons Argumente gegen die Inmemory-Technologie habe. Daraufhin Plattner: »Welches Argument genau, bitte? – Meinen Sie „weltfremder Spinner“?«. Ganz nebenbei scheinen dem »Journalisten-Plattner« die antworten des »SAP-Plattners« so offensichtlich und banal, dass er nebenbei Rubiks Zauberwürfel löst, um nicht völlig einzuschlafen.
[1] http://www.oracle.com/de/index.html
[2] http://www.sap.com/germany/index.epx
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