Frequenzstörung befürchtet:
Israel verbietet iPad-Einfuhr
Die israelische Regierung sorgt mit ihrer Entscheidung, die Einfuhr von Apples iPad in das Land zu verbieten, bei vielen Bürgern für Unverständnis. Doch stecken hinter dem Importverbot durchaus ernstzunehmende technische Vorbehalte.
Kein iPad-Freund: Eden Bar Tal
Während Apple [1]-Fans in aller Welt auf die ersten aus den USA importierten iPads warten, müssen sich israelische Bürger diesbezüglich erst einmal gedulden: Das israelische Ministerium für Telekommunikation hat den Import der begehrten Tablet-Computer bis auf weiteres untersagt, auch Touristen dürfen das Gerät nicht in das Land einführen. Der Grund für das Importverbot ist relativ unspektakulär, aber deshalb nicht minder plausibel: Die Ministerialbeamten befürchten, dass das iPad Wi-Fi-Verbindungen auf einer Frequenz herstellt, die zu einer Störung der bereits bestehenden israelischen Wireless-Netzwerke führen könnte.
»Unser Ziel ist es, dass alle Bürger die drahtlosen Netze in unserem Land nutzen können«, verteidigt Eden Bar Tal, Generaldirektor in dem Ministerium, die Maßnahme, »und der Betrieb von Geräten, die nicht den lokalen Mobilfunkstandards entsprechen, kann leicht die Zugangsmöglichkeiten anderer Nutzer einschränken.«
Schwarzer-Peter-Spiel mit Apple
Wie aus dem Kommunikations-Ministerium verlautete, soll ohnehin Apple an dem Schlamassel schuld sein: Man habe sich an den Hersteller gewandt, um Spezifikationen zu Frequenzen und Sendeleistung des iPad bekommen. Allerdings habe man keinerlei Rückmeldung erhalten. Auch Apples israelischer Partner iDigital habe keine Informationen zu den WLAN-Spezifikationen des Geräts liefern können.
Viele Israelis können mit dem iPad-Verbot trotzdem wenig anfangen: »Ich habe ein iPad als Bar Mitzva-Geschenk für meine Nichte bestellt«, zitiert die Jerusalem Post eine israelische Bürgerin. »Jetzt befürchte ich, dass das Mädchen ihr Geschenk wohl nicht erhalten wird. Die Regierung hätte doch wissen können, wie populär das iPad ist und sich rechtzeitig informieren müssen.« Die Israelin dürfte mit ihrem Frust nicht alleine sein: Allein am vergangenen Donnerstag wurden am Flughafen Tel Aviv zehn iPads von Reisenden konfisziert.
[1] http://www.apple.com/de/
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