Negatives lässt sich meist sehr schwer zurückholen:
Starthilfe statt Jobfalle: Social-Networks für Bewerbungen richtig nutzen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

24.08.2009

Unternehmen nutzen Social-Networks, um Bewerber zu überprüfen. Dies führt auch zur Ablehnung des Bewerbers noch vor der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Beherzigen Jobsuchende ein paar Regeln, kann ihr Social-Network-Auftritt auch helfen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Davor gewarnt wird schon länger: Informationen über das eigene Leben ohne Nachzudenken in Social-Networks zu veröffentlichen. Dass dies Konsequenzen haben kann, zeigen nun zwei Umfragen im Auftrag des Verbraucherministeriums und von careerbuilder.com [1]. Arbeitgeber nutzen die Informationen dort, um Bewerber zu durchleuchten. Fallen diesem negative Elemente aus, kann es sogar passieren, dass es deswegen zu keinem Vorstellungsgespräch kommt. In der BMELV [2]-Umfrage (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) durch das Dimap-Institut – wie die Berliner Zeitung [3] schreibt - war dies bei 25 Prozent der Befragten der Fall. Auf der anderen Seite berichten bei der Carrierbuilder-Umfrage 18 Prozent der Personaler, dass sie Kandidaten wegen ihres Social-Network-Einträge eingestellt haben. Die Website gibt daher ein paar Tipps für eigenen Auftritt in solchen Netzen.

Social-Networks wie Facebook müssen nicht nur Stolperstein für die eigene Karriere sein. Sie können auch Job-entscheidend sein.

Zunächst sollte jeder Bewerber seinen Social-Network-Auftritt von unpassenden oder ausfallenden Fotos, Einträgen oder Links säubern, bevor er sich bewirbt. Noch besser ist es, wenn diese erst gar nicht dorthin gelangen. Denn es kann im Nachhinein sehr schwierig sein, solche negativen Daten wieder loszuwerden. Zumal sie sich leicht selbständig machen können und im Netz verbreitet werden.

Weiter empfiehlt Carrierbuilder, dass Jobsuchende zuerst ihren eigen professionellen Auftritt auf entsprechenden Social-Network-Sites erstellen und Beziehungen knüpfen, bevor sie ihre Bewerbungen starten.

Negative Äußerungen jeglicher Art wie Maulen über den jetzigen oder früheren Arbeitgeber haben auf dem eigenen Auftritt nichts zu suchen. Stattdessen sind positive Darstellungen wichtig. Persönliche Aktivitäten beruflicher oder private Art dürfen gerne hervorgehoben werden.

Typischerweise können andere sehen, wer die eigenen Freunde des Social-Network-Eintrags sind. Deshalb sollte derjenige es sich gut überlegen, wen er als Freund zulässt. Außerdem sollte der Nutzer die Kommentare anderer im Blick behalten. Es ist daher sinnvoll zu überlegen, ob die Kommentarfunktion gesperrt oder das Profil auf »privat« gesetzt wird. Dann können es nur die erklärten Freunde sehen.

Und natürlich sollte der Nutzer nicht erwähnen, dass er auf Jobsuche ist, wenn er noch eine Beschäftigung hat.

Nach der Careerbuilder-Umfrage war für 50 Prozent der Befragten der positive Eindruck von der Persönlichkeit des Kandidaten über den Social-Network-Eintrag entscheidend. Dazu gehörte auch der Eindruck, dass der Anwender ins Unternehmen passt. Bei 39 Prozent passte das Profil des Bewerbers zu den beruflichen Qualifikationen. Die Kreativität des Jobsuchenden beeindruckte 38 Prozent. Seine Kommunikationsfähigkeit stellte der Kandidat für 35 Prozent unter Beweis.

Negativ fielen dagegen Kandidaten für 53 Prozent auf, weil die Bewerber provokative beziehungsweise unpassende Fotos oder Informationen veröffentlichten. 44 Prozent mochten es nicht, dass der Jobsuchende Darstellungen veröffentlichte, die ihn bei Konsumieren von Alkohol oder Drogen zeigten. Nicht gut kam es bei 35 Prozent auch an, dass die Kandidaten ihren ehemaligen Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden schlecht machten. Am Ende der Liste der negativen Verhaltensweisen stand dann noch, dass Bewerber über ihre Qualifikationen logen beziehungsweise vertrauliche Informationen über ihren früheren Arbeitgeber veröffentlichten.

Nach der Dimap-Studie sagten 28 Prozent aus, dass sie gezielt nach Angaben über den Bewerber im Internet suchen. In der Careerbuilder-Umfrage waren dies sogar 45 Prozent - im Vergleich zu 22 Prozent im vergangenen Jahr. In den Industriebereichen IT und Professional & Business-Services waren es sogar 63 beziehungsweise 53 Prozent.

[1] http://www.careerbuilder.com/default.aspx
[2] http://www.bmelv.de/cln_093/DE/Startseite/startseite_node.html
[3] http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/135940/135941.php

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