Lazy Friday: Sportive Cybergangster:
Viren, Malware und Trojaner: Die zehn »gefährlichsten« Wintersportler

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

18.02.2010

Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Vancouver sind ein Eldorado für Sportinteressierte – und Cyberkriminelle. Ein Trick: Internet-Betrüger bieten Fotos, Bildschirmschoner oder Desktop-Hintergründe von bekannten Wintersportlern zum Download an. Diese sind jedoch mit Malware gespickt. Hier die zehn »gefährlichsten« Olympioniken. Auch »unsere« Anni Friesinger ist darunter.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Wer sich für Wintersport interessiert, hat derzeit schlechte Karten. Zwar finden in Vancouver die Olympischen Winterspiele statt. Dank des Zeitunterschiedes von rund neun Stunden finden jedoch viele Entscheidungen nach mitteleuropäischer Zeit mitten in der Nacht statt.

Nicht nur für die Sportler und Zuschauer sind die Olympischen Winterspiele in Vancouver ein Fest, auch für Cybergangster.

Da bleibt nur am Morgen der Blick ins Internet, um herauszufinden, wie die eigenen Lieblinge abgeschnitten haben. Doch das wissen auch weniger seriöse Zeitgenossen. Laut der IT-Sicherheitsfirma McAfee [1] sind die Stars der Olympischen Winterspiele derzeit auch bei Cybergangstern besonders beliebt.

Diese versuchen, Sportinteressierte auf Web-Seiten zu locken, auf denen angeblich Informationen zu den Stars zu finden sind. Dort platzieren die bösen Buben allerdings Schadprogramme, die nach Sicherheitslücken auf dem Rechner des Besuchers fahnden und Trojaner und Viren übertragen.

Hier die Top 10 der »gefährlichsten« Wintersportler.

1. Jennifer Rodriguez (USA): Die Eisschnellläuferin nimmt zum vierten Mal an Olympia teil. Laut McAfee sind 25 Prozent aller Informationsangebote im Internet, die Rodriguez zum Thema haben, mit Schadsoftware verseucht.

Die Nummer eins, noch auf auf dem Eis, aber bereits jetzt, was die Zahl der Malware-Web-Sites betrifft, die ihren Namen missbrauchen: die US-Eiskunstläuferin Jennifer Rodriguez.

2. Sayuri Osuga (Japan): Die Speed-Skating-Athletin kommt auf immerhin auf ein Malware-Risiko von 22 Prozent. Das belegt, dass Cybergangster auch den »Markt« in Nippon im Visier haben.

3. Alexander Smirnov (Russland): Der Russe führt die Riege der »gefährlichen« Eiskunstläufer an. Laut McAfee sind 18 Prozent der Downloads, die seinen Smirnovs Namen missbrauchen, mit Schadsoftware bestückt. Vermutlich stammt es Gutteil dieser Programme aus Russland. Schließlich ist das Land eine Hochburg von Hacker und Virenprogrammierern.

4. Peter Fill (Italien): Der Skirennläufer aus Italien belegte bei der Herrenabfahrt in Vancouver leider nur den 15. Platz. Auch in der Rangliste der gefährlichsten Wintersportler reichte es nur zur »Blechmedaille«, sprich dem vierten Platz. An die 17 Prozent der Internet-Links zu Peter Fill verweisen auf gefährliche Web-Sites.

Deutschland Hoffnung: »Sexy Anni«

5. Sasha Cohen (USA): Die äußerst gelenkige Eiskunstläuferin ist einer der Hoffnungsträger der USA. Immerhin 16 Prozent der Downloads, die unter ihrem Namen angeboten sind, enthalten Viren.

Durchaus vorzeigbar: Eisschnelläuferin Anni Friesinger rangierte unter den Malware-Top-10 auf Platz 8.

6. Gillian Apps (Kanada): Auch das Gastgeberland ist vertreten, stilgerecht mit einer Eishockey-Spielerin. Ihr Gefahrenpotenzial liegt bei 15 Prozent, und das nicht nur beim Body-Check.

7. Jack Johnson (USA): Bleiben wir bei der amerikanisch-kanadischen Nationalsportart Eishockey. Der Spieler der Los Angeles King flog eigens zur Eröffnungsfeier nach Vancouver und kehrte anschließend zu seinem Team zurück, um in der National Hockey League ein Punktspiel zu bestreiten. Kein Wunder, dass auch Cyberkriminelle so viel Dynamik schätzen und 15 Prozent der Online-Informationen über Johnson um kleine, böse Programme »ergänzt« haben.

8. Anni Friesinger (Deutschland): Die Eisschnellläuferin ist die einzige Repräsentantin Deutschland in den Top 10. Wer nach ihrem Spitznamen »Super Sexi Anni« googelt, erhält als Resultat 14 Prozent Links zu infizierten Web-Sites. Wie Anni zu dem Attribut »Super Sexi« kam, belegt das Bild, eine Werbeaufnahme für einen Hersteller von Unterwäsche.

9. Angelina Jensen (Dänemark): Auch Curling ist unter den olympischen Cyber-Bedrohungen vertreten. Die attraktive Dänin gewann mit ihrem Team bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr die Bronze-Medaille. Kein Wunder, dass gut 14 Prozent aller Web-Sites mit Fotos von Angelina und Bildschirmschonern mit ihrem Konterfei Malware enthalten.

10. Ben Agosto (USA): Bei den letzten Winterspielen in Turin gewann er Silber, jetzt greift der Eiskunstläufer nach Gold. In den USA erfreuen sich Internet-Seiten, die über ihn berichten, deshalb großer Beliebtheit, wohl vor allem bei den Damen. Fast jedes sechste Internet-Angebot (14 Prozent) mit Verweis auf Benjamin stammt von Cyberkriminellen.

Die Top 3 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Und hier die Top-3-Athleten aus Deutschland und den Nachbarländern Österreich und Schweiz, auf die Internet-Kriminelle setzen.

In Deutschland rangiert unser Gold-Mädel Magdalena Neuner (Biathlon) mit 11,1 Prozent hinter Anni Friesinger auf Rang zwei, gefolgt vom Eiskunstlaufpaar Aliona Savchenko und Robin Szwokowy (7,1 Prozent). Und das, obwohl den beiden ihr Trainer Ingo Steuer fast den Kopf abgerissen hätte, als sie »nur« Bronze gewannen.

Von zwei Rodelbrüdern auf Platz drei der Austria-Charts verwiesen: die österreichische Freestyle-Skifahrerin Margarete Marbler.

Unter den österreichischen Athleten rangieren erstaunlicher Weise nicht die Skirennläufer in der Rangliste der »gefährlichsten Olympioniken« auf den vorderen Plätzen. Zu Recht, wie sich jetzt zeigte: Andreas und Wolfgang Linger gewannen im Rodeln (Doppelsitzer) Gold.

Daher haben vorausschauende Hacker denn auch 8,7 beziehungsweise 7,9 Prozent des Internet-Informationsangebots der beiden mit Malware präpariert. Dritter im Bunde ist die Freestyle-Skifahrerin Margarita Mabler (7,9 Prozent).

Die Schweizer lieben Außenseiter(innen)

Eigenartiges ist auch bei den Schweizern zu beobachten. Keine Spur von Skisprung-Heros Simon Ammann oder Didier Defago, dem Gewinner des Abfahrtsrennens.

Die Schweiz googelt vielmehr nach der Snowboarderin Sandra Frei. Rund 7,9 Prozent der Web-Sites, die dabei hoch ploppen, haben es IT-sicherheitstechnisch gesehen in sich. Auch auf Platz zwei (7,1 Prozent Malware-Verseuchung) ist ein – äußerst ansehnliches – Mädel zu finden: die Eiskunstläuferin Sarah Meier.

Lässt nicht nur die Herzen der Kampfrichter höher schlagen, sondern auch der Männerwelt in der Schweiz: Eiskunstlaufhoffnung Sarah Meier.

Die Damen aus der Alpenrepublik schwärmen dagegen für Gregor Stähli. Kein Wunder, tritt der doch im harten Männersport Skeleton an, sprich jagt auf einem Minischlitten Kopf voran die Bobbahn hinunter. Sein Gefahrenpotenzial: 5,8 Prozent. Dumm nur, das Stähli seinen Start in Vancouver absagen musste. Der Grund: ein Muskelabriss.

[1] http://www.mcafee.de