Kuriose Fehlermeldungen von Windows, MacOS und Co.:
Lazy Friday: Wenn Rechner mit ihrem Seelenleben kämpfen
Da sage mal einer, PCs und Macintoshs hätten keine Seele. Meldungen wie »Dies ist eine Nichtfunktion« »Der gemeldete Fehler ist fehlerhaft«zeigen, das auch Rechner mit Identitätskonflikten und Neurosen zu kämpfen haben – oder einen Hang zum Philosophieren entwickeln können. Wir haben einige dieser entlarvenden (Fehler-)Meldungen aufgespürt.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 10)
Eines vorweg: Wir sind von Windows 7 enttäuscht. Nicht etwa, weil die Vorabversion von Microsofts neuem Betriebssystem an Flops wie Windows ME oder Vista anknüpft. Nein, selbst ausgiebige Tests haben keinen Hinweis zutage gefördert, dass Windows 7 wirklich lebt: keine interessanten Fehlermeldungen, keine knackigen Bluescreens of Death, keine unverhofften Neustarts.
Schön, dass wenigsten die Vorgänger von Windows 7 noch ein »Seelenleben« haben. Aber Apple-Freunde sollten sich jetzt nicht ins Fäustchen lachen. Auch die Edelrechner in Weiß haben so manche Macke.
Wenn das Keyboard nicht mehr will
In Ausbildung und Beruf sind ausgefeilte Problemlösungstechniken gefordert. Damit diese Fähigkeiten nicht verloren gehen, müssen die kleinen grauen Zellen immer auf Trab gehalten werden. Das wissen auch PCs.
Nur aus diesem Grund stellen sie dem Benutzer hin und wieder vor leicht zu lösende Rätsel. Etwa dieses hier: Ganz einfach, eine Taste auf dem nicht funktionierenden Keyboard drücken, und schon geht es weiter.
Weg mit dem dummen User
Sollte der Benutzer den oben vorgestellten Test nicht bewältigen, gibt es nur eine Lösung: Weg mit dem dummen User, und her mit einem neuen, klügeren. Schließlich mögen Betriebssysteme intelligente Bediener, keine tumben DOSioten.
Englisch lernen mit dem Mac
Seit 1976, dem Jahr, als er Apple gründete, behauptet Apple-Chef Steve Jobs, nur ein Mac sei in der Lage, auf die Bedürfnisse von Usern einzugehen. Recht hat er, denn MacOS erkennt beispielsweise automatisch, wenn es um die Englischkenntnisse des Nutzers schlecht bestellt ist.
Ein Druck auf den richtigen, oder besser gesagt falschen Knopf, und schon startet eine kleine Lektion in Computer-Englisch.
Wenn der Bluescreen crasht
Er gehört zu den guten alten Bekannten, die der Windows-Nutzer hin und wieder zu Gesicht bekommt: der Blue Screen of Death. Selbst China wollte bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele im vergangenen Jahr nicht auf diesen festen Bestandteil der Windows-Historie verzichten.
Bei der Eröffnungsfeier der Olympiade 2008 in Peking crashte einer der Rechner, der Projektionen auf das Zeltdach warf.
Dass sich es sich auch beim Bluescreen letztlich um ein Stück Software handelt, belegt folgender Screenshot: Nach unzulässigen Aktionen wird das Programm ordnungsgemäß geschlossen.
Exchange mit schizophrenen Anwandlungen
Hin und wieder scheinen auch Programme mit psychischen Problemen zu kämpfen. So etwa Microsoft Exchange. Ja was denn nun? Werden nun Objekte übermittelt? Oder nicht? Oder gibt es gar keine Objekte, die nicht übermittelt werden können?
Klarheit für den tumbe User
Wie bereits erwähnt, muss ein Rechner immer einmal damit rechnen, dass er auf begriffsstutzige Anwender trifft. In solchen Fällen hilft nur eines: Der Dumpfbacke immer wieder sagen, was Sache ist. Vorbildlich ist hier wieder einmal Microsoft Exchange.
Operation »erfolgreichlos« abgeschlossen
Doch wir wollen nicht immer auf Exchange einprügeln. Auch die neueren Versionen von Windows, etwa Vista, leiden ab und an unter Trübungen des Geisteszustandes. Wie anders ist folgende Meldung zu interpretieren: die Fehlermeldung, dass ein Vorgang erfolgreich abgeschlossen wurde.
Immer höflich fragen
Offenkundig legen manche Anwendungen beziehungsweise deren Programmierer besonderen Wert auf die stilvolle Kommunikation mit dem User. In gewählten Worten fragt beispielsweise diese Mac-Software den Benutzer, ob sich dieser zum »Steuermann« aufschwingen möchte.
Schade, dass die doch eher plumpe Lösung mit dem »Yesbutton« und »Nobutton« den guten Eindruck ein wenig trübt.
Fehlerhafte und nicht fehlerhafte Fehler
Besonders ärgerlich ist für eine Software, wenn sie es mit nicht fehlerbehafteten Fehlern zu tun bekommen, also quasi einem Doppelfehler oder Fehler im Quadrat. Kein Wunder, dass so manches System nach einiger Zeit Züge von Katatonie aufweist und sich in Behandlung begeben muss, Stichwort neu aufsetzen.
Wenn die oberste Ebene versagt
Dass der Informationsfluss auf der »obersten Ebene« oft nicht der beste ist, weiß jeder Arbeitnehmer oder Beamter. Doch auch PCs haben unter diesem Zustand zu leiden. Immerhin können sich Rechner wenigstens mithilfe einer passenden Fehlermeldung zu Wort melden.
Bei Mitarbeitern dürfte ein entsprechendes Memo oder eine E-Mail Richtung »oben« nicht in jedem Fall zum gewünschten Erfolg führen.
Die Nichtfunktion
Zum Abschluss noch ein Blick auf eine revolutionäre Entwicklung im Software-Bereich: die Nichtfunktion. Wir ahnten es bereits: So wie es Schwarz und Weiß gibt, oder Materie und Antimaterie, musste auch ein Pendant zur (Programm-)Funktion existieren.
Es dauerte zwar etwas, bis sich erste Spuren der Nichtfunktion fanden. Aber – voilà – hier ist der Beweis. Wir sind schon gespannt darauf, mit welchen Nichtfunktionen uns Windows 7, MacOS X »Schneeleopard« oder die neuen Ubuntu-Linux-Versionen beglücken werden.
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