Apple-Chef lässt Dampf ab:
Steve Jobs: »Google-Motto ist Bullshit«

von Matthias Hell (matthias.hell@crn.de)

01.02.2010

Gerne lässt Steve Jobs auf die hochglanzartigen Produktpräsentationen von Apple ein internes »Town Hall Meeting« folgen, bei dem der Firmenchef Klartext redet. Auch nach der iPad-Präsentation folgte Jobs diesem Brauch und nahm dieses Mal vor allem Adobe und Google ins Visier.

Dr. Jekyll & Mr. Hyde: Bei der iPad-Präsentation zeigte Jobs noch sein freundliches Gesicht

Die euphorischen Klänge der iPad-Präsentation waren kaum verklungen, da lud Apple [1]-Chef Steve Jobs am Firmensitz in Cupertino seine Getreuen zu einem »Town Hall Meeting« ein. Bei diesen mittlerweile zum Apple-Brauchtum gewordenen Veranstaltungen beantwortet der Firmenchef höchstpersönlich Fragen der Mitarbeiter. Presse ist zu den »Town Hall Meetings« nicht zugelassen und so nimmt Jobs bei dem Anlass auch kein Blatt vor den Mund. Dennoch versteht es sich selbstredend, dass die knackigsten Aussagen des Firmenchefs nur kurz darauf in den einschlägigen Apple-Fanzines und -Blogs auftauchen, wie auch diesmal geschehen:

Hauptzielscheibe von Jobs war Insiderinformationen zufolge dieses Mal Google. »Wir sind nicht in das Suchmaschinengeschäft eingedrungen. Dafür ist Google ins Handygeschäft eingestiegen«, so der Apple-Chef. »Lasst da kein Missverständnis bestehen: Google will das iPhone killen, aber wir werden das nicht zulassen.« Kurz darauf hatte sich Jobs derart in Rage geredet, dass er noch einmal auf Google zurückkam: »Dieses „Don’t be evil“-Mantra: Das ist nichts als Bullshit.«

Häme für Adobe, neue Pläne für Apple

Als zweites Hassobjekt nahm sich Jobs vor den Apple-Mitarbeitern den Softwarehersteller Adobe zur Brust: »Die sind faul! Adobe hätte so viel Potenzial interessante Sachen auf den Markt zu bringen, aber sie machen nichts daraus. Adobe geht nichts mit der Energie an, wie das Apple tut.« Jobs ging auch darauf, ein warum viele Apple-Produkte wie z.B. das iPhone etwa keine Flash-Videos unterstützen. »Apple unterstützt Flash nicht, weil es derart mit Bugs beladen ist. Wenn ein Mac wirklich mal abstürzt, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen Flash.«

So unterhaltsam Jobs Spott über die Konkurrenz sein mag, interessanter waren die Andeutungen, die der Apple-Chef zu den Zukunftsplänen des eigenen Unternehmens machte. So wolle der Hersteller die Spitzenposition des iPhones dadurch verteidigen, dass man kontinuierlich Geräteupdates veröffentliche, mit denen Android und Google nicht Schritt halten könnten. Noch in diesem Jahr würden zudem neue Macs auf den Markt kommen, die Apple auf ein ganz neues Level brächten. Doch sollten die Kunden vorerst keine Blu-Ray-Laufwerke erwarten: Die dazu passende Software sei derzeit noch eine Katastrophe und solange die Blu-Ray Verkaufszahlen noch so niedrig seien, werde Apple sich vor einem Einstieg in die Technologie hüten.

Stellt sich noch die Frage, wie so viele Inhalte des geheimen »Town Hall Meetings« nach Außen dringen konnten. Gut möglich, dass es sich auch hier um einen Teil von Apples berüchtigter Guerilla-Marketingstrategie [2] handelt…

[1] http://www.apple.com/de/
[2] http://www.networkcomputing.de/panorama/artikel-47338.html

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