Zur Sache:
Die Suche nach dem Editorial

von Andreas Stolzenberger (ast@nwc.de)

03.03.2009

Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch und brüte über meinem Editorial für die CeBIT-Ausgabe. Welche Themen sind brandaktuell, wichtig und interessant für meine Leser.

Am Besten prüfe ich zuerst, was ich in den letzten Ausgaben zum Schwerpunkt Storage geschrieben habe. Schließlich möchte ich mich nicht wiederholen – und auf gar keinen Fall mir selbst widersprechen. Meine aktuellen Manuskripte bewahre ich auf einer 1-TByte-USB-Platte auf. Doch dort lagern nur aktuelle Dokumente, die älteren habe ich archiviert.

Wo lagern die Archive von 2008 nochmal? Ich habe einen »Backup«-Share via CIFS auf »srv01«, doch den benutzen nur noch die wenigen verbliebenen Windows-Maschinen. Auf dem Fileserver »stor5« gibt es eine dicke 2-TByte fassende NFS-Freigabe /export/backup2 für die Linux-Workstations. Die existiert jedoch erst seit Herbst letzten Jahres, also finde ich dort auch keine Artikel-Archive von Anfang 2008.

Ach ja; als ich das neue Backup-Verzeichnis erstellte, habe ich ältere Dateien über den Backup-Server »srv10« auf virtuelle Tapes ausgelagert. Doch auch das Inventory der VTL zeigt kein Artikelarchiv von Anfang 2008. Richtig, da wurde ja im Winter der Plattenspeicher der VTL knapp, so dass ich eine ganze Reihe virtueller Tapes auf physische auslagern musste. Hier ist das Logbuch der Transaktion und dort steht: Ausgelagert auf AIT-081122.

Das ist jetzt eher schlecht. Der Backup-Server des Labors Poing steht via VPN mit einem Server im Außenlabor Glonn in Verbindung. Da der mit Einzellaufwerken statt einer Library arbeitet, liegt das betreffende AIT-5-Band mit den gewünschten Daten in einer Schublade etwa 20 km südlich von hier.

Also muss ich dieses Editorial ohne Rücksicht auf bereits Geschriebenes verfassen.

Bei Storage-Appliances kommt es letzten Endes dann doch auf mehr an, als nur auf Volumen und Geschwindigkeit. Vielleicht sollte ich die Ruhe nach der Messe nutzen, um Ordnung in das langsam angewachsene und mittlerweile mehrere Terabyte große Durcheinander aus SAN-LUNs und NAS-Freigaben bringen, die sich auf zwei Labore verteilen.

Diese Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig es für Unternehmen ist, den Einsatz neuer Speicherressourcen zu planen und zu verwalten, statt nur stumpf ein TByte nach dem anderen irgendwie in die Infrastruktur zu stopfen.

Ihr Andreas Stolzenberger

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