Lazy Friday: Der Wecker – ein Folterinstrument der Neuzeit:
Stromstoß statt Klingeling: Die zehn fiesesten Wachmacher für Schlafmützen
IT-Fachleute sind bekanntlich bis in die Puppen im Büro und kümmern sich hingebungsvoll um Rechner und Datenbestände, die dumme Benutzer tagsüber ruiniert haben. Kein Wunder, dass der eine oder andere dann morgens den Ruf seines Weckers überhört. Nicht aber, wenn das fiese Teil den Weckruf mit einem Stromstoß untermauert oder ihn aus dem Bett katapultiert. Hier die übelsten Exemplare dieser Kategorie von Folterinstrumenten.
Derzeit fällt das Aufstehen besonders schwer. Denn die noch andauernde Winterschlafphase geht mit der sanft aufkeimenden Frühjahrsmüdigkeit einen hinterhältigen Pakt ein. Von wegen »Morgenstund hat Gold im Mund« oder »frisch, fromm, fröhlich, frei«. Lieber dem Rassel- oder Piepsding namens Wecker einen Hieb verpassen und noch ein, zwei oder 85 Minütchen weiter schlummern. In diesem Fall helfen nur härtere Maßnahmen, respektive Weckutensilien.
Platz 11. Schumi lässt grüßen
Derzeit macht unser einstiger Formel-1-Heroe Michael Schuhmacher ja vorzugsweise durch spektakuläre »Abflüge« bei Motorradrennen von sich reden. Für ihn und andere Automobilisten ist der Formel-1-Wecker [1] das Richtige, mit Ferrari-Sound und Original-Bremsgeräuschen. Bedient wird er stilecht über zwei Pedale.
Mit dem Sound von Formel-1-Motoren, aber leider ohne Crash-Geräusche: der Wecker für Automobilisten.
Abzüge seitens unserer Jury gab es, weil wir den lieblichen Klang von knirschendem Blech und splitternden Scheiben vermissten. Denn erst diese Geräusche würden einen Auto-Freak hochschrecken lassen.
Platz 10. Clocky läuft davon
Effiziente Wecksysteme schaffen es, den User zum Verlassen des warmen, kuscheligen Bettes zu zwingen. Noch besser sind Systeme, die parallel dazu den menschlichen Jagdtrieb anregen. So wie Clocky [2] (rund 53 Euro).
Der nette Clocky hat eine hässliche Seite: Er läuft davon und versteckt sich!
Sobald der Alarm startet, springt dieses Teufelsgerät vom Nachttisch, rollt kreuz und quer durch das Schlafzimmer und versteckt sich in irgendeiner Ecke.
Auf einen Spitzenplatz schaffte es Clocky dennoch nicht: Denn nach 30 Sekunden bleibt er stehen und lässt sich dann auf einfachste Weise einfangen und zum Schweigen bringen – wenn er sich nicht gerade unters Bett geflüchtet hat.
Platz 9. Vorsicht, die fliegenden Wecker greifen an!
Eine interessante Variante von Clocky ist ein flugfähiges Modell [3]. Es befördert ein Fluggerät in die Lüfte, das sich dann im Schlafzimmer ein lauschiges Landeplätzchen sucht.
Bei diesem Modell entfleucht das flugfähige Teil. Es muss wiedergefunden und wieder in die Basisstation eingesteckt werden, sonst trötet der Wecker endlos weiter.
Das wiederum bedeutet: Raus aus dem Bett, den kleinen Racker ausfindig machen und wieder in die Startvorrichtung stecken. Sonst ist es aus mit der Vormittagsruhe. Vor allem dann, wenn es das Flugteil bis auf den Kleiderschrank – oder gar dahinter – schafft, dürfte Freude aufkommen. Etwas kindisch, das Ganze, aber effizient, so unsere Jury.
Wer lieber eine zeitgemäße Flugvorrichtung haben möchte, greift zum Raketen-Wecker [4] (an die 30 Euro). Er funktioniert nach demselben Prinzip, nur hat die Rakete eine höhere Reichweite. Damit eignet sich dieses Modell beispielsweise für Schlafsäle und das 40-Quadratmeter-Einzimmerappartment.
Platz 8. Mit Sport in den Tag: Der Bodybuilder-Wecker
Keine Lust, spät am Morgen, also gegen 5 Uhr, mit dem Frühmorgen-Krafttraining zu beginnen? Na, dann muss eben der Hantel-Wecker [5] her (rund 30 Euro).
Leider nur mit Mini-Gewichten zu haben: der Hantel-Wecker für Sportive.
Dieses Utensil verwendet zwei Techniken, um Menschen zu quälen: Zunächst ertönt ein durchdringender Jaul-Ton, um den Schläfer aus einen süßen Träumen in die grausame Realität zu befördern.
Anschließend jault der Hantel-Wecker weiter – bis der User 30 Armbeugen mit der Hantel gemacht hat. Eine Topp-Idee für alle, die »eigentlich« etwas für ihren schlappen Body tun wollen aber aus irgendwelchen extrem wichtigen Gründen nie dazu kommen.
Unsere Einschätzung: Eine ausbaufähige Idee von geradezu sittlichem Nährwert. Allerdings gibt es den Hantel-Wecker unseren Recherchen zufolge leider nicht in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Ein 10-Kilo-Hantelchen würde die Motivation deutlich erhöhen, schnellstmöglich etwas für den Bizeps zu tun.
Platz 7. Für Zielsichere: Der Wilhelm-Tell-Wecker
Nein, bei diesem Exemplar [6] geht nicht darum, das lärmende Gerät mithilfe einer Schusswaffe vom Nachttisch zu fegen. Das würde die Kosten doch erheblich in die Höhe treiben, weil an jedem Tag ein neue Wecker fällig ist.
Ins Schwarze treffen, oder verrückt werden: Dieses Modell erfordert eine zielsichere Laser-Schusshand, um den Alarm abzustellen.
Der umweltbewusste Mümmelmann greift zum System mit Laserzielscheibe. Das Funktionsprinzip ist einfach: Tröööt, Kreiissch, Tröööt. Schnell zum Laser-Pointer greifen, exakt die Mitte der Zielscheibe anvisieren, abdrücken – und es herrscht wieder Ruhe.
Leider ist das auch der größte Schwachpunkt dieses Ansatzes: Personen mit entsprechendem Zielwasser (oder genügend Training) stellen den Wilhelm-Tell-Wecker nach Sekunden ruhig und schlafen weiter.
Zu empfehlen ist dieses Gerät jedoch für Menschen, die sich gerne Alkoholexzessen hingeben und am »Morgen danach« mit Zitterhänden und Betonkopf aufwachen. Die befördert das Kleinod schnellstens in die Welt der Lebenden zurück.
Platz 6. Energie pur: Stromstöße fördern das Aufwachen
Die Shocking Clock [7] (rund 20 Euro) sieht auf den ersten Blick harmlos aus: Ein Standard-Weckergehäuse mit einem etwas schrillen Ziffernblatt. »Na und?« mag jetzt so manche Schlafmütze denken.
Die Shocking-Clock untermalt ihre morgendliches Gerassel mit einem aufmunternden Stromschlag.
Doch die inneren Werte des Geräts haben es in sich. Denn die Shocking Clock unterstützt das Wachwerden durch einen Stromschlag, sobald der Benutzer den Wecker ausstellt. Was kann es Schöneres geben, als derart energiegeladen in den Tag zu starten?
Doch auch bei diesem Utensil fanden wir ein Haar in der Suppe: Die zwei AAA-Batterien, mit denen der Schocker betrieben wird, reichen bestenfalls für kleinere Stromstöße aus. Die Entwickler sollten vielleicht über ein Modell für Hardcore-Schläfer nachdenken, das zumindest mit einer Autobatterie gekoppelt werden kann.
Platz 5: Mach Deine Freunde zu Weckern
Auch ein Weckinstrument sollte die zwischenmenschliche Kommunikation fördern. Dieser Auffassung ist zumindest die Designerin Alice Wang. Deshalb hat sie Tyrant [8] konzipiert.
Das Fatale bei diesem Instrument des Teufels beziehungsweise einer Teufelin: Es wird mit dem Mobiltelefon der Schlafmütze gekoppelt. Zur eingestellten Weckzeit ruft es irgendjemanden an, dessen Nummer im Adressbuch des Handys gespeichert ist. Und zwar alle drei Minuten jemand anderen.
Die Freunde, Geschäftspartner et cetera rufen natürlich zurück und holen ihrerseits den Besitzer eines Tyrant aus dem Land der Träume. Wer dieses Weckverfahren einsetzt, dürfte sich allerdings innerhalb kürzester Zeit viele Freunde machen, vor allem dann, wenn er ein Frühaufsteher ist oder sich die Nummern von Bekannte und Freunden aus Asien oder Nordamerika im Telefon befinden. Die freuen sich besonders, wenn sie gegen zwei Uhr Ortszeit als Weckdienst missbraucht werden .
Eine tolle Idee, daher ein solider Platz im Mittelfeld!
Platz 4. Frühsport für das Gehirn: der Puzzle-Wecker
Was kann es Schlimmeres geben, als quasi aus dem Schlummer heraus zum Denken gezwungen zu werden? Das dachte sich der Erfinder des Puzzle-Weckers [9] (an die 100 Dollar).
Wie bei vielen unserer Höllenmaschinen kommen auch bei diesem Meisterwerk zwei Verfahren zum Einsatz. Sobald die unsägliche Aufstehzeit gekommen ist, schießt der Wecker vier Puzzle-Teilchen durch den Raum und beginnt zu tröten.
Besonders fieses Teil: Der Puzzle-Wecker verstreut die Teilchen im ganzen Zimmer. Nur wenn gefunden und dann auch noch richtig zusammengesetzt werden, hört er auf zu jaulen.
Aufgabe eins für den armen »User«: Raus aus den Federn und die im Zimmer verstreuten Teile einsammeln. Aufgabe zwei: Die Puzzle-Elemente richtig in den Wecker einpassen, sonst trötet dieser weiter.
Fazit: Nach unseren Erfahrungen ein höchst wirkungsvolles Instrument, das den Benutzer allerdings leicht zu aggressiven Handlungen verleiten kann. Etwa dann, wenn er eines der Puzzle-Teilchen nicht mehr findet.
Gerüchten zufolge arbeitet der Hersteller an einer Version, die auf dem Rubik-Würfel beruht und daher erheblich mehr Denkarbeit erfordert, um das Gerät ruhigzustellen. Die Kollegen von Engadget [10] haben bereits einen Prototypen geortet.
Platz 3. Zum Duft von Lavendel und Toastbrot aufwachen
Kein schrilles Pfeifen, Tröten, Klingeln – oder gar ein Ständchen von den Wildecker Herzbuben als Wachmacher. Stattdessen umschmeichelt der Wohlgeruch von Jasmin, Lavendel und frisch geröstetem Toastbrot die Nase und lässt einen sanft in den jungen Tag hinüber gleiten.
Beim Aroma-Wecker empfiehlt sich bei Langschläfern der Einsatz von speziellen
Einen solchen »Ich-hab-die-ganze-Welt-lieb«-Start am Morgen soll der Aroma-Therapie-Wecker [11] von Osim Nioi sicherstellen. Er lässt sich mit bis zu drei Duftkapseln ausstatten, die automatisch zu dem Zeitpunkt aktiviert werden, den der Benutzer eingibt.
Ein netter Versuch, aber leider dürfte das Gerät damit nicht für hartgesottene Schlafprofis taugen. Denn die lassen sich von Lavendel und Flieder garantiert nicht beeindrucken, sondern fühlen sich dann vielmehr im Bettchen besonders wohl.
Unser Vorschlag: Jasmin und Lavendel auf den Müll werfen und gegen nachhaltigere Düfte austauschen, etwa den von ungewaschenen Socken, abgestandenem Zigarettenrauch, den Hinterlassenschaften von Hunden auf dem Gehweg oder von Salmiak-Haushaltsreinigern. Aber selbst das dürfte den einen oder anderen gestandenen Junggesellen nicht aus der Fassung bringen.
Trotzdem Platz 3 für diesen originellen Ansatz.
Platz 2. Hoch, höher, noch höher: Der hängende Wecker
Als eines der perfidesten Instrumente entpuppte sich während unseres Testlaufs der hängende Wecker [12] (rund 30 Euro). Dieses Exemplar wird, wie das Bild zeigt, an einer Schnur an der Decke befestigt. Das Fiese an diesem System: Es lässt sich zwar durch einen kräftigen Schlag in den Schlummermodus versetzen.
Dieses Exemplar hangelt sich die Leinehoch, wenn der böse Schläfer nicht endlich aufsteht.
Doch nach fünf Minuten meldet sich das Gerät erneut zu Wort: blinkend, jaulend. Und es klettert an der Schnur 30 Zentimeter nach oben, und das jedes Mal, wenn der »Snooze«-Knopf gedrückt wird. Das heißt: Wer den Quälgeist zum Verstummen bringen möchte, muss sich immer höher aus dem Bett quälen. Ein hoch effizientes Konzept!
Die einzigen Schwachpunkte: Der irritierte Langschläfer könnte sich versucht fühlen, das System herunterzureißen. Dann wäre Ruhe im Karton – für immer.
Unsere Nummer 1: Das pressluftbetriebene Rüttelbett
Um einen Wecker auszutricksen, gibt es viele Methoden, von einfach ausstellen über Ohropax bis hin zu das Gerät einfach an die Wand werfen. Auch die bereits geschilderten Apparaturen verhelfen nicht immer zum gewünschten Erfolg.
Der eindeutige Sieger: Das Wecker-Bett wirft den Faulpelz heraus, wenn der nicht schnell genug das Weite sucht.
Daher hier unser Tipp: Das ganze Bett zum Wecker umfunktionieren. Dieses Modell [13] wurde für besonders hartgesottene Schlafmützen erfunden und animiert den Schläfer auf drastische Weise zum Aufstehen. Keine Sorge, dazu müssen Sie weder heiraten noch sich einen Bullterrier anschaffen, der Ihnen die Decke wegzieht und sie zwingt, mit ihm zum Gassi zu gehen.
Ein findiger Amerikaner hat die Liegestatt einfach mit Hubkolben versehen, die wiederum mit Pressluftflaschen verbunden sind. Gesteuert wird alles über einen Computer.
Wie der Werbe-Spot zeigt, ist der Aufweck-Erfolg durchschlagend. Selbst wer nach einem zünftigen Junggesellen- oder Poker-Abend seinen Rausch ausschläft, dürfte angesichts solcher Rüttelbewegungen aus dem Reich der Träume hinaus katapultiert werden.
Leider ist der »größte Wecker der Welt«, wie ihn sein Erfinder bescheiden tituliert, noch nicht in Serie gegangen. Interessant wäre vor allem, ein Modell auf Basis eines Wasserbetts zu testen, Stichwort »Seekrankheit am Morgen«.
In eine ähnliche Richtung zielt ein Mammutwecker aus Japan [14]. Allerdings ist diese Konstruktion, wie das Video belegt, extrem aufwändig und lässt eine gewisse Alltagstauglichkeit vermissen.
[1] http://www.youtube.com/watch?v=rEUmqnBpzxw
[2] http://www.echt-wahnsinn.de/direktindex.html?http://www.echt-wahnsinn.de/Clocky.html~inhalt
[3] http://www.thinkgeek.com/homeoffice/lights/9171/
[4] http://www.flametoys.de/-Raketen-Wecker-Rocket-Lau_detail_185_145.html
[5] http://www.flametoys.de/Hantel-Wecker_detail_359_145.html
[6] http://www.flametoys.de/Wecker-mit-Laserzielscheibe_detail_270_145_SESS-30fb3ccap26fmnh1h3och2pe17.html
[7] http://www.flametoys.de/Shocking-Clock_detail_24_145.html
[8] http://www.alice-wang.com/product.php?pd_id=3
[9] http://www.bimbambanana.com/index.php?p=Puzzle_gadgets&side=visProd&prod_id=21
[10] http://de.engadget.com/2009/02/17/wecker-kalender-und-thermometer-im-zauberwurfel-design-rubik-i/
[11] http://www.hardwaresphere.com/2008/08/10/osim-nioi-aroma-therapy-alarm-clock-concept/
[12] http://www.monsterzeug.de/products/Nuetzliches-Zeug/Haengender-Wecker.html?products_id=223
[13] http://www.urlesque.com/2009/02/20/crazy-alarm-clock-bed-shakes-you-awake/
[14] http://www.noob.us/entertainment/crazy-japanese-alarm-clock-domino-effect/
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