Techniktrends 2009:
IBM: Fünf Innovationen und ihr Einfluss auf die Zukunft

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

02.01.2009

Zum dritten Mal in Folge stellt IBM die »Next Five in Five« vor: Fünf Entwicklungen, die in den kommenden fünf Jahre die Art und Weise verändern könnten, wie Menschen arbeiten und leben.

Energie aus Asphalt, Hausfassaden, Fenstern und Farbe

Solarzellen sind groß, teuer und nicht für jedermann sinnvoll. In fünf Jahren könnten Solarzellen nicht mehr nur auf Häuserdächern und in Solarparks Energie liefern, sondern praktisch überall – eingebettet in Asphalt, Hausfassaden, Fenstern oder Farbe.

Nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf Straßen, Geräten und der Kleidung lassen sich Solarzellen unterbringen.

Möglich wird das durch extrem dünne und flexible Solarplatten – 100 Mal dünner als herkömmliche Photovoltaik-Module auf Basis von Silizium. Solche Platten können »gedruckt« werden und sind so flexibel, dass sie sich auf beliebig geformten Oberflächen aufbringen lassen, etwa auf Notebooks, Mobiltelefonen, Autos und sogar Kleidung.

Gesundheit aus der Kristallkugel

Fast jeder Mensch hat ein Laster. Und fast jeder Mensch hat dabei ein schlechtes Gewissen. Das lässt sich ändern.

Mithilfe einer neuen und kostengünstigen Genanalyse kann künftig jeder Mensch für sich selbst herausfinden, für welche Krankheiten er besonders anfällig ist und dementsprechend seinen Lebensstil anpassen. Jeder Arzt kann somit einen Blick in die »Glaskugel« des Patienten werfen und ihm entsprechende Möglichkeiten zur Prävention vorschlagen.

Eine Gen-Analyse für 200 Dollar wird jedermann Hinweise darauf geben, wie er sein Leben führen sollte, um bestimmte Erkrankungen zu vermeiden.

Vergleichbare Genanalysen gibt es zwar bereits, allerdings sind diese noch kompliziert und teuer. Das von IBM [1]entwickelte Verfahren kostet weniger als 200 Dollar und ist somit für viele Menschen erschwinglich.

Das Internet aus dem Lautsprecher

Die eine Hand am Deckel, die andere am Topf, das Notebook auf dem Küchentisch – und trotzdem im Internet unterwegs. Das Netz wird kommunikativ, ohne Tastatur und ohne Maus, mit Sprache und nicht mit Text.

Neue Formen des Internet-Zugangs, etwa auf Basis von Spracheingabe, werden den Zugang zum Web vereinfachen.

In Zukunft werden Menschen mit dem Internet sprechen, und das Internet wird antworten. Diese neue Technologie wird die Art und Weise, wie Menschen Inhalte im Internet gestalten und abrufen, drastisch verändern. Und sie wird Menschen den Zugang zum Internet ermöglichen, die weder lesen noch schreiben können oder blind sind.

In naher Zukunft werden zudem auch Menschen ohne PC und ohne Zugang zum Internet über so genannte Voice Sites in der Lage sein, die Möglichkeiten und Vorteile des Internets auszuschöpfen, indem sie einfach zum Telefonhörer greifen.

Der Einkaufsassistent in der Umkleidekabine

Die meisten Menschen kennen das: Man wühlt sich im Bekleidungsgeschäft durch Berge von Kleidung, und wenn man glaubt, die richtigen Teile mit in die Umkleidekabine genommen zu haben, zeigt der Blick in den Spiegel das genaue Gegenteil.

Über einen Touchscreen stellt sich der Kunde seine Kleidung zusammen und lässt sich die entsprechenden Modelle indie Umkleidekabine bringen.

Durch einen Touchscreen in der Umkleidekabine und einen digitalen Einkaufsassistenten kann der Kunde in Zukunft wirklich König sein und sich die passende Größe, eine andere Farbe oder das passende Accessoire zu seinem gewählten Outfit direkt in die Kabine bringen lassen.

Und wer von seinem gewählten Outfit noch nicht 100-prozentig überzeugt ist, macht in der Kabine ein paar Fotos, verschickt sie per E-Mail oder SMS und lässt Freunde oder die Familie mit entscheiden.

Vor allem für Männer, für die das Shopping mit Frau oder Freundin bekanntlich ein Horror ist, dürfte diese Technik eine Wohltat sein.

Erinnerungen aus dem PC

Notizzettel nerven, Vergesslichkeit ist aber noch stressiger. In den kommenden fünf Jahren wird es viel leichter sein, sich an die Einkaufsliste, den Namen der neuen Kollegin, Verabredungen mit Freunden oder die Marke des Fernsehers aus der TV-Werbung zu erinnern.

Mikrofone und Kameras zeichnen alle Erlebnisse eines Tages auf und speichern sie automatisch auf dem Smartphone oder PC. Durch die Analyse der Daten kann sich jeder anschließend besser an Personen, Orte, Aufgaben und die kleinen Details des Alltags erinnern.

Eine Erinnerungsfunktion sorgt dafür, dass bestimmte Informationen wieder ins Gedächtnis zurückgerufen werden, etwa ein Gespräch mit dem Arzt oder ein Versprechen an den Partner.

Merkzettel ade: Elektronische Helferchen wie Mobiltelefone übernehmen seine Rolle.

Telefone mit GPS-Technologie erinnern dann an den Einkauf, wenn der User an einem Lebensmittelladen vorbei kommt oder machen vor der Apotheke auf das Arzneimittel-Rezept aufmerksam, das für die Großmutter eingelöst werden soll.

Eine ausführliche Beschreibung der »Next Five in Five« gibt es als Video in englischer Sprache auf Youtube: http://de.youtube.com/watch?v=86RpIwNTGvI [2]

[1] http://www.ibm.de
[2] http://de.youtube.com/watch?v=86RpIwNTGvI