Lazy Friday: Gadgets für Haustiere:
Auch der Hamster will seine Harley

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Bernd Reder

24.10.2008

Können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, dass sich Ihre Schmusekatze zu Hause zu Tode langweilt, wenn Sie im Büro sind? Oder dass ihr Hamsterchen im wahrsten Sinne des Wortes am – oder besser im – Rad dreht? Fürsorgliche Haustierbesitzer halten ihre lieben Kleinen geistig und körperlich fit, mit dem Laufband für das Hundchen etwa, oder der Harley für den Hamster.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 8)

Fliegen ohne Risiko

Wer einen Papagei oder anderes Vögelchen sein eigen nennt, ist hin und her gerissen: Einerseits täte es dem kleinen Liebling hin und wieder gut, in der Wohnung herumzuflattern. Das stählt die Muskeln und bessert die Laune.

Schnell die dezent-blaue Windel anlegen, und schon kann der Piepmatz seine Runden drehen, auch in Küche und Wohnzimmer.

Andererseits ist es ziemlich aufwändig, dem Flattermann beizubringen, im Fall des Falles die Vogel-Toilette zu benutzen – und nicht den Küchentisch oder den LCD-Fernseher. Abhilfe schafft die Vogelwindel [1]. Sie ist in lustigen Regenbogenfarben zu haben, passend zum Gefieder. Dennoch hindert sie den kleinen Lauser nicht an seinen Höhenflügen.

Wie Sie Ihren Liebling nach der Flugstunde wieder vom Schrank herunter und in den Käfig kriegen, ist dann allerdings Ihre Sache.

Easy Rider für den Hamster

Die Zeiten, da man den kleinen Nager mit einem ordinären Hamsterrad im Käfig zufriedenstellen konnte, sind vorbei. Auch Mrs. und Mr. Critter haben ein Recht auf Freiheit, Abenteuer und einen gehobenen Lebensstil.

Entweder das Bike ...

Motorradfans spendieren ihrem Hamster daher einen Critter Chopper [2] – für umgerechnet rund 22 Euro.

Nun ist »Easy Rider« nicht jedermanns – oder jederhamsters – Sache. Exemplare, die das kultivierte Ausfahren mit einem Sportwagen bevorzugen, greifen zum Critter Cruiser [3]. Den gibt es bereits ab 14 Euro. Dafür erhält man allerdings nur die Volkswagen-Version.

... oder den schicken Sportwagen für den Hamster.

Wie es in der Praxis aussieht, wenn ein Hamster mit seinem Sportwagen ausfährt, zeigt übrigens dieses Video [4] auf Youtube.

Auch Miezekätzchen brauchen Entspannung

Der Tagesablauf einer Hauskatze ist superstressig: Kaum hat sie/mann ein Singvögelchen zur Strecke gebracht, ist es bereits wieder an der Zeit, die Topfpflanzen zu malträtieren, um anschließend die täglichen Kletterübungen am Kirschholzschränkchen oder den Seidenvorhängen vorzunehmen.

Kein Wunder, dass der kleine Racker anschließend ein Päuschen braucht. Dann ist das Katzen-Spa [5] genau das Richtige. Es bringt die Mieze wieder in Topform, mithilfe eines Akupressur-Polsters, eines Zahnfleisch-Stimulators und nicht zuletzt »einer Wellenmassage-Einheit mit körperstreichelnden Massagebürsten«, so der Werbetext. Kostenpunkt: rund 24 Euro.

Fein, und jetzt kommen die Tapeten dran, und dann war da noch das Aquarium, oder?

Wenn wieder einmal Hundewetter herrscht …

Jetzt beginnt bekanntlich die Jahreszeit, in der sich zeigt, welchem Lager ein Hundebesitzer angehört: dem der Weicheier und dem der Hardcore-Doggies. Letzere sind mit ihren Lieblingen sogar bei Sprühregen, Wind oder gar leichtem Schneefall draußen unterwegs. Erstere schaffen es gerade einmal bis zur Wohnungstür und lassen Wuffi dann seine Runde lieber alleine drehen.

Fast wie bei Frauchen oder Herrchen: Auch Wuffis können sich mit einemLaufband fit halten.

Das ist natürlich ungerecht. Um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, sollten Weicheier daher zumindest einen Dog Walker [6] anschaffen: Bello oder Fiffi einfach auf das Laufband stellen, die Leine befestigen, einschalten – fertig.

Natürlich sollte bei der Wahl der Geschwindigkeit des Laufbands der Fitnesszustand des Hundchens berücksichtigt werden. Nicht dass sich der Kleine stranguliert, wenn es allzu flott dahin geht.

Und für große Hunde bietet sich als Alternative das Laufband im Fitness-Center an. Dort können sie gemeinsam mit Frauchen/Herrchen um die Wette hecheln.

Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem »Wuff«

Doch auch, wenn Hund oder Herrchen das Laufband nicht zusagt, muss der Ausgang des Vierbeiners deshalb noch lange nicht gestrichen werden: Als praktischer Ausweg bietet sich hier zum Beispiel an, den kleinen Wolfsnachfahren einfach mit einem GPS-Halsband auszustatten. So kann Wastl getrost seine Runden drehen und das Herrchen weiß dennoch immer genau, wo er ist.

Auch wenn diese Methode genaueste Informationen über den Aufenthalt des Hundes liefert, so entbindet sie einen doch nicht davon, ihn notfalls am gemeldeten Punkt abzuholen. Wem auch das auf die Dauer zu nervig ist, der hat eigentlich nur noch eine Chance: Der Dackel braucht sein eigenes Handy.

Mit dem Mobiltelefon von Pets Mobility [7] ist der Hund jederzeit erreichbar und kann zurückgepfiffen werden – falls er nicht gerade ein Rendezvous hat und die Brabbelkiste einfach abgestellt. Warum Katzen das Telefon nicht bedienen können, ist noch nicht geklärt.

Ein Dunking wie der große Dirk

Nur im Käfig zu sitzen und herumzutschilpen, geht mit der Zeit dem langmütigsten Kanarienvogel auf den Keks. Ab und zu täte ein bisschen Bewegung gut, vielleicht sogar ein kleines Match gegen den Käfiggenossen.

Dann nichts wie her mit dem Basketball-Set [8] für rund 18 Dollar. Ihre Vögelchen werden es Ihnen danken und nach kurzem Training die Bälle wie Dirk Nowitzki im Korb versenken.

In jedem Fisch steckt ein »Schweini«

Viele Aquarien stehen im Wohnzimmer – eigentlich ein Skandal. Denn für die Insassen dieser Glaströge muss es deprimierend sein, wenn sie die Ballkünste von Cristiano Ronaldo, Schweini, Poldi oder Ballack nur im Fernseher bewundern dürfen, statt selbst einmal Flankengott spielen zu dürfen.

Auch ein Goldfisch kann dribbeln wie ein Ribéry oder Diego.

Selbst ist der Fisch, heißt die Devise. Mit der R2 Fish School [9] haben nun auch Guppys und Goldfische die Möglichkeit, eine Karriere als Fußballstar zu starten. Mithilfe eines ausgefeilten Trainingsprogrammes lernen sie, wie Franck Ribéry zu dribbeln und die Bälle im Netz zu versenken wie Britanniens Wayne Rooney.

Da für Hochleistungsathleten aus sportmedizinischer Sicht ein Ausgleichssport wichtig ist, können sich die Fischlein auch als Basketballer oder beim Rugby versuchen. Welche Tricks ein Goldfisch drauf hat, ist übrigens in diesem Video [10] zu sehen.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Nein, nicht nur die Zwei- auch die Vierbeiner wollen ab und an etwas Zärtlichkeit und sexuelle Be(s)tätigung. Doch was, wenn Nachbars Pudelin gerade nicht rollig ist und einem der eigene Vierbeiner deshalb schon sabbernd das ganze Hosenbein weggerubbelt hat?

Abhilfe in höchster Not verspricht – ganz ähnlich wie beim besten Freund Hundes – eine Gummipuppe namens Hotdoll [11]. Und schon ist auch Fiffi gleich wieder ganz entspannt…

Auch Hamster können Akten verarbeiten

Ihr herzloser Chef verbietet Ihnen, Ihren süßen Nager mit ins Büro zu nehmen? Das kann nicht sein! Bei einer Lebenszeit von etwa zwei Jahren ist doch jede Sekunde wertvoll, die mit dem Kleinen verbringen. Da müssen also überzeugende Argumente her, damit der Liebling nicht alleine zu Hause leiden muss. Doch wie lässt sich die Anwesenheit von »Goldi« im Büro am besten in eine Win-Win Situation verpacken?

Diese Frage stellte sich auch Tom Ballhatchet [12] - und entwickelte kurzerhand die alte Hamster-Glühbirne-Idee weiter. Heraus kam der Hamster Shredder. Angeblich können Hamster damit sogar wesentlich schneller Akten bearbeiten als der durchschnittliche Beamte, und das bei einer vergleichbaren Fehlerquote.

Bubbles Sauerstoffzelt

Nach so vielen aufregenden Spielereien und Spinnereien sind Mensch und Tier natürlich ganz geschafft und brauchen dringend Erholung – gerade dann, wenn es sich um etwas ältere Semester handelt. Schon der Ex-King of Pop Michael Jackson und sein Affe Bubbles wussten: Nichts regeneriert besser als ein gemütliches Stündchen im Sauerstoffzelt. Also, ab in die Kiste und erstmal ordentlich durchatmen!

Warnung: Es wird davon abgeraten, auch dem Vierbeiner seine Ruhepause mit einem iPod zu versüßen. Laut einer umfrage von Petplan [13] passieren die meisten Hunde-Unfälle im Haushalt mit dem iPod: Satte 15 Prozent der verletzten Hunde hatten einen Kopfhörer verschluckt oder ähnliche Gerätschaften.

[1] http://gadgetnation.net/store/index.php/component/option,com_virtuemart/Itemid,1/flypage,shop.flypage/page,shop.product_details/product_id,51/vmcchk,1/
[2] http://www.petmarque.com/small-animals-petproducts-details/22/Small-Animals/59/Cages-&-Accessories/199/Exercise-Wheels/1/986/Critter-Chopper/
[3] http://www.petplanet.co.uk/product.asp?dept_id=446&pf_id=5380
[4] http://www.youtube.com/watch?v=sG2et4QRZ4I
[5] http://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenspielzeug/kratzspielzeug/37391
[6] http://www.gadgets-reviews.com/index.php?page=post_new&id=3220
[7] http://www.petsmobility.com/
[8] http://www.birdsupplies.com/ProductDetails.asp?ProductCode=NAT+24304
[9] http://www.r2fishschool.com/
[10] http://www.youtube.com/watch?v=buQKZOaB6cY&eurl=http://www.r2fishschool.com/
[11] http://www.feeladdicted.com/feeladdictedv3.html
[12] http://www.tomballhatchet.com/hamstershredder.html
[13] http://www.gopetplan.com