Sicherheitslücke im Internet Explorer:
Hacker nutzen Sicherheitsloch im Internet Explorer aus

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

19.01.2010

Die gefährliche Lücke in Microsofts Browser »Internet Explorer« wurde publik gemacht. Wie zu erwarten, sind die ersten Hacker-Tools aufgetaucht, mit denen sich entsprechende Angriffe auf Rechner durchführen lassen. Microsoft hat daher Tipps veröffentlicht, um das Risiko für PC-Nutzer zu verringern.

Wie gemeldet (siehe Loch im Internet Explorer … [1]), wurden Mitte Dezember High-Tech-Firmen, darunter Adobe, Google und Juniper-Networks, gezielt von Hackern angegriffen. Diese bedienten sich einer bis dahin unbekannten Sicherheitslücke in Microsofts [2] Internet Explorer.

Wer nicht auf den Einsatz des InternetExplorer verzichten kann, sollte zumin-dest die höchste Sicherheitsstufe aktivieren.

Der Code, den die vermutlich in China beheimateten Hacker nutzten, wurde mittlerweile auf der Web-Seite von Wepawet [3] veröffentlicht. Dieser Service hat sich darauf spezialisiert, Malware zu analysieren.

Das hatte allerdings den unerwünschten Nebeneffekt, dass andere Hacker in den Besitz dieser Informationen gelangten. Inzwischen ist mindestens ein Tool in Umlauf, das die Schwachstelle des IE ausnutzt und für den Angriff auf Rechner verwendet werden kann.

Warnung von Microsoft

Auch Microsoft selbst hat eine Warnung vor der Sicherheitslücke veröffentlicht. In der Sicherheitsempfehlung 979352 [4] hat das Unternehmen Details zu dem Problem zusammengefasst. Demnach sind unter anderem Rechner unter Windows XP, Vista, Windows 7 und Windows Server 2003, 2008 und 2008 R2 gefährdet, auf denen die IE-Versionen 7 und 8 laufen.

»Die Sicherheitsanfälligkeit beruht auf einem ungültigen Zeigerverweis in Internet Explorer. Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich, auf den ungültigen Zeigeverweis zuzugreifen, nachdem ein Objekt gelöscht worden ist. Wenn bei einem speziell gestalteten Angriff Internet Explorer versucht, auf ein freigegebenes Objekt zuzugreifen, kann dies die Remote-Code-Ausführung ermöglichen«, schreibt Microsoft in dem Security-Bulletin.

Gegenmaßnahmen

Allerdings seien bislang noch keine Angriffe bekannt geworden, bei denen die Lücke eine Rolle gespielt habe, so Microsoft weiter. Trotzdem empfiehlt das Unternehmen Nutzern von Windows und Internet Explorer folgende schadensbegrenzende Maßnahmen:

• Den IE unter Windows Vista und Windows 7 nur im geschützten Modus betreiben. Das verringere »die Auswirkungen der Sicherheitsanfälligkeit«;

• den IE-Nutzer vom Besuch von Web-Seiten abhalten, auf denen Angreifer Schadcode hinterlegt haben, der das Loch ausnutzt. Wie das umgesetzt werden soll, schreibt Microsoft nicht. Wichtig ist jedoch, dass Unternehmen einen wirksamen Schutz vor Spam-E-Mails und Phishing-Nachrichten installieren sowie URL-Filter einsetzen;

Auch die aktuelle Version 8 des Internet Explorer weist die Lücke auf.

• laut Microsoft kann sich ein Angreifer, der die Lücke erfolgreich ausnutzt, dieselben Nutzerrechte verschaffen wie der rechtmäßige User eines Rechners. Daher sollten Windows-Nutzer nicht über Administratorrechte verfügen, wie das häufig der Fall ist;

• bei Windows Server 2003 und 2008 wird der IE laut Microsoft standardmäßig in einem eingeschränkten Modus verwendet. Dadurch wird die Sicherheitsstufe für die Internet-Zone auf »Hoch« gesetzt. Dies sei ein schadensbegrenzender Faktor für Web-Sites, die nicht zu den vertrauenswürdigen Sites von Internet Explorer hinzugefügt worden seien.

• User sollten tunlichst vermeiden, Links anzuklicken, die in einer E-Mail enthalten sind. Dadurch können sie auf eine Malware-verseuchte Internet-Seite gelotst werden.

Ein weiteres Gegenmittel führt Microsoft begreiflicher Weise nicht auf: Statt des Internet Explorer einen anderen Web-Browser verwenden, etwa Firefox, Apple Safari oder Google Chrome.

Nach Informationen der Sicherheitsfirma McAfee [5], die den Fehler im IE entdeckte, arbeitet Microsoft mit Hochdruck an einem Patch für die Sicherheitslücke. Dieser Software-»Flicken« soll wegen der Brisanz der Schwachstelle sobald wie möglich veröffentlicht werden, nicht im Rahmen des monatlichen Patch-Day.

[1] loch-im-internet-explorer-erlaubte-breit-angelegte-cyber-attacken/
[2] http://www.microsoft.de/
[3] http://wepawet.iseclab.org/view.php?hash=1aea206aa64ebeabb07237f1e2230d0f&type=js
[4] http://www.microsoft.com/germany/technet/sicherheit/empfehlungen/979352.mspx
[5] http://www.mcafee.de/

Verwandte Artikel
Leserkommentare

Die Leserkommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

» Tipp der Redaktion

Bild zu "Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010"

Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010

IT-Riesen wie Microsoft, IBM oder Dell haben längst erkannt, dass Frauen in Führungspositionen gehören. Nachdem wir Ihnen in den vergangenen Woche die weltweit mächstigesten IT-Damen vorgestellt haben, folgen jetzt die deutschen Top IT-Managerinnen 2010 - mit einigen Neuzugängen und Managerinnen die schon seit Jahren ihre »Frau« in der IT stehen.

Bild zu "50 Jahre IFA"

50 Jahre IFA

2010 feiert Berlin die 50. IFA. Seit dem Startschuss zur ersten IFA sind aber fast doppelt so viele Jahre vergangen. Die ersten »Große Deutsche Funk-Ausstellung« hatte bereits 242 Aussteller und 180.000 Besucher auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern. Seither war die IFA Schauplatz für zahlreiche Premieren und Neuvorstellungen, etwa den Startschuss für das Farbfernsehen 1967.

» Top-Stories der Woche

Bild zu "50 Jahre IFA"

50 Jahre IFA

2010 feiert Berlin die 50. IFA. Seit dem Startschuss zur ersten IFA sind aber fast doppelt so viele Jahre vergangen. Die ersten »Große Deutsche Funk-Ausstellung« hatte bereits 242 Aussteller und 180.000 Besucher auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern. Seither war die IFA Schauplatz für zahlreiche Premieren und Neuvorstellungen, etwa den Startschuss für das Farbfernsehen 1967.

Bild zu "Was der 1&1-Werbestar wirklich will"

Was der 1&1-Werbestar wirklich will

Ist er ein Schauspieler, oder ist er »echt«? Seit diesem Frühjahr wirbt Marcell D’Avis als »Leiter Kundenzufriedenheit« in TV-Spots für den Internetprovider 1&1. CRN hat D’Avis getroffen.

» Meistgelesene News

Bild zu "Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010"

Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010

IT-Riesen wie Microsoft, IBM oder Dell haben längst erkannt, dass Frauen in Führungspositionen gehören. Nachdem wir Ihnen in den vergangenen Woche die weltweit mächstigesten IT-Damen vorgestellt haben, folgen jetzt die deutschen Top IT-Managerinnen 2010 - mit einigen Neuzugängen und Managerinnen die schon seit Jahren ihre »Frau« in der IT stehen.

Bild zu "Nokia N8 mit Symbian 3"

Nokia N8 mit Symbian 3

Mit seinem neuen Touchscreen-Smartphone N8 will Nokia endlich Apples iPhone und der wachsenden Andoid-Konkurrenz wieder ernsthaft Paroli bieten. Eine besonders wichtige Rolle kommt daher dem neuen Symbian 3 zu, das die Bedienung per Touchscreen weit besser unterstützt als die Vorgängerversionen.

» Preisvergleich Top 5