Sicherheit: Schadsoftware:
Internet-Wurm »Conficker« wohnt in China
Ein Internet-Service-Provider aus China ist nach Angaben der IT-Security-Organisation Shadowserver weltweit Spitzenreiter, was die Infektion von Rechnern mit dem Wurm Conficker betrifft. An die eine Million Rechner seiner Kunden sind betroffen. Das entspricht 14 Prozent der weltweit infizierten Systeme.
Conficker sei dabei, aus dem Bewusstsein von Internet-Nutzern zu verschwinden, so Shadowserver [1]. Dabei sei der Wurm immer noch höchst lebendig. Die Non-Profit-Organisation sammelt Informationen über aktuelle Sicherheitsbedrohungen wie Malware, Online-Betrug und andere Cyber-Bedrohungen und stellt diese kostenlos zur Verfügung.
Auf hohem Niveau, sprich etwa 7 Millionen Systemen, stagniert die Zahl der Rechner, die mit Conficker infiziert ist.
Nach Angaben von Shadowserver waren im Oktober weltweit rund 7 Millionen Rechner mit Conficker A, B oder C infiziert. Den Vogel schießt ein Internet-Service-Provider in China ab: Auf einer Million der Systeme, die Chinanet betreut, ist der Wurm vorhanden. Damit sind 14 Prozent aller PCs weltweit, auf denen sich der Wurm eingenistet hat.
Bei kleineren ISPs erreicht die Infektionsrate der Kunden-Systeme laut Shadowserver einen Anteil von bis zu 25 Prozent. Die Organisation sieht darin ein massives Problem, zumal die ISPs offenkundig nicht in der Lage oder willens sind, ihren Kunden dabei zu helfen, Infektionen mit dem Wurm zu vermeiden.
Service-Provider warnen ihre Kunden
In den USA sind Internet-Service-Provider mittlerweile dazu übergegangen, ihre Kunden zu warnen, wenn deren Rechner mit Conficker infiziert ist. Welche Systeme beziehungsweise IP-Adressen betroffen sind, können die ISPs mithilfe ihrer Sicherheitssysteme ermitteln. Einige Firmen, wie etwa Comcast, bieten Anwender kostenlos Tools an, mit denen sie den Schädling entfernen können.
Laut Shadowserver beträgt im Netz von Comcast die Zahl der Conficker-infizierten Rechner etwa 0,05 Prozent. Bei AT&T sind es 0,02 Prozent.
In Deutschland sind, bezogen auf die absoluten Zahlen, mit mehr als 36.000 IP-Adressen (entspricht 0,12 Prozent aller Adressen) die meisten Conficker-Systeme im Netz der Telekom zu finden. Die Hoster mit dem höchsten prozentualen Anteil von Rechnern, die von Conficker befallen sind, sind mit jeweils 0,83 Prozent Primacom und BTC, eine Tochter einer bulgarischen Telekommunikationsfirma.
[1] http://www.shadowserver.org/
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