Der Fokus bei Virtualisierung ändert sich:
Gartner-Prognose: Die zehn wichtigsten Technologie-Trends für 2009

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung, Werner Veith

16.10.2008

Die Finanzkrise schlägt auch auf das Wirtschaftswachstum durch. IT-Verantwortliche müssen daher eher mit einem geringern Budget auskommen. Da heißt es auch strategisch zu denken. Gartner nennt nun zehn Kernthemen für IT in 2009.

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Finanzkrise die meisten Unternehmen dazu zwingen wird, ihre Budgets für das nächste Jahr nochmals zu überdenken. Hatten die Experten ursprünglich noch mit einem leichten Wachstum der Finanzmittel der CIOs gerechnet, gehen sie nun in der Mehrzahl der Fälle von einem sinkenden IT-Budget aus. Gerade in solch angespannten Zeiten sollte sehr genau geplant werden: Welche Investitionen können aufgeschoben oder gestrichen werden und welche trotz knapper Mittel langfristig dringend angebracht sind? Die Analysten von Gartner haben dazu zehn Top-Trends identifiziert, die im nächsten Jahr die IT-Landschaft verändern werden und für das Geschäft einen entscheidenden Mehrwert bringen sollen.

Wer seine weltweite IT trotz gekürzter Budgets im Griff behalten will, muss langfristig denken.

1. Virtualisierung

Bei der Virtualisierung verändert sich der Fokus. Bisher lag der Schwerpunkt in erster Linie auf Server-Virtualisierung. Im nächsten Jahr stehen laut Gartner hingegen stärker die Storage- und Endgerätevirtualisierung auf der Tagesordnung. In dieser Hinsicht gibt es bereits ehrgeizige Pläne. Trotzdem werden nach aktuellen Umfragen der Analysten weniger als 40 Prozent der Unternehmen bis 2010 virtuelle Desktops ausrollen.

2. Cloud-Computing

Für das Konzept des Cloud-Computings gibt es derzeit zahlreiche unterschiedliche Definitionen. Gartner sieht hier definitionsübergreifend einen Vorteil von Dienstleistungen über das Web: Vor allem von der Elastizität und Ausbaufähigkeit können auch Mittelständler profitieren.

3. Server jenseits der Blades

Server werden sich in den nächsten Jahren über das hinaus entwickeln, was Blades heute bieten. Diese Evolution wird auch die Zuteilung von Rechnerkapazitäten wesentlich vereinfachen. Dadurch wird es möglich, die Systeme noch effizienter zu nutzen und den Leerlauf weiter zu reduzieren.

4. Web-orientierte Architektur (WOA)

Webzentrische Anwendungen reichen derzeit noch nicht aus, um die Kernanforderungen von Unternehmen zu erfüllen. Dennoch rechnet Gartner damit, dass die weitere Evolution von WOA in den nächsten fünf Jahren einen signifikanten Trend in diese Richtung zeigt.

5. Enterprise-Mashups

Mashups, also kleine Internet-Anwendungen für spezifische Aufgaben, sind nicht mehr nur für Hobby-Programmierer interessant. Unternehmen können damit auf einfache Weise ihre Modelle ergänzen, Anwendungen bereit stellen und verwalten.

6. Spezialisierte Systeme

Appliances sind gut, um einen spezifisches Problembereich zu lösen. Gartner erwartet jedoch, dass Appliances künftig zusehends durch spezialisierte Systeme verdrängt werden. Damit gemeint sind Server, deren Software auf einen einzigen Zweck zugeschnittenen ist.

7. Soziale Software und Netzwerke

Soziale Software von Facebook bis Studivz ist auf dem Vormarsch. Auch Unternehmen sollten auf diesen Trend aufspringen und die eigene Web-Site oder Anwendung um eine soziale Dimension ergänzen.

8. Unified-Communications (UC)

In den nächsten fünf Jahren wird der Wildwuchs bei den Kommunikationssystemen aufhören und die Unternehmen werden sich zunehmend auf einen einzigen Lieferanten verlassen. Es gibt eine starke Konvergenz und Konsolidierung. Unternehmen sollte ihre künftige Kommunikationsstrategie sorgfältig planen und diese Konsolidierung in Rechnung stellen.

9. Business-Intelligence (BI)

BI war laut Gartner die Top-Priorität der CIOs in diesem Jahr. Die Technologie ist deshalb wichtig, weil sie die Geschäftsergebnisse direkt beeinflussen kann. Sie erleichtert sowohl Entscheidern als auch einfachen Sachbearbeitern ihre Arbeit.

10. Green-IT

Energiesparen ist auch im nächsten Jahr angesagt. Die gesetzlichen Vorschriften werden verschärft und die Energiepreise steigen mittelfristig. Grund genug, bei der IT auf die Kostenbremse zu treten.

Mit freundlicher Genehmigung von InformationWeek [1]

[1] http://www.informationweek.de/