Schwarzmarkt für vertrauliche Daten:
So schützen Sie sich vor Angriffen von Innen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Dr. Jakob Jung

20.08.2008

Wie die jüngsten Weitergaben von Nutzerdaten der Telekom und von Lotto Team zeigen, stellen auch die eigenen Mitarbeiter ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar. Es gibt aber Mittel und Wege, sich gegen die Bedrohung von Innen zu schützen.

In solchen Foren werden die entwendeten Daten über Mittelsmänner angeboten. Frustrierte oder geldgierige Angestellte stellen ein steigendes Problem für die IT-Sicherheit dar. Datendiebstahl durch eigene Mitarbeit zeichnet für 16 Prozent der schweren Zwischenfälle verantwortlich, so eine Studie des Identity-Theft-Resource-Centers [1]. Zudem werden Daten, die von Internen gestohlen werden, öfter missbräuchlich verwendet, als wenn externe Hacker zuschlagen.

In solchen Foren werden die entwendeten Daten über Mittelsmänner angeboten.

Die Nachfrage nach vertraulichen Daten ist stark gestiegen. Es gibt mittlerweile einen funktionierenden Schwarzmarkt, auf dem sich gutes Geld verdienen lässt. Somit wird es für einige Mitarbeiter immer verlockender, interne Daten weiterzugeben. Dies ist so auch in den jüngsten Fällen bei einem Callcenter der Telekom und dem Dienstleister Lotto Team geschehen. Die Sicherheitsverantwortlichen stehen diesem Phänomen oft ratlos gegenüber. Sie sind eher gewohnt, ihre Netzwerke in erster Linie gegen Angriffe von Außen abzusichern.

Fünf Schritte zu mehr innerer Sicherheit

Laut den Sicherheitsexperten von Guardium [2] ist es aber möglich, das Problem durch fünf einfache Schritte in den Griff zu bekommen:

1. Legen Sie Policies fest, die den Zugriff auf vertrauliche Daten nur autorisierten Personen erlauben.

2. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter und erklären Sie ihnen, welche Verhaltensweisen erlaubt und welche inakzeptabel sind. Außerdem sollte klargemacht werden, dass Computer ausgeschaltet werden müssen, wenn der Mitarbeiter nicht an seinem Platz ist.

3. Unterstützen Sie Ihre Policies mit technischen Mitteln. Es nützt nicht, wenn man Verhaltensregeln festlegt, die man nicht durchsetzen kann.

4. Legen Sie Überwachungs-Prozesse fest. Hierzu ist unter Umständen Rücksprache mit dem Betriebsrat nötig. Es sollte sichergestellt werden, dass Fehlverhalten dokumentiert werden kann.

5. Sichern Sie sich die Unterstützung der Geschäftsführung. Wenn ein Sicherheitsverantwortlicher keinen Rückhalt hat, kann er auch die Datensicherheit nicht effizient durchsetzen.

Mit freundlicher Genehmigung der Computer Reseller News [3]

[1] http://www.idtheftcenter.org/
[2] http://www.guardium.com/index.php/t1/245/
[3] http://www.crn.de/

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