Home » Panorama
26.03.2009

Was wird aus 16:9?:
EU erweitert Zollaussetzung für 22-Zoll-LCD-Monitore

von Nadine Kasszian

Die EU weitet die Zollaussetzung jetzt auch auf den Import von LCD-Monitoren bis zu einer Größe von 22 Zoll und auf das 16:10-Format aus. Computer-Displays im 16:9-Format müssen weiterhin mit 14 Prozent verzollt werden – das macht das Fernsehformat unattraktiv. Die Hersteller müssen umdenken und reagieren, äußern sich aber noch zurückhaltend.

In Zukunft müssen keine Import- Zölle mehr für 22-Zoll-LCD-Monitore entrichtet werden, auch nicht im 16:10 Format. Einen entsprechenden Vorschlag für eine neue Verordnung hat die EUKommission bereits vorgelegt, als letzter Schritt fehlt nur noch die Veröffentlichung im Amtsblatt. Die IHK empfiehlt Importeuren schon jetzt, Berufung gegen Abgabenbescheide einzulegen, mit Hinweis auf die bevorstehende Verordnung. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird in den nächsten Wochen gerechnet. Die Zollsätze in Höhe von 14 Prozent für LCD-Monitore mit einer Bildschirmdiagonale von bis zu 19 Zoll und einem Bildschirmformat von 4:3 oder 5:4 wurden schon seit 2007 durch eine EU-Verordnung für einen Zeitraum von zwei Jahren vollständig ausgesetzt. Dieser Zeitraum endete am 31. Dezember 2008.

Den Ablauf der Verordnung hat die EU nun für eine Ausweitung des vorübergehenden Zollerlasses genutzt. Der neue Vorschlag der europäischen Kommission würde rückwirkend ab dem 1. Januar 2009 gelten. Die vorangegangene Zollaussetzung soll um zwei Jahre verlängert und auf Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von bis zu 22 Zoll sowie auf die Bildschirmformate 1:1 und 16:10 ausgedehnt werden. Hinzu kommt außerdem eine zweijährige Zollaussetzung bis Ende 2010 für schwarzweiße oder andere einfarbige Monitore mit einer Bildschirmdiagonalen von bis zu 30,5 Zoll und Bildformaten von 1:1, 4:3, 5:4 oder 16:10 und mehr als 1.600 x 1.200 Pixel.

Für das 16:9-Format würden laut Vorschlag jedoch weiterhin Zollabgaben fällig. Endkunden bietet das 16:9-Format die Möglichkeit, ihr Fernsehgerät zum Beispiel durch einen Monitor in FullHD-Auflösung und mit einer DVI-Schnittstelle zu ersetzen. Auf der CeBIT zeigten Hersteller wie BenQ und LG neue 16:9- Bildschirme unter anderem auch in Größen bis 22 Zoll. BenQ kündigte sogar an, dass der Hersteller 16:10-Displays Stück für Stück aus dem Portfolio entfernen und durch 16:9 ersetzen wolle. Tritt die Verordnung in Kraft, werden die Karten noch einmal neu gemischt – zugunsten der Fernsehindustrie und zugunsten von 16:10. Bis die Verordnung nicht veröffentlicht ist, wollen sich die Hersteller nicht festlegen, ob sie die Preise senken werden. Es bestünde die Möglichkeit, die günstigeren Importe 1:1 an den Kunden weiterzugeben, was insgesamt zu niedrigeren Preisen führen würde. »Wir müssen abwarten, wie unsere Lieferanten mit der Verordnung umgehen. Ich hoffe aber auch aus kaufmännischer Sicht auf kluge Entscheidungen«, erklärt Christoph Dassau, Director Consumer Electronic Group von Broadliner IngramMicro.

Klar im Vorteil sind Hersteller wie beispielsweise Samsung, die bereits in Europa produzieren. »Da Samsung seit längerer Zeit über Produktionsstätten in Europa verfügt, wird dies keine Auswirkungen auf unser Pricing haben «, erklärt Karl Tucholski, Business Director IT von Samsung, im Gespräch mit Computer Reseller News.

Leserkommentare

Die Leserkommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

» Tipp der Redaktion

Bild zu "Video: So schön war der Planet Reseller"

Video: So schön war der Planet Reseller

CRN-TV für Wehmütige: Ein boomender Planet Reseller, viele interessante Gäste in der Gläsernen CRN-Redaktion und hübsche Messe-Hostessen - sehen Sie unser Best Of von der CeBIT 2010.

Bild zu "Microsoft: Das kostet Office 2010"

Microsoft: Das kostet Office 2010

Microsoft hat heute die unverbindlichen Preisempfehlungen für Office 2010 bekannt gegeben, das im Juni veröffentlicht werden soll. Neben weniger Versionen und einem neuen Upgradeprogramm gibt es erstmals fast alle Office-Versionen als günstigere Product Keycard-Lizenz ohne Datenträger zu erwerben.

» Top-Stories der Woche

Bild zu "Musik von Pink Floyd darf nicht in Häppchen zum Download angeboten werden"

Musik von Pink Floyd darf nicht in Häppchen zum Download angeboten werden

Einen Sieg über den schnöden Kommerz – und das Internet-Zeitalter – hat die Musikgruppe Pink Floyd erzielt. Sie erwirkten ein Urteil gegen den Musikkonzern EMI. Dieser darf die Platten und CDs der Band jetzt nur als Ganzes zum Download anbieten, nicht mehr einzelne Titel.

Bild zu "Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern"

Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern

Kann die Cloud Dienstleister wirklich ersetzen? Benchmarking-Spezialist Metri hat sich die Angebote von Amazon genauer angeschaut und mit klassischen IT-Dienstleistern verglichen. Das überraschend deutliche Fazit: »Amazon ist eine kostengünstige Alternative – zumindest für Entwicklungs- und Testzwecke«.

» Meistgelesene News

Bild zu "»Es wird noch sehr spannend im Markt werden«"

»Es wird noch sehr spannend im Markt werden«

In nur wenigen Jahren machte Martin Wild Home of Hardware (HoH) zu einem der erfolgreichsten IT-Etailer. Nach dem Verkauf seines Unternehmens an Cancom schied Wild im September 2009 bei HoH aus und ging erst einmal in die USA. Im CRN-Interview schildert er seine Sicht auf die deutsche Etail-Branche.

Bild zu "»Man kann nicht mit Online-Strategien offline verkaufen«"

»Man kann nicht mit Online-Strategien offline verkaufen«

Der zum Burda-Konzern gehörende Etailer Cyberport setzt bereits seit langem auf einen Mix aus Online-Geschäft, Printkatalog und Ladengeschäften. Dabei habe jeder Kanal seine strategischen Besonderheiten, so Firmenchef Olaf Siegel im CRN-Interview. Ein »Ersatz-Distri« will der Etailer allerdings auf keinen Fall werden.

» Preisvergleich Top 5

» CRN-TV auf der CeBIT 2010

Dirk Hochstrate, Vorstand von G-Data

Dirk Hochstrate, Vorstand von G-Data, erläutert im CRN-TV-Interview, wie sich der Sicherheitsspezialist auf die ständig wandelnden Bedrohungen aus dem Internet einstellt.

Andreas Wenninger, Vorstand Synaxon

Andreas Wenninger, Vorstand bei Synaxon, erklärt die Kooperation mit neuen E-Business-Services Reseller fit für die Zukunft macht.

Oliver Tuszik, Computacenter

Oliver Tuszik sieht Cloud Computing als neue Chance für Systemhäuser. In CRN-TV erklärt der Chef von Computacenter, wie auch kleinere Dienstleister von dem Trendthema profitieren können.