Von »Spartanern« und anderen Internetgefahren

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Werner Veith

17.02.2009

Eine neue Umfrage der Sicherheitsspezialisten von F-Secure zeichnet ein überraschendes widersprüchliches Bild der deutschen PC-Nutzer: Demnach haben zwar die meisten einen Virenschutz auf ihrem System, halten aber gleichzeitig auch Spartaner für gefährliche Malware aus dem Web.

Ein Spartaner (hier Hoplit) konnte zwar durchaus auch gefährlich werden - aber nicht für PCs

Nachdem Viren und Trojaner immer häufiger auftreten und dabei auch immer mehr Schaden anrichten, hat inzwischen fast auch der letzte Hinterwäldler verstanden, dass heute im Internet ohne aktuelle Sicherheitssoftware nichts mehr geht. Die jüngsten Infizierungen mit dem Conficker-Wurm tragen also offensichtlich dazu bei, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Den Aufwand für eine ordentliche Sicherung gegen Viren scheuen aber dennoch weiterhin die meisten Nutzer. Das bestätigt auch eine neue Studie von Zoomerang im Auftrag von F-Secure [1], die im Dezember 2008 mit 2019 Internet-Nutzern zwischen 20 und 40 Jahren aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Indien, Kanada und den USA durchgeführt wurde.

Über 90 Prozent der Befragten gaben dabei an, entsprechende Sicherheits-Software auf ihrem Rechner installiert zu haben und sich bewusst zu sein, dass Schädlinge nicht mehr nur in Downloads lauern, sondern auch auf infizierten Webseiten. 67 Prozent der Probanden wussten auch, dass ein Anti-Virus-Programm alleine noch keinen ausreichenden Schutz bietet. Immerhin weiß jeder zweite Deutsche auch, dass es sich bei den »Spartanern« im Gegensatz zu Trojanern, Würmern, Bots oder Phising (noch?) um keine Internet-Bedrohung handelt. Als zweites kam hier Kanada mit 38 Prozent, während Hong Kong mit vier Prozent das traurige Schlusslicht gibt.

Schutz wird trotz besseren Wissens grob vernachlässigt

Knapp ein Drittel der Befragten kann nicht einschätzen, ob ihre Sicherheitslösung ausreicht

Allerdings scheint es für die meisten mit diesem Wissen dann auch getan zu sein: Obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind, halten es lediglich 21 Prozent für wichtig, auch die Virendefinitionen mindestens einmal täglich zu aktualisieren. Noch weniger, nämlich nur 17 Prozent, sind sich sicher, dass auch ihr Betriebssystem auf dem neuesten Stand ist und damit möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Weitere 40 Prozent halten ein aktuelles System zwar für wichtig, sind sich bei ihrem eigenen aber nicht sicher, ob wirklich alle verfügbaren Patches eingespielt wurden. .

Angesichts solcher Zahlen verwundert der »Erfolg« von Schädlingen wie »Downadup« oder »Conficker« wenig. Hier passt es auch ins Bild, dass sich lediglich 20 Prozent im klaren sind, dass auch ihr eigenes Online-Verhalten in Sachen Sicherheit eine große Rolle spielt.

[1] http://www.f-secure.de/2

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