Enterprise Support zentrales Thema der SAP Anwendertreffen

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

26.09.2008

Bei gleich zwei Veranstaltungen trafen sich es dieser Tage SAP Anwender, um über neue Entwicklungen zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen. Besonders für den Enterprise Support bezog SAP auf beiden Treffen verbale Prügel.

Gleich zum Auftakt des Jahreskongress der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG [1]) e. V. in Leipzig, legte der DSAG-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Karl Liebstückel, die Standpunkte des Verbands zu aktuellen SAP [2]-Themen wie SAP ERP 6.0 und Business Objects dar, und griff auch sofort das derzeit heißeste Eisen auf: das ab dem Jahr 2009 für den Großteil der Kunden verpflichtende Service- und Supportmodell Enterprise Support. Liebstückel betonte, das neue Service- und Supportmodell finde bei vielen Mitgliedern wenig Zuspruch, es fehle ein erkennbarer und unmittelbarer Mehrwert, der die Höhe der Wartungskosten rechtfertige.

Deshalb setzen sich die DSAG und weitere internationale SAP-Anwenderverbände im Rahmen des SAP Executive Usergroup Networks (SUGEN) intensiv dafür ein, dass SAP-Kunden ein bedarfsgerechtes Support-Modell zur Verfügung gestellt wird. Nach Ansicht der DSAG könnte dies etwa darin bestehen, den Kunden eine Wahlmöglichkeit zwischen dem heutigen Standard Support und dem Enterprise Support einzuräumen. Zumindest aber sei der Leistungsumfang von Enterprise Support um von den Anwendern gewünschte Funktionen zu erweitern. Auch für das Lizenzmodell fordert die DSAG künftig mehr Flexibilität und Transparenz. Man suche diesbezüglich bereits intensiv den Kontakt zu SAP.

Enttäuschung auch beim Anwenderforum Seestern

Bereits Ende vergangener Woche hatte das Forum Seestern [3] für gewerbliche SAP-Anwender zum »Kickoff« in Aachen geladen, wo ebenfalls der Enterprise Support das zentrale Thema war. Wie in Leipzig zeigten sich viele Teilnehmer enttäuscht, von SAPs Support-Umstellung einfach überrollt worden zu sein. »Wir werden immer wieder mal von den Ankündigungen der SAP überrascht!«, sagt Günter Hahne, Mitarbeiter im Zentralbereich Corporate IT der Klöckner & Co SE. Noch vor sechs Monaten habe die SAP dagegen ihre Bestandskunden mit der Zusage von unveränderten Wartungskonditionen beruhigt.

Mitinitiator Axel Susen sieht die Gemeinschaft als einzige Möglichkeit, um hier noch etwas bewegen zu können: »Wir bieten auf der Arbeitsebene eine Plattform für gewerbliche Software-Anwender. Oft ist es der einzige Ausweg, wenn Kollegen gemeinsame Lösungen erarbeiten«. Auch in Aachen ergaben die Diskussionen dann letztlich den naheliegenden Vorschlag an SAP: »Die einfachste Lösung wäre, wenn der Kunde eine Wahlmöglichkeit zwischen Standard-Wartung (alte Konditionen) und Premium-Wartung (neue Konditionen) bekommt«, wie Jörn Jürgens, Leiter ITK der Buchen UmweltService GmbH, die Diskussionen zusammenfasst.

[1] http://www.dsag.de/dsaghome/dsag.html
[2] http://www.sap.com/germany/index.epx
[3] http://www.seestern-forum.de/

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