»Innere Sicherheit«:
Datenklau: Kunden und Vertragsdaten beliebt
Eine Fallstudie aus den USA und England zeigt, dass Mitarbeiter, die ihren Arbeitgebern Daten stehlen, besonders gerne Kunden- und Vertragsdaten mitgehen lassen. 64 Prozent der Datendiebe gaben an, aus »reiner Vorsicht« zu handeln, meist benutzen sie dazu einfache USB-Sticks.
Immer häufiger sind Angestellte bereit, Daten zu stehlen.
Nicht jeder Mitarbeiter lässt Daten mitgehen, doch wenn sie´s tun, dann wissen sie genau, welche wertvoll sein könnten. Das bestätigt neben unzähligen Datenaffären in Unternehmen jetzt eine Fallstudie im Auftrag von Cyber-Ark [1] unter Angestellten mit IT-Zugang aus den USA und England. 41 Prozent der Befragten gaben darin zu, bereits Daten von ihrem Unternehmen kopiert zu haben, um andernorts einen besseren Job zu bekommen. Wenn ihre Arbeitsplätze in Gefahr sind, sehen 39 Prozent im Datenklau eine adäquate Absicherung gegen das drohende Unheil. Selbst an sensibelste Daten ran zu kommen fällt dabei offenbar vielerorts nicht schwer: 57 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass es in ihrer Firma leicht sei, an kritische Unternehmensdaten heranzukommen (2008: 29 Prozent).
Und wenn sich doch Hürden stellen, wären 32 Prozent sogar bereit, durch Bestechungsversuche (insbesondere der Personalabteilung und von Kollegen aus der IT) einen Einblick in Streich- und Kündigungslisten zu werfen. 37 Prozent würden außerdem ihre eigenen IT-Kompetenzen und Befugnisse ausnutzen und überschreiten, um an das gewünschte Datenmaterial zu kommen. Dabei muss es nicht immer unbedingt einen konkreten Anlass für den Datenklau geben: Für 64 Prozent derjenigen, die Daten mitnehmen würden, sind sie als reine» Vorsichtsmaßnahme« und Absicherung für die Zukunft gedacht. Immerhin hätten im Ernstfall doch einige Skrupel, die Daten auch einzusetzen: Dennoch gaben 27 Prozent an, sie zumindest in Verhandlungen einzusetzen, 20 Prozent nutzen sie dann tatsächlich bei einem neuen Arbeitgeber.
13 Prozent nehmen Passwörter mit
Am beliebtesten sind bei den Datendieben Kunden- und Vertragsdetails (29 Prozent), Pläne und Angebote (18 Prozent) und Produktinformationen (11 Prozent). Die meisten nehmen die Informationen dabei inzwischen ganz unauffällig per USB-Stick mit, nur noch selten wird das Diebesgut ausgedruckt oder per Email verschickt. Alarmierend ist außerdem, dass 13 Prozent der diebischen Mitarbeiter auch Passwörter und Zugangsdaten kopieren. Auf diese Weise haben sie unter Umständen auch nach ihrer Kündigung noch uneingeschränkten Zugang zum Unternehmensnetz und dessen Datenschatz.
Die Ursache, so das Fazit der Studie, liegt in der Krise: Die Loyalität der Arbeitnehmer ist im Vergleich zur Vorjahresstudie um ein Viertel gesunken. Viele Arbeitnehmer haben Angst um ihren Arbeitsplatz und einige sind bereit, alles zu tun, um sich einen vermeintlichen Vorteil zu sichern. Datenklau wird damit Alltag.
[1] http://www.cyber-ark.com/index.asp
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