Systems: Messe-Chef Dittrich ist optimistisch
Die Systems ändert sich: Die Ausstellerzahl sinkt, aber dafür legen die Kongressveranstaltungen zu. CRN befragte Messe-Geschäftsführer Klaus Dittrich, zur Zukunft der Messe und zu den Einflüssen der Finanzkrise auf das Geschäft.
Klaus Dittrich ist Geschäftsführer der Messe München
CRN: Die Systems hat in diesem Jahr weniger Aussteller als im Vorjahr. Liegt es am Systems-Konzept, an der Messemüdigkeit oder worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?
Dittrich: Dittrich: Den leichten Rückgang von vier Prozent führe ich auf zwei Faktoren zurück. Der erste ist dabei für die Systems durchaus positiv. Eine Reihe von Ausstellern aus dem Telekommunikationsbereich hat die Communication World im Rahmenprogramm der Systems als die für sie bessere Präsentations- und Beteiligungsform gewählt. Das zeigt, dass unser Konzept, die Messe als Einheit von Ausstellung und Rahmenprogramm zu definieren, erfreulich gut vom Markt aufgenommen wird. Zum zweiten spielen aber auch die ungünstigen Rahmendaten der Wirtschaft und die aktuelle Finanzkrise eine Rolle.
CRN: Die Zahl der Kongressveranstaltungen steigt. Ein Novum ist, dass Nicht-Aussteller Kongresse durchführen. Sollen so - quasi durch die Hintertür - bekannte Unternehmen ins Systemsumfeld geführt werden, die ansonsten kein Interesse an einer Messebeteiligung haben?
Dittrich: Die Systems ist nicht mehr nur die Ausstellung in den Hallen. Sie besteht aus der klassischen Messe und dem Rahmenprogramm. Wir bieten damit dem Markt eine hervorragende Möglichkeit, die für das jeweilige Unternehmen beste Präsentationsform zu wählen. Hier haben wir die Systems im Sinne unserer Kunden weiter entwickelt und das Portfolio über das klassische Messeformat hinaus geöffnet.
Finanzkrise sorgt für widersprüchliche Erwartungen
CRN: Werden Messeveranstalter wie die Systems in Zukunft weniger von der Vermietung von Ausstellungsflächen leben müssen, dafür um so mehr in neue Konzepte für Kongresse und Vorträge investieren?
Dittrich: Wir werden uns den Bedarf unserer Aussteller und Besucher auch künftig sehr genau ansehen. Wir wissen, dass unsere Angebote flexibler und emotionaler werden müssen. Die Integration von Firmenveranstaltungen in die Systems 2008 und der Ausbau unserer Konferenzaktivitäten gehen sicherlich in die richtige Richtung. Die Ausstellung wird immer ein Kernelement künftiger Messe-Veranstaltungen sein. Aber wir müssen eben zunehmend mehr bieten, auch wenn die Messmethoden des Ausstellungs- und Messeausschusses der deutschen Wirtschaft (AUMA) das heute noch nicht nachvollziehen können.
CRN: Befürchten Sie durch die Finanzkrise Auswirkungen auf das Messegeschäft, speziell auch auf die Systems?
Dittrich: Ich glaube, die Systems wird ein sehr klarer Marktindikator sein. In der Branche gibt es jedenfalls ganz unterschiedliche Einschätzungen. Manche Unternehmen rechnen damit, dass die Auswirkungen im Finanzdienstleistungssektor auf die IT-Aufträge durchschlagen werden. Der Branchenverband Bitkom dagegen hat vor zwei Wochen seine Wachstumserwartungen für dieses Jahr sogar um 0,2 Prozentpunkte nach oben angehoben, von 1,6 auf 1,8 Prozent. Die Systems wird also auch in dieser Hinsicht sehr spannend.
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