IBM prüft Suns Bücher
IBM ist laut US-Medienberichten derzeit dabei, sich einen genauen und sorgfältigen Überblick über die Verträge und Altlasten von Sun Microsystems zu verschaffen. Eine letztliche Übernahme wird dadurch verzögert.
IBM hat laut dem »Wall Street Journal« seine Juristen ausgeschickt, um die rechtlichen Verpflichtungen von Sun Microsystems einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen (engl. Due Diligence). Es wird nicht erwartet, dass das Ergebnis eine Übernahme verhindert, allerdings wird es wohl einige Tage oder Wochen dauern, bis der Prozess abgeschlossen ist und ein echtes Übernahmeangebot vorgelegt wird. Weder von Sun noch von IBM werden Gespräche bestätigt.
Unterdessen zerbrechen sich die Analysten den Kopf über die Konsequenzen eines möglichen Kaufs. Die Kombination von Sun und IBM würde 65 Prozent des Marktes für Unix Server kontrollieren (laut Zahlen von IDC). Das ist eine echte marktbeherrschende Stellung, was den Kartellwächtern in den USA und der EU kaum entgehen dürfte. Bei Band-Storage ist die Konzentration noch stärker, in diesem Markt sind nur noch IBM und Sun aktiv und die Kombination beider ergibt glatte 100 Prozent Marktanteil und zwar sowohl bei Enterprise Tape Drives als auch bei Tape Automation Systems, keine gute Nachricht für die Kunden.
Probleme durch Produktüberschneidungen
Auch abgesehen davon gibt es einige Bedenken, ob sich die Produkte von Sun und IBM in einigen Bereichen nicht zu sehr überschneiden. Die Software-Angebote von Sun von Java über Star Office bis zur Datenbank MySQL sind zwar gut, bisher aber keine bedeutenden Umsatzträger. Sun ist immer noch stark von den High-End-Servern abhängig, vor allem in der Finanz- und Telkobranche, und gerade dieser Markt gerät derzeit unter Druck. Zudem ist Sun nun in der Hand von Finanzinvestoren, die nicht an Technologie interessiert sind, sondern nur an Gewinnmaximierung.
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