Tragisches Ende des SchülerVZ-Datenklaus
Der junge Mann, der vor einigen Wochen tausende Datensätze von Schüler-, Studi- und MeinVZ abgegriffen hatte, hat sich jetzt in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Damit wurde aus einem vermeintlich harmlosen »Streich« bitterer Ernst.
Über eine Million Profile hatte der Mann abgesaugt, um die Daten zu verkaufen.
Tragisches Ende eines ausgewachsenen »dumme-Jungen-Streichs«: Der 20jährige, der vor etwas über einer Woche wegen des mutmaßlichen Datenklaus auf den Social Networking Seiten von Schüler- [1], Studi-, und MeinVZ vorläufig festgenommen worden war, hat sich in der Untersuchungshaft das Leben genommen. Nach Informationen mehrerer deutscher Medien wurde der junge Mann am Wochenende tot in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Plötzensee aufgefunden. Offenbar hatte er keinen Ausweg mehr für sich gesehen, nachdem ihm mehrere Jahre Haft und eine dreistellige Geldstrafe drohten.
So einfach wie ihm der Diebstahl der Datensätze gefallen war, hatte der Mann offenbar nicht mit den schweren Konsequenzen gerechnet, die ihm anschließend drohten. Alleine schon aus Gründen der Reputation gehen die Konzerne hinter den Diensten (in diesem Fall Holtzbrinck) jedoch inzwischen mit aller juristischen Härte gegen Datensammler vor. Deutlich weniger Energie scheinen sie hingegen in die Verbesserung der eigenen Sicherheit und in ihre Krisenaufarbeitung zu investieren. Denn wie jetzt bekannt wurde, hatte der junge Mann mehr Daten gesammelt, als bisher angenommen. Entgegen den bisherigen Beteuerungen des Betreibers waren darunter auch nicht-öffentliche Datensätze mit Informationen wie Geburtstag und Geschlechtsangabe.
VZ-Betreiber spricht Angehörigen Beileid aus
In ihrem Blog sprechen die Betreiber jetzt den Angehörigen ihr Beileid aus: »Heute erreichte uns die folgende traurige Nachricht. Der Tatverdächtige, der versucht hatte von uns 80.000 Euro zu erpressen, hat sich in der JVA Plötzensee das Leben genommen. Wir kennen keine Hintergründe und bedauern diese Entwicklung zutiefst. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus.«
Der junge Mann aus der Region Erlangen hatte über eine Million Datensätze aus SchülerVZ und den Schwesterseiten kopiert und das Netzwerk dann damit zu erpressen versucht. Bei einem Großteil handelte sich um die Daten Minderjähriger. Die Verantwortlichen gingen allerdings nicht auf seine Forderung von 80.000 Euro ein, sondern alarmierten die Polizei und ihre Rechtsabteilung. Aufgeflogen war die Datenpanne erst, nachdem ein bisher unbekannter die Datensätze dem Blog Netzpolitik.org zugespielt hatte, um vor den Sicherheitslücken zu warnen. Allerdings ist hier noch unklar, ob es sich um einen Bekannten des Täters handelte, oder er sich Zugang zu den Daten des Täters verschafft hatte.
[1] http://www.schuelervz.net/
- 1. Seite: Tragisches Ende des SchülerVZ-Datenklaus
- 2. Seite: VZ-Betreiber spricht Angehörigen Beileid aus
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