Kopfnuss:
Imagepflege: An Windows soll die Welt genesen
Die kubanische Regierung hat unter dem Namen »Nova« eine eigene Linux-Distribution entwickelt. Mit dem Betriebssystem wollen die regierenden Kommunisten eine Alternative zu den auch im Inselstaat verbreiteten Microsoft-Systemen anbieten - und sich so vom verhassten Erzfeind USA weiter unabhängig machen.
Doch hätten sich Kubas Präsident Raul Castro und seine Genossen diese Mühe sparen können: Denn bekanntlich plant der frischgebackene US-Präsident Barack Obama eine Charmeoffensive, um die in der Amtszeit seines Vorgängers George W. Bush verspielten Sympathien im Ausland zurückzuerobern. Wie Computer Reseller News erfuhr, gehören dazu nicht nur politische Initiativen und ein Bekenntnis zur Bekämpfung des Klimawandels, sondern auch eine nachhaltige Verbesserung amerikanischer IT-Produkte.
Es sei nicht mehr zu leugnen gewesen, dass die Mängel von Microsoft Windows zu einer schweren Hypothek für das weltweite Ansehen der USA geworden seien, so ein Washingtoner Insider gegenüber CRN. Unter Obama wollten die Vereinigten Staaten der Welt wieder ein freundlicheres Gesicht zeigen – und Microsoft-Mätzchen wie der »Bluescreen of Death«, nichterkannte Peripherie-Geräte oder die Markteinführung von Windows Vista gehörten da nun einmal nicht dazu.
Aufmerksamen Beobachtern ist nicht entgangen, dass die ersten konkreten Meldungen über die Veröffentlichung des kommenden Microsoft-Betriebssystems Windows 7 zeitlich mit der Wahl Obamas zum US-Präsident zusammenfielen. Schon als sich im vergangenen Sommer der Wahlsieg des Demokraten abzuzeichnen begann, hatten sich Parteistrategen in Redmond hinter verschlossenen Türen mit der Microsoft-Führung getroffen. In einer persönlichen Botschaft habe Obama fragen lassen, ob der Software-Konzern baldmöglichst ein Betriebssystem entwickeln könne, das dem Ansehen Amerikas zu Ehren gereiche. Steve Ballmers Antwort lautete wie erwartet: »Yes we can.«
Nach allem, was es seitdem zu hören gibt, scheint Windows 7 tatsächlich der große Wurf zu werden: Ein Microsoft-Betriebssystem, das den gestiegenen Anforderungen gerecht wird und trotzdem stabil läuft. Im Gefühlsüberschwang fordern erste Stimmen bereits eine kostenlose Verteilung des Vista-Nachfolgers.
Dabei ist ihnen noch gar nicht bekannt, was CRN nun erfuhr: Im Zuge der politischen Aussöhnung ist es der neuen US-Regierung gelungen, Kuba doch noch zu einem Festhalten an Microsoft- Produkten zu bewegen. Dafür verzichtet der Softwarekonzern künftig auf den belasteten Namen Windows – und nennt sein neues Betriebssystem stattdessen »Nova«.
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