16-jähriger Student entwickelt »Zweites Internet«

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

10.10.2008

Mit inzwischen 140 Millionen registrierten Internetadressen ist der Spielraum für Domainwünsche deutlich geschrumpft. Ein 16 jähriger Österreicher sorgt jetzt mit seiner Idee für Furore, das Domainproblem mit einem parallelen Internet zu lösen.

Der integrierte Browser der Homepage ist derzeit noch das einzige Portal zum Second Web

Wenn die begehrten Domains im Internet knapp werden, dann muss eben ein zweites Internet her. So läßt sich kurz und knapp die kreative Idee des 16 jährigen Wiener Studenten Julian Zehetmayr zusammenfassen, die derzeit für Aufregung in den Weiten des Webs sorgt. »Das Domainproblem im Internet ist heute nicht mehr zu übersehen. Da wäre es doch sinnvoll, wenn es dennoch eine Möglichkeit gäbe, an die gewünschte Webadresse zu kommen«, erläutert Zehetmayr den Grundgedanken seiner Idee gegenüber der Agentur Pressetext. Zudem koste es auch nur einmalig fünf Dollar, sich eine Wunschadresse im Second Web [1] zu sichern.

Drei Monate hat der junge Student am Second Web gebastelt, jetzt ist es online. Obwohl das zweite Web technisch natürlich kein Internet ist, sei für den Nutzer sei der Unterschied jedoch gering. Die erste Nachfrage scheint ihm damit Recht zu geben: »Seit unserem Start am 21. September haben User bereits 4.000 Webadressen bei uns registriert«, zeigt sich Zehetmayr erfreut. Und das, obwohl das Second Web derzeit noch merklich eingeschränkt ist, da bislang sind lediglich .com-Adressen registrierbar sind. Zehetmayr versichert jedoch, er arbeite bereits an der Einbindung länderspezifischer und anderer Domains.

Portal zum zweiten Web

Auch die Suchfunktionen des zweiten Internets sind derzeit noch eingeschränkt. Der einzige Weg um die Seiten im neuen Web auch zu finden, führt derzeit über einen speziellen Browser auf der Homepage im (ersten) Internet. Ein Add-On soll die Suche in Zukunft aber auch in andere Browser wie Firefox und Internet Explorer integrieren.

Sind also bald auch die Sprachspezialisten gefragt, um einen Plural für das Internet zu finden? Wohl eher nicht. Zehetmayr selbst macht deutlich, wo die Grenzen seines Netzes liegen: »Wir wissen, dass das Second Web niemals das erste ersetzen kann, weil es ja auf ihm basiert. Alles was wir wollen, ist virtuelle Domains in einem fiktiven zweiten Internet zu verkaufen«. Auch mit Marken- und Firmennamen sehe er deshalb keine Probleme: »Juristisch gesehen handelt es sich bei Second-Web-Domains nämlich nicht um echte Internetadressen, sondern um Datenbankeinträge. Wenn sich eine Firma dennoch bei uns beschwert, dann wird die betreffende Domain von uns gesperrt und der User, der sie registriert hat, bekommt sein Geld zurück.«

[1] http://www.thesecondweb.net

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