Facebook bleibt Neonazis treu
Im Streit um Gruppen und Mitglieder, die den Holocaust leugnen, bleibt Facebook weiterhin stur und zeigt ein mehr als peinliches Selbstbild: »Den Holocaust zu leugnen, verstößt nicht gegen unsere Nutzungsbedingungen.«
Auf Facebook finden sich hunderte solcher Profile für den Namen Adolf Hitler, auf denen Neonazis ihre unzweifelhaften Botschaften austauschen (siehe markierter Kasten).
Es ist ein äußerst unschönes Bild, das Facebook derzeit in einem Streit um renitente Holocaustleugner und Neonazis unter den eigenen Nutzern abgibt. Zwar wurden nach lautstarken Protesten, die auf einen offenen Brief auf der Seite boo_company folgten, einige der auffälligsten Gruppen geschlossen. Die Mehrzahl der Unbelehrbaren kann jedoch ungehindert weiter ihre, in vielen Ländern unter Strafe stehende, Geschichtsverdrehung betreiben. Der jüdische Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält sich zwar mit Kommentaren bisher weitgehend zurück, während seine Mitarbeiter sich aber in der Verteidigung der Nazi-Profile gegenseitig überbieten.
Der »Dotcomtod«-Nachfolger Boocompany fordert von Facebook unter anderem das »Entfernen aller Links zu externen Seiten oder Angeboten von Dritten, die in Deutschland einen Straftatbestand nach § 130, § 86, § 86a oder § 189des Strafgesetzbuches (StGB) darstellen«, sowie eine »Aufnahme der oben aufgeführten Straftatbestände in die Nutzungsrichtlinien von Facebook Deutschland unter "Verbotene Handlungen"«. Genau da liegt für Facebook der Hund begraben: Die eigenen Filter sortieren solches Material bisher nicht aus, da sie das Netz schlicht nicht verbietet. Stolz auf den eigenen Starr- und Stumpfsinn erklärte ein Sprecher von Facebook gegenüber Techcrunch: »Den Holocaust zu leugnen, verstößt nicht gegen unsere Nutzungsbedingungen.«.
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