Surfen gegen die Demenz
Während Bildungsspezialisten die Verdummung der Generation Google durch ihren hohen Internetkonsum kritisieren, zeigt eine neue Studie aus den USA jetzt ein ganz anderes Bild: Demnach fördert surfen sogar die Leistungsfähigkeit des Gehirns und beugt dem schleichenden Verfall der grauen Zellen vor.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Glaubt man ihrem Namensgeber, ist die Generation Google alles andere als fit in der »Birne«
Forscher der kalifornischen Universität von Los Angeles (UCLA [1]) haben jetzt herausgefunden, dass das Surfen im Web einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns hat. Demnach wirkt regelmäßiger Internetkonsum der biologischen Rückentwicklung der Kapazität des Gehirns entgegen, die sich mit zunehmendem Alter in einem schlechteren Gedächtnis und einer langsameren Verarbeitungsgeschwindigkeit äußert. Während der regenerative Effekt des Surfens deshalb auch bei älteren Menschen umso deutlicher ausfällt, sollten aber auch die Web-Kids ruhig weiter surfen – zur Prophylaxe: Die Beschäftigung mit dem Internet sei ein gutes Training, auch um solchen Erscheinungen langfristig vorzubeugen, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Geriatric Psychiatry [2].
Mit diesen Ergebnissen werden die ewigen Schwarzmaler, die eine völlige Degeneration der Menschheit durch das Web befürchten, eines Besseren belehrt: »Unsere Studie bestätigt, dass die Internet-Technologie durchaus positive Effekte auf die menschliche Gesundheit haben kann. Sie hilft etwa dabei, unsere Gehirne aktiv zu halten«, zitiert CNN [3] den UCLA-Professor und verantwortlichen Studienleiter Gary Small. Vor allem für Menschen mittleren und hohen Alters sind diese Ergebnisse ermutigend: sie können das Surfen im Web regelrecht als Trainingsmethode einsetzen, um einer Reduktion des Leistungsvermögens ihres Gehirns vorzubeugen. »Im Internet nach Informationen zu suchen, ist für das Gehirn ein komplexer Entscheidungsprozess, der seine Funktionen deutlich verbessert«, stellt Small fest. Dabei würden Hirnregionen aktiviert, die selbst beim Lesen unbeteiligt bleiben.
Web ist nicht alles
Auch andere Forscher kommen zu ähnlichen Ergebnissen und bestätigen die positiven Effekte der Internetnutzung: »Es ist prinzipiell so, dass manche Tätigkeiten das Gehirn mehr fordern als andere. Das Surfen im Internet ist sicherlich etwas, das in dieser Hinsicht einige Herausforderungen für die Nutzer bereithält«, ergänzt Alexander Maye, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. So erfordere die Nutzung des Webs beispielsweise ein Mindestmaß an Orientierung und eine schnelle Auffassungsgabe. »Einen Zusammenhang zwischen dem Internetsurfen und einer gesteigerten Hirnaktivität halte ich deshalb für plausibel«, so Maye.
Wer aber nun glaubt, damit einen Freischein für unendliches surfen zu haben, irrt. Denn wie so oft, kommt es auch hier auf die richtige Mischung an: »Die Beschäftigung mit dem Internet alleine reicht sicherlich nicht aus, um etwaigen Leistungsverlusten des Gehirns im Alter vorzubeugen«, stellt Maye klar. Mindestens ebenso wichtig sei unter anderem der reale Kontakt zu anderen Menschen.
[1] http://www.ucla.edu/
[2] http://ajgponline.org/
[3] http://www.cnn.com/
- 1. Seite: Surfen gegen die Demenz
- 2. Seite: Web ist nicht alles
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.