BigMac vs. WLAN bei McDonalds Australien

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Bernd Reder

15.05.2009

Während in den meisten deutschen Filialen von McDonalds gerade erst WLAN eingerichtet wurde, wollen es die australischen Kollegen am liebsten schon wieder einschränken. Statt hungrigen Gästen nutzen das Angebot hauptsächlich asketische Langzeitsurfer.

McDonalds Australien wünscht sich, dass die Gäste mehr »Bytes« von den Burgern statt den Routern nehmen.

Ein nett gemeinter Service für die Restaurantbesucher ging in australischen McDonalds Filialen nach Hinten los. Das Angebot eines kostenlosen WLAN-Zugangs, eingeführt erst im November 2008, lockt dort ausgerechnet die falschen Zielgruppen an. Laut McDonalds haben zwar seither mehr als eine Million Besucher den Dienst genutzt, bis Ende des Jahres rechnet das Unternehmen mit 3,9 Millionen Sessions. Allerdings kommen statt ausgelaugter und hungriger Arbeitskräfte hauptsächlich Langzeitsurfer mit strenger Diät, um das Surfangebot zu nutzen.

Wie die australische IT-News [1] berichtet, essen die Surfer im Schnitt zu wenige Burger, belegen aber lange die wertvollen Sitzplätze. Während ein normaler Durchschnittsgast laut Anthony Rosenstoltz, IT-Projektmanager bei McDonalds Australien, nur etwa 10 Minuten auf dem Platz bleibt, sitzt der durchschnittliche gute 35 Minuten. Gerade in Spitzenzeiten komme es daher immer wieder zu Engpässen. Noch einen drauf setzen die vielen Geschäftsreisenden, die den Service für sich entdeckt haben, um nahezu an jedem Ort kostenlos ihre Emails abrufen und bearbeiten zu können, anstatt teure Mobilfunkverbindungen dafür zu verwenden. Da die Sessions keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen, hilft auch die Downloadbegrenzung von 50 MByte kaum, um die asketischen Surfer loszuwerden.

McDonals sagt Basta

Doch jetzt haben die Verantwortlichen die Nase voll vom regen Zuspruch ihres Services, bei ausbleibender Veränderung des Essverhaltens. Eine Möglichkeit könnte es etwa sein, das Surfen nur noch an speziellen Tischen zu erlauben. »Wir prüfen, ob wir für WLAN-User spezielle Bereiche einrichten sollen«, so Rosenstoltz. Außerdem erwägt das Unternehmen auch, die Bandbreite nur noch für spezielle Premiumkunden voll aufzudrehen. Diese müssen extra bezahlen, könnten die Karte möglicherweise aber auch über fleißigen Burger-Konsum aufladen. Künftig könnte man also in australischen McDonalds-Filialen durchaus Sätze hören wie: »Leg noch mal einen Burger nach, der Download wird langsam.«

Anders geht es in deutschen Filialen zu. Seit Anfang Januar wird in Zusammenarbeit mit T-Mobile auch hierzulande WLAN angeboten. Der User erhält via Mobiltelefon von T-Mobile eine PIN, mit der er sich am Hotspot anmeldet. Dann kann er eine Stunde lang kostenlos drahtlos surfen.

[1] http://www.itnews.com.au/

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