Voide over IP:
Jeder achte Bundesbürger telefoniert über das Internet
Telefonieren per Internet wird in Deutschland immer beliebter. Wie der ITK-Branchenverband Bitkom ermittelt hat, nutzt jeder achte Deutsche (13 Prozent) Voice over IP. Für Einsteiger in die Technik hat der Verband einige Tipps parat.
An die 30 Prozent mehr Bundesbürger als 2006 telefonieren nach Angaben des Bitkom [1] über IP-Netze beziehungsweise das Internet. Grundlage der Daten ist eine aktuelle Erhebung der europäischen Statistikbehörde Eurostat [2].
Innerhalb der Europäischen Union liegt Deutschland damit auf Platz acht. Spitzenreiter ist Luxemburg. Dort nutzt jeder Vierte Internet-Telefonie. Am wenigsten verbreitet ist die VoIP-Technik in Griechenland: Dort führen nur drei Prozent der Einwohner Gespräche über das Internet.
Telefone, wie hier das Fritzfon 7150 von AVM, ermöglichen Gespräche überdas IP- und das normale Telefonnetz.
Allerdings räumen konventionelle Techniken wie die Analog-Telefonie und ISDN nicht kampflos das Feld. Die Telekommunikationsfirmen bieten auch dafür mittlerweile günstige Komplettpakete an, oft kombiniert mit einer DSL-Flatrate.
Tipps für VoIP-Einsteiger
Für Privatanwender, die auf Voice over IP umsteigen möchten, hat der Verband einige Ratschläge zusammengestellt. Sie sind jedoch auch für kleine Unternehmen oder Mitarbeiter interessant, die vom Home-Office aus arbeiten.
1. Auf die richtige Technik setzen
Für VoIP ist ein schneller Internet-Zugang nötig. Ideal ist ein Anschluss mit Übertragungsraten von mindestens 128 kBit/s. Diese Geschwindigkeit sollte nicht nur beim Herunterladen (Download) von Daten möglich sein, sondern auch beim Hochladen (Upload). Langsamere Verbindungen werden nicht von allen Anbietern unterstützt, zudem leidet dann die Sprachqualität. Ein günstiger Internet-Zugang zum monatlichen Pauschalpreis (Flatrate) ist ratsam.
Wer am PC telefoniert, braucht eine Sprechgarnitur (Headset). Alternativ gibt es spezielle Telefone mit der für Internet-Gespräche etablierten SIP-Übertragungstechnik. Bei Internet-Verbindungen per Mobilfunk ist die Online-Telefonie meist in den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen.
2. Das alte Telefon weiter nutzen
Wer beim Umstieg auf Internet-Telefonie keine neuen Geräte anschaffen will, benötigt einen speziellen VoIP-Adapter. Herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen können so weiter genutzt werden.
Im einfachsten Fall ist der VoIP-Adapter bereits in dem ohnehin benötigten Breitband-Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele Telefon- und Internet-Anbieter beim Abschluss eines Laufzeitvertrags günstig an. Separate Adapter sind inzwischen selten.
3. Tarife sorgfältig vergleichen
Zusätzlich zur richtigen Technik und dem Internet-Zugang brauchen die Kunden einen passenden Anbieter für VoIP-Gespräche. Dieser kann, muss aber nicht identisch sein mit dem Internet-Service-Provider.
Die Verträge, meist mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren, können laut Bundesnetzagentur [3] derzeit bei rund 80 Anbietern abgeschlossen werden. Dabei gibt es die Wahl zwischen Pauschalen (Flatrates) für Gespräche ins Festnetz sowie Tarifen, die nach Minuten abgerechnet werden, dafür aber keine Grundgebühr vorsehen. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen Anrufverhalten ab.
Beim Vergleich sollte der Interessent zudem darauf achten, was Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Außerdem gilt es zu prüfen, ob der bisher genutzte Festnetzanbieter oder Call-by-Call-Dienste nicht ähnlich niedrige Tarife anbieten. So gibt es im traditionellen Festnetz vergleichbar günstige Paket- oder Pauschaltarife.
4. Auf Service- und Notrufnummern achten
Bei der Anbieter- und Tarifwahl sollte man darauf achten, ob Sondernummern wie der Notruf 112, Auskunfts- und Mehrwertdienste wie 0118, 0137, 0180 oder 0900 überhaupt unterstützt werden und welche Kosten dafür anfallen. Nicht über alle VoIP-Anbieter lassen sich solche Sondernummern anwählen. Wer das in Kauf nimmt, sollte als Alternative ein Handy mit aktiver SIM-Karte griffbereit haben.
5. Unterschiedliche Vorwahlen bedenken
Bei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl.
Dabei ist zu beachten, dass die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren können. Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur für normale Ortsnetzvorwahlen gelten. So kann selbst ein Anruf von einem VoIP-Nutzer zu einem anderen das Portemonnaie belasten.
Ein Vorteil ist jedoch, dass die Nummer nicht ortsgebunden ist. Wer innerhalb von Deutschland umzieht, kann sie in der Regel mitnehmen.
6. Kostenlose Alternativen prüfen
Völlig kostenfrei kann über einige Sofortnachrichten-Dienste (Instant Messenger) im Internet telefoniert werden. Für solche Gratis-Gespräche muss aber auch der Angerufene bei dem Dienst angemeldet sein.
Voraussetzung ist in der Regel außerdem, dass beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und dieser angeschaltet ist. Diese Variante kommt für Kostenbewusste in Frage, die mit Einbußen beim Komfort leben können.
[1] http://www.bitkom.org/
[2] http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=1090,30070682,1090_33076576&_dad=portal&_schema=PORTAL
[3] http://www.bundesnetzagentur.de/
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