Microsoft Office 2007 schafft, was Vista verwehrt bleibt
Während Vista in den Unternehmen noch nicht angekommen ist, rechnet Microsoft damit, dass in einem Jahr 90 Prozent aller Firmen Office 2007 einsetzen werden. Die wachsende Konkurrenz von OSS und SaaS Lösungen sieht man eher gelassen und bastelt bereits am Nachfolger.
Weiterhin der welteite Standard in den Büros: Microsoft Office
Auf den ersten Blick sprechen die Zahlen für einen größeren Erfolg für Microsoft [1] Windows Vista, als für Office 2007. Immerhin hat Microsoft von Vista bisher 180 Millionen Lizenzen verkauft, während es bei Office 2007 nur 120 Millionen sind. Aber der Schein trügt: Denn während Vista in der Regel mit einem neuen PC ausgeliefert wird, muss das Office Paket separat erworben. Außerdem will sich Microsoft auch nicht dazu äußern, wie viele der Vista-Lizenzen auf Downgrades zurückgehen und somit eigentlich dem Vorgänger Windows XP zuzurechnen sind. Somit werden also viele Vista-Lizenzen verteilt, die später eventuell gar nicht genutzt werden, während bei Office ein tatsächlicher Bedarf hinter den Zahlen steht.
Stephen Elop, President, Microsoft Business Division, ist denn auch zu Recht stolz auf sein Baby. Laut Analystenprognosen sollen bis Mitte nächsten Jahres ganze 90 Prozent aller Firmen Office 2007 verwenden, während es bei Vista nur zehn bis 15 Prozent sein werden. Die Kunden überlegen sich heute bei Windows wie Office wesentlich genauer, ob ein Upgrade des Pakets wirklich nötig ist. Aber dennoch liege die Akzeptanz merklich über der von Office 2003 im entsprechenden Zeitraum nach dem Produktlaunch, erklärte Elop.
Office 14 soll mit Windows 7 kommen
Ein wichtiger Schritt um den Erfolg von Office 2007 auch für künftige Zeiten zu sichern, war für Microsoft die Zertifizierung des neuen Dateiformates OOXML [2] nach dem ISO-Standard im April. Damit konnte man das eigene Dateiformat gleichberechtigt neben dem offenen, aber wesentlich weniger verbreiteten, Open Document Format ODF positionieren. Mit den Office Live Produkten wagte man außerdem erste Schritte in Richtung einer Office-on-Demand Lösung [3]. Eine vollständige Online-Version von Office soll es aber vorerst nicht geben.
Und ähnlich wie bei Windows steht auch der Nachfolger von Office 2007 schon in den Startlöchern. Auf einer internen Microsoft-Konferenz in der vergangenen Woche wurde erstmals eine Demo von Office 14 gezeigt. Das tat Elop auf dem Analyst Day nicht und er nannte auch keine weiteren Details über Funktionen und Erscheinungsdatum. Es ist aber anzunehmen, dass sich Microsoft bemühen wird, Office 14 gleichzeitig mit Windows 7 im Frühjahr 2010 herauszubringen. Office insgesamt profitiert vom Mehrwert durch den großen Erfolg des Sharepoint Servers, den 17.000 Unternehmenskunden mit 100 Millionen Lizenzen einsetzen. Die erweiterten Funktionen von Sharepoint sind nur mit Office 2007 nutzbar. Und die deutsche Version von Office 2007 überzeugt zusätzlich durch eine völlig überarbeitete Rechtschreibprüfung, die jetzt von Microsoft selbst entwickelt wurde, während im Vorgänger Office 2003 noch ein Lizenzprodukt von Drittanbietern verwendet wird.
[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[2] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=207001187
[3] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=208402263
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