Business Intelligence wächst in der Krise

von Michael Hase (michael.hase@crn.de)

03.07.2009

Der Markt für Business Intelligence-(BI-)Software legte 2008 in Deutschland trotz Wirtschaftskrise um 6,2 Prozent zu. Die Zahlen gehen aus einer Studie des Business Application Research Center (BARC) hervor. Auch der Ausblick der Marktforscher fällt gemäßigt optimistisch aus.

Die Top 20 der BI-anbieter in Deutschland

Die Hersteller von Business Intelligence(BI-)Software erzielten 2008 in Deutschland insgesamt Erlöse in Höhe von 754 Millionen Euro. Damit ist der Markt gegenüber 2007 um 6,2 Prozent gewachsen. Die Zahlen gehen aus einer Studie des Würzburger Business Application Research Center (BARC) [1] hervor.

Die Wachstumsrate lagen zwar in den Jahren zuvor deutlich höher und betrug 2007 noch 13,7 Prozent. Insgesamt präsentiert sich der Markt aber weiterhin gesund, wie Carsten Bange, Geschäftsführer von BARC, betont. »Gerade in rezessiven Phasen ist die Notwendigkeit für Transparenz über das Unternehmensgeschehen und eine flexible und effiziente Abwicklung von Planungsprozessen notwendig.« Darin liegt ein wesentlicher Zweck von BI-Lösungen, nämlich anhand valider Kennzahlen eine effiziente Planung zu unterstützen und für transparente Unternehmensdaten zu sorgen.

Verfolger holen auf

Business Intelligence wird zunehmend zu einem geschäftsentscheidenden Faktor.

Der BARC-Studie zufolge erwirtschafteten die vier führenden Anbieter SAP, Oracle, SAS und IBM zusammen etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Anbieter. Sie konnten ihren Gesamtanteil allerdings nicht steigern. Folglich kamen die Anbieter mit den höchsten Umsatzzuwächsen aus den Reihen der Verfolger. So gelang dem schwedischen Hersteller QlikTech mit rund 47 Prozent Umsatzwachstum der Sprung in die Top Ten. QlikTech bietet Dashboard- und Analyse-Tools an, die auf der In-Memory-Technologie basieren. Aber auch Microsoft konnte seinen BI-Umsatz um beachtliche 20 Prozent steigern.

BARC erhebt die Software-Umsätze (Lizenzverkauf und Wartung) in den beiden zentralen BI-Produktsegmenten: Anwenderwerkzeuge (Berichts-, Analyse-, Data-Mining-, Planungs-Tools) und Lösungen für das Datenmanagement (Datenintegration, -qualitätsmanagement, -speicherung).Hier ergibt sich den Analysten zufolge ein teilweise heterogenes Bild: So büßte IBM beispielsweise Umsatz im Datenmanagement ein, erzielte aber Wachstum bei den Cognos-Anwenderwerkzeugen.

Stagnation in 2009 erwartet

Freilich kann sich auch der BI-Markt nicht der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche entziehen. So werden laut BARC in diesem Jahr vor allem größere Datenmanagement-Projekte aufgeschoben. Dagegen rechnen die Marktforscher damit, dass sich viele kleinere Anbieter, gerade im Bereich Planungswerkzeuge, auch 2009 behaupten können. »Zu prognostizieren ist mit aller Wahrscheinlichkeit eine Stagnation des Marktes für BI in diesem Jahr«, heißt es in der Studie. Sobald sich die wirtschaftliche Gesamtsituation entspanne, sei zu erwarten, dass sich der BI-Markt schneller erhole als andere Marktsegmente.

[1] http://www.barc.de/

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