Die dumm-dreistesten Produkt-Fakes:
Lazy Friday: Von Fuma bis SQNY - geheime Aktivitäten der Markenhersteller

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Bernd Reder

05.02.2009

Wer in südlichen Regionen oder Asien Urlaub macht, weiß bestens Bescheid: Vermeintliche Rolex-Uhren, Lacoste-Polohemden oder auch iPhones sind dort für einen Spottpreis zu bekommen. Schade nur, wenn sich das T-Shirt nach dem ersten Waschen in einen Putzlappen verwandelt oder das iPhone leider nicht fürs Telefonieren taugt. Wir stellen einige besonders putzige und dreiste Produkt-Fakes vor.

Für den sportiven Menschen: von Fuma bis Hike

Sport ist Mord, vor allem für die dahin schwindende Zunft der Raucher. Doch der bekannte Sportartikelhersteller »Fuma« hat ein Herz für qualmende Zeitgenossen, die trotzdem sportiv auftreten möchten: ein Shirt mit einer leicht abgewandelten Version der Raubkatze. Die ideale Symbiose aus Sport und Spaß.

Doch offenbar haben auch Nike [1] und Adidas [2] Zweit-Labels ins Leben gerufen, wie die Badeschlappen von »Hike« und die Sporttasche von Abcids belegen. Dabei will »Adidoss« allem Anschein nach auch noch in die IT-Branche einsteigen - mit einem revolutionären Betriebssystem auf Kommandozeilenbasis, das bereits in die Jacke integriert ist.


Radforce: Die geheime Allianz der Erzrivalen

Wir sind maßlos enttäuscht: Da liefern sich die beiden großen Grafikkarten-Hersteller AMD-ATI [3] und Nvidia [4] seit Jahren öffentlich angeblich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den schnellsten Grafikchip und die coolste Bezeichnung (Radeon vs. GeForce). Und dann taucht klammheimlich eine High-End-Hybrid-Grafikkarte namens »Radforce 4-9700 Pro« auf.

Wie auf dem Dokumentarfoto aus China deutlich zu erkennen ist, haben die beiden Hersteller offenkundig einen Weg gefunden, sich ein Board brüderlich zu teilen: Die eine Hälfte ist mit einem Geforce-Chip von Nvidia bestückt, die andere mit einem Radeon-Grafikprozessor – ein echtes Schmankerl für Freunde Hardware-mordender Games wie Farcry 2.

Vielleicht arbeiten ja auch AMD [5] und Intel [6] mittlerweile im Verborgenen an einem Universal-Prozessor, etwa dem Corephenom i7x4 - Photos bitte an unsere Redaktion.


Microsoft Wind OS

Selbst der Softwareriese Microsoft [7] kann sich allem Anschein nach dem enormen Kostendruck der Endkunden in den asiatischen Ländern nicht mehr entziehen und probiert daher neue Wege aus.

Aufgrund der extrem niedrigen Rohlingpreise und Druckkosten ist man etwa in China dazu übergegangen, Windows auf selbstgebrannten CDs mit einem schönen Cover aus dem Tintenstrahler zu verkaufen. Das kommt nicht nur den ewigen Kritikern entgegen, die Windows für völlig überteuert halten, sondern schafft auch wesentlich individuellere Gestaltungsmöglichkeiten der Hüllen:


Für besonders heiße Musik: der luftige iPod

Bekanntlich sind elektronische Geräte nur für einen bestimmten Temperaturbereich freigegeben. Das gilt auch für Musik-Player wie den iPod. Vor allem dann, wenn sich ein User allzu viel heiße Rhythmen zu Gemüte führt, kann das zu einer Überhitzung des Geräts führen – dachten sich offenkundig Entwickler aus China.

Sie haben deshalb den iFan auf den Markt gebracht, einen leicht modifizierten iPod mit integriertem Lüfter. Ein interessantes Konzept, das Apple [8] völlig neue Märkte erschließen würde, etwa in der Sahara oder der Wüste Gobi. Merkwürdig, dass Apples Chefvisionär Steve Jobs nicht selbst auf diese Idee gekommen ist.


Das allererste iPhone

Apropos Apple: Mitarbeiter des deutschen IT-Systemhauses Equinux [9] stießen in Fernost auf Exemplare von Apples iPhone. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Das Dumme war nur, dass Apple das Smartphone zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht auf den Markt gebracht hatte.

Offenkundig waren auch in diesem Fall »Visionäre« am Werk, die besonders gute Kontakte zu Apples Auftragsfertigern im Reich der Mitte hatten.


Apple PSP?

Nur im Web längst verfügbar: Nintendo DS 2k8

Doch nicht nur Apple testet mit dem Verkauf unter falschem Namen scheinbar Produkte, die es so (noch) gar nicht gibt. Auch Nintendo [10] bietet etwa auf ziemlich geheimen Kanälen schon längst das Nintendo DS 2k8, während die meisten Nutzer noch mit ihrem alten Gerät daddeln.

Und auch Sony hat schon längst die zweite Auflage seiner Playstation portable parat – nur soll das möglichst noch keiner wissen – möglichst nicht einmal die eigene Konzernführung.

Das kann sich natürlich wiederum auch Apple nicht bieten lassen und hat deshalb im Internet bereits heimlich die iPSP vorgestellt, die gleichzeitig iPhone und mobile Spielstation ist.


Ohrhörer - Echt von SONIA

Aber nicht nur Ikonen wie der iPod oder das iPhone erfreuen sich bei kreativen Produktentwicklern besonderer Hochschätzung. Wer kennt nicht die bekannte japanische Firma SONIA alias SQNY alias SONY [11]?

Egal, ob schmucke Ohrhörer oder eher banale Produkte wie Batterien: Dieses Unternehmen scheint sich vor allem in Fernost in unterschiedlichen Ausprägungen auf den Märkten herumzutreiben. Vielleicht ein Versuch, von kleinen Pannen abzulenken, etwa Notebook-Akkus, die in Flammen aufgehen?


Pun-A-Sonic, Panaosaonic – oder so ähnlich

Aber warum soll es Sony anders ergehen als den Landsleuten von Panasonic [12], pardon Panosaonic natürlich. Vielleicht wollte das Unternehmen unter diesem Namen ja auch nur den Prototyp einer »Boom-Box« testen.

Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, ob es dieser eindrucksvolle Krachmacher bis zur Serienreife gebracht hat. Im aktuellen Produktkatalog von Panasonic ist er jedenfalls nicht vertreten. Aber vielleicht handelt es ja um eine limitierte Auflage für die Region Kanton.


Ceci n´est pas un Benz

Daewoo Matiz: Original (oben) und Kopie

Doch nicht nur die Hersteller aus der Elektronik- und Bekleidungsbranche haben in obskuren Zweitmarken scheinbar einen netten Nebenabsatzmarkt entdeckt. Auch die Automobilindustrie nutzt ihre zweite Chance und verkloppt die Autos, die eben hierzulande keiner mehr will, unter anderem Namen in China.

Ob der Smart in einer chinesischen Variante herumfährt, oder gleich ein Reis(e)bus wie der Neoplan Starliner plötzlich als »Zonda A9« auftaucht: Auch jedes Fahrzeug lässt sich zumindest äußerlich leicht kopieren. Selbst vor dem südkoreanischen Daewoo [13] Matiz (Chevrolet) machen die chinesischen Kopierer nicht halt und machen daraus einen Chery QQ. Durch diese Maßnahmen kann sich wenigstens auch jeder Normalverdiener endlich problemlos einen »echten« Business-Benz [14] oder Rolls Royce [15] leisten:


Louis Vitton: Neue »FAKE«-Collection

Auch die hochpreisigsten Nobelhersteller haben also inzwischen wohl begriffen, dass sich mit Fakes ihrer Produkte in der Masse mehr Geld verdienen lässt, als mit den Originalen.

Um seine Handtaschen besser zu verkaufen und von den falschen Fakes zu unterscheiden, hat die Premium-Modemarke Louis Vitton [16] jetzt zum Beispiel eine neue Handtaschenserie entworfen, die ein Nachmachen beinahe unmöglich macht, da sie das Fake gleich integriert:


[1] http://www.nike.de/
[2] http://www.adidas.de/
[3] http://www.ati.com/
[4] http://www.nvidia.de/
[5] http://www.amd.com/2
[6] http://www.intel.de/2
[7] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[8] http://www.apple.de/
[9] http://www.equinux.de/
[10] http://www.nintendo.de/
[11] http://www.sony.de/
[12] http://www.panasonic.de/
[13] http://www.chevrolet.de/
[14] v2
[15] http://www.rolls-roycemotorcars.com/
[16] http://www.louisvuitton.com/

Verwandte Artikel