Benq kündigt Mitarbeitern und verlegt Firmensitz nach Oberhausen
Drastischer Schritt von Benq Deutschland: Der Hersteller händigte sämtlichen Mitarbeitern eine Änderungskündigung aus und verlegt seinen Hauptsitz von Hamburg nach Oberhausen. Die Mitarbeiter reagieren verärgert.
Benq-Deutschlandchef Oliver Barz dementiert Ausstieg auf Raten
BenQ [1] verlegt zum 1. Januar 2010 seinen Hauptsitz: Von Hamburg nach Oberhausen. Den rund 15 festangestellten Mitarbeitern wurde nach CRN-Informationen bereits eine Änderungskündigung ausgehändigt. Der Hersteller begründet den Schritt mit wirtschaftlichen und strategischen Gründen. »Oberhausen entspricht ideal den damit verbundenen Anforderungen und bietet zudem noch die unmittelbare Nähe zum Europa Headquarter von BenQ in Eindhoven. Die besonders kundenstarke Region West ist von dem neuen Office aus gut erreichbar, zahlreiche Mitbewerber des Spezialisten für Monitore und Projektoren haben sich ebenfalls dort angesiedelt«, erklärte das Unternehmen. Die Mitarbeiter reagieren entsetzt: »Hier wird eine Provinzregion einer international, weltweit bekannten Metropole vorgezogen«, heißt es in einem Schreiben, das der CRN-Redaktion vorliegt.
Auch Branchenkenner vermuten hinter der geplanten Standort-Verlagerung eher einen Ausstieg auf Raten und die Absicht, Mitarbeiter abzubauen. Dem widerspricht BenQ Deutschland-Geschäftsführer Oliver Barz: »Das ist definitiv nicht der Fall.« Vielmehr stehe die Standortverlagerung im Zusammenhang mit der für 2010 geplanten Neuausrichtung des Europageschäfts von BenQ. Aufgrund der guten Performance würde dem neuen Firmensitz dann weitere Länderzuständigkeiten übertragen. Laut Barz verkauft die deutsche Landesgesellschaft im vierten Quartal 30 bis 40 Prozent mehr Displays als im Vorjahr. Bei Projektoren sei ein Zuwachs von 20 Prozent zu erwarten. nach Stückzahlen. »Außerdem haben wir Aufträge bis in den Januar«, so Barz.
Rückläufige Verkäufe in der Distribution
Der taiwanische Hersteller hat seit dem vergangenen Jahr sein Portfolio massiv eingedampft. (CRN berichtete [2]) Zur CeBIT gab Benq bekannt, dass das Portfolio in der DACH-Region künftig auf Projektoren und Displays beschränkt sei. Der Notebook-Vertrieb wurde ganz eingestellt. Tastaturen, Mäuse, Medien und Digitalkameras werden seither in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr vertrieben, nur noch in anderen Regionen. Aus dem TV-Geschäft hatte sich Benq bereits vorher zurückgezogen.
Mit der eingeschränkten Portfolio gingen laut Distribution aber auch die Abverkäufe zurück: »BenQ-Produkte laufen nur noch am Rande mit. Da gibt es keine nennenswerten Abverkäufe mehr. Im TFT-Bereich spielte BenQ auch keine große Rolle«, betont ein Distributions-Manager gegenüber CRN. Nach der Pleite und dem Skandal um die ehemalige Siemens-Tochter BenQ mobile sei die Firma nie mehr richtig auf die Beine gekommen.
[1] http://benq.de/
[2] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=215800498
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