Firmen sparen durch private Notebooks

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Bernd Reder

15.12.2009

Immer mehr Unternehmen sparen sich Investitionen in Hardware, indem sie darauf setzen, dass die Mitarbeiter ihre privaten Notebooks auch im Unternehmen einsetzen. Rund 10 Prozent bereits heute mit privaten Geräten, im nächsten Jahr sollen nochmals deutlich mehr werden.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Private Notebooks können Farbe in Arbeitsalltag bringen - aber auch zur Gefahr werden.

Auf der Suche nach Möglichkeiten für weitere Kosteneinsparungen kommen einige Unternehmen auf genauso sonderbare wie kreative Lösungen: Rund 10 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland setzen laut einer Umfrage von Gartner [1] inzwischen auf fester Basis ihre privaten Notebooks als Arbeitsrechner ein. Und weil sich damit einfach und schnell Kosten für Hardware sparen lassen, breitet sich diese Unart auch immer weiter aus. So geht Gartner davon aus, dass der Anteil dieser privaten Arbeitsrechner in Deutschland innerhalb der nächsten 18 Monate nochmals um gut 40 Prozent wachsen wird, in den USA sogar um 60 Prozent. Bis Mitte 2010, so die Analysten, werde der Anteil der Privat-Notebooks im Firmeneinsatz im Durchschnitt auf 14 Prozent steigen. Einzig die britischen Angestellten wehren sich bisher deutlich gegen diesen Trend, das eigene Notebook auch dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Dort wird eine Steigerung der Quote von nur 15 Prozent erwartet.

Insbesondere deutsche Unternehmen sich offen für solche neuen Sparmodelle beim IT-Equipment. Knapp 60 Prozent »erlauben« es ihren Mitarbeitern, ihre privaten Geräte auch im Unternehmen zu benutzen, und schaffen damit die Basis für den Einsatz halbprivater Arbeitsplatzrechner. In den USA und Großbritannien erlauben dies nur 30 Prozent der Unternehmen. Der Grund dieser Haltung liegt für Annette Jump von Gartner auf der Hand: »Dank der schwierigen Wirtschaftssituation prüfen Firmen alle Möglichkeiten, um Kosten zu sparen«. Dazu gehört der Einsatz von Thin-Client-Systemen und Desktop-Virtualisierung, aber auch von privaten Rechnern.

Virtual Machine mit Business-Umgebung

Die Arbeitnehmer dazu zu bekommen, ihre privaten Geräte mitzubringen ist dabei meist eine einfache Übung: Der überwiegende Teil der Angestellten kommt von ganz alleine auf diese Idee, wenn man ihnen nur einen entsprechend schwachen PC im Vergleich zu ihren privaten Maschinen vor die Nase stellt.

Etwas komplizierter wird es dann schon, die Privatrechner vernünftig in die Unternehmens-IT zu integrieren. Während einige Unternehmen es einfach den Besitzern oder der IT-Abteilung überlassen, die Geräte entsprechend für das Firmennetz anzupassen und abzusichern, haben andere hier bereits ein standardisiertes Vorgehen erarbeitet. Gerade die noch recht junge Technologie der Virtualisierung bietet ihnen hierzu reichhaltige wie einfache Möglichkeiten. Häufig wird auf dem mobilen Rechner zusätzlich zur privaten Umgebung des Users eine Virtual Machine installiert, welche die »Business-IT-Umgebung« enthält.

Noch schwieriger wird es meist dann, wenn Probleme auftauchen. So ist etwa nicht ganz eindeutig, wer das private Arbeitsgerät in diesem Fall steuerlich geltend machen kann und wer im Schadensfall haftet – sei es, dass das Gerät selbst Schaden nimmt, oder einen Schaden im Unternehmen verursacht (etwa durch unzureichende Absicherung). Außerdem machen es die privaten Arbeitsmaschinen frustrierten Mitarbeitern umso leichter, Firmendaten zu stehlen oder sabotieren.

Spareffekt bis zu 40 Prozent der TCO

Obwohl die Pflege einer Vielzahl unterschiedlichster Geräte die IT-Abteilung meist vor einige Extra-Arbeit stellt, ist der Spareffekt durch die privaten Notebooks nicht zu verachten. Laut Gartner sparen Unternehmen dadurch zwischen 9 und 40 Prozent der Anschaffungs- und Unterhaltskosten (Total Cost of Ownership), die sie für ein vergleichbares Firmen-Notebook aufwenden müssten.

Daher empfiehlt man auch den Herstellern, auf diesen Trend einzugehen und beispielsweise Programme aufzusetzen, die speziell auf Nutzer ausgerichtet sind, die ihre Systeme sowohl zu Hause als auch im Betrieb benutzen. Ein solches Paket könnte beispielsweise einen erweiterten Support oder spezielle Versicherungen enthalten. Auch die Rechner selbst sollten mit professionellen Funktionen ausgestattet werden, etwa einer Virtualisierungssoftware oder Anwendungen für die Datensicherung, wie etwa Festplatten-Verschlüsselungsprogrammen.

[1] http://www.gartner.com/

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