Bankenkrise: Dubiose Kreditangebote per Spam
Nach Schmuddel, Medizin und Verschwörungen aller Art, haben die Spam-Versender jetzt auch die Finanzkrise als Lockmittel für ihre unerwünschten Botschaften entdeckt: Sicherheitsfirmen warnen vor einer zunehmenden Zahl an gefährlichen »Kreditangeboten«.
Auch wenn mancher New Yorker jetzt mittags zu Spam statt Sushi greifen muss, sollte man besser die Finger von dubiosen Kreditversprechen per Email lassen
Wie unsere Schwesterzeitschrift Network Computing [1] berichtet, verzeichnen die Sicherheitsfirmen derzeit eine neue Welle von Spam-Nachrichten und Phishing Versuchen im Kielwasser der Finanzkriese. »In den vergangenen Tagen registrierten unsere Sicherheitsexperten vermehrt Spam- und Phishing-Nachrichten mit klarem Bezug zur Bankenkrise«, bestätigt Thorsten Urbanski, Sprecher der Bochumer IT-Sicherheitsfirma G-Data [2]. Mit dubiosen Kreditangeboten werden die Empfänger dabei zum öffnen der Mails verführt. Darin finden sich dann jedoch statt seriöser Kredite fiese Abzocken in Form von Links oder Weiterleitungen zu infizierten Seiten, Trojanern oder Phishing-Versuchen.
Eine Spam-E-Mail verspricht etwa schnell und unkompliziert Kredite mit niedrigen Zinsen von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Jahren bereitzustellen. Zudem werben die dubiosen Anbieter damit, dass keine Schufa-Informationen oder sonstige Bankauskünfte nötig seien. Allerdings kostet alleine schon die Anfrage eine Gebühr und ob der Kredit jemals ausgezahlt wird, darf laut Urbanski bezweifelt werden. »Wir raten den Empfängern solcher Nachrichten, diese umgehend zu löschen. Kein seriöses Finanzunternehmen würde jemals auf Massen-E-Mails als Werbemittel setzen«.
Weitere Versuchen werden folgen
Auch der Sicherheitsspezialist Secure Computing [3] verzeichnet diesen drastischen Anstieg der Spam-Nachrichten mit Bezug auf die internationale Finanzkrise. Während im September noch E-Mails rund um den US-Präsidentschaftswahlkampf sowie den Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 die Spams dominierten, seien es nun eindeutig die Finanzthemen. Die Experten gehen außerdem davon aus, dass die aktuelle Welle erst der Anfang sei: Neben weiteren Lockangeboten sei auch mit Spam-Mails zu rechnen, die auf angebliche Bankenaufkäufe oder Zusammenbrüche von Kreditinstituten hinweisen und Finanztipps geben.
[1] http://www.networkcomputing.de/
[2] http://www.gdata.de/
[3] http://www.securecomputing.de/
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