Kienbaum-Studie verzeichnet kräftige Lohnsteigerungen in der IT
Laut der aktuellen Kienbaum-Studie führt die »verbesserte Ertragslage« der IT-Unternehmen trotz der Krise derzeit zu einer kräftigen Lohnsteigerung. Insbesondere auf Vertriebsleute warten laut der Untersuchung momentan Spitzengehälter.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Trotz der Finanzkrise gibt es dieses Jahr für die meisten IT-Fachkräfte mehr Lohn und Boni in der Tüte, als noch vor zwei Jahren
Um 4,2 Prozent sind laut der der Studie »Führungs- und Fachkräfte in der IT-Branche 2008/2009« der Managementberatung Kienbaum [1] die durchschnittlichen Einkommen von IT-Mitarbeitern im laufenden Jahr gestiegen. In der letzten Studie vor zwei Jahren waren es nur 2,7 Prozent. Hintergründe der Lohnsteigerung sind laut Kienbaum sowohl eine verbesserte Ertragslage, als auch der Fachkräftemangel. Trotz der Finanzkrise gaben 29 Prozent der IT-Unternehmen an, ihre Ertragslage sei überdurchschnittlich, 49 Prozent schätzen ihre Geschäftsentwicklung zumindest als durchschnittlich ein.
An der Spitze der Gehaltsrangliste stehen weiterhin die Vorsitzenden und Sprecher der Geschäftsführung, die es auf durchschnittlich 278.000 Euro jährlich bringen. Auch die anderen Mitglieder der Geschäftsführung gehen im Schnitt immerhin noch mit 182.000 Euro heim. Unterhalb der Geschäftsführungsebene sinkt der durchschnittliche Jahresverdienst der IT-Mitarbeiter dann auch unter die Grenze von 100.000 Euro pro Jahr. Während Führungskräfte rund 98.000 Euro Jahressalär bekommen, sind es bei IT-Fachkräften noch 60.000 Euro. Am unteren Ende der Vergütungsskala befinden sich die IT-User-Helpdesk-Spezialisten, die im Schnitt auf 42.000 Euro jährlich kommen. Je tiefer dabei die Ebene des einzelnen Angestellten ist, desto mehr hängt das Gehalt auch vom Umsatz und der Größe des Unternehmens ab: Während IT-Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu fünf Millionen Euro ihre Geschäftsführer mit rund 149.000 Euro jährlich vergüten, bezahlen Unternehmen mit über 250 Millionen Euro Umsatz ihnen knapp 219.000 Euro. Bei Führungskräften des IT-Management schwankt das Salär, je nach Zahl der unterstellten Mitarbeiter, schon zwischen 95.000 (bis zu 3 Mitarbeiter) und 159.000 Euro (über 30 Mitarbeiter).
Goldene Zeiten im Vertrieb und Alter
Am meisten profitieren jedoch die Vertriebskräfte von den Lohnsteigerungen. So kommt ein IT-Vertriebsleiter auf durchschnittlich 113.000 Euro im Jahr, während beispielsweise der Leiter Netzwerktechnik und Telekommunikation lediglich 85.000 Euro erhält. Auch bei den Fachkräften erzielen Vertriebsleute die höchsten Gehälter: Key Account Manager können im Schnitt mit 103.000 Euro jährlich rechnen, wohingegen Datenbank-Entwickler mit 54.000 Euro nur gut die Hälfte verdienen. »Gute Verkäufer können Spitzengehälter erzielen, gerade in der IT-Branche. Sie streichen bei großen Vertragsabschlüssen oft hohe Bonuszahlungen ein«, sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.
Neben den Grundgehälter sind im laufenden Jahr auch die erfolgsabhängige Vergütung und die Boni in der IT gestiegen: Zu 28 Prozent besteht das Gesamteinkommen der Geschäftsführer inzwischen aus variablen Anteilen, was vier Prozentpunkten mehr als 2006 entspricht. Bei Führungskräften auf den Ebenen darunter stieg der Anteil der erfolgsabhängigen Vergütung in den letzten zwei Jahren von 15 auf 19 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das für die Geschäftsführer eine Erhöhung des variablen Gehaltanteils von 52.000 auf 54.000 Euro und bei den Ebenen darunter von durchschnittlich 17.000 auf 22.000 Euro. »Die variable Vergütung hat sich erhöht, weil die IT-Unternehmen 2007 gute Geschäfte gemacht haben. Die Firmen gewährten ihren Mitarbeitern Bonuszahlungen, um sie an dem erwirtschafteten Gewinn zu beteiligen. Dadurch bindet das Management die Belegschaft an das Unternehmen und motiviert die Mitarbeiter, zu einer weiteren positiven Geschäftsentwicklung beizutragen«, erklärt Näser.
Obwohl IT-Mitarbeiter also derzeit im Durchschnitt sehr gut verdienen, legen sie auch besonderen Wert auf eine betriebliche Altersversorgung, gerade angesichts der Lage der gesetzlichen Rentenversicherung. Das haben auch die Unternehmen jetzt offenbar erkannt und gegenüber 2006 mehr Mitarbeitern den Genuss dieser betrieblichen Zusatzleistung verschafft. Für knapp die Hälfte der IT-Beschäftigten legen die Unternehmen inzwischen Geld für das Alter zurück.
[1] http://www.kienbaum.de
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