Oracle gibt Rahmen für Integration der BEA Produkte vor
Oracle Präsident Charles Phillips hat eine Roadmap für die Integration der mit BEA übernommenen Produkte bekannt gegeben. Demnach wird BEA WebLogic, nach ein paar kleineren Überarbeitungen, künftig zum strategischen Anwendungsserver von Oracle.
Oracle Präsident Charles Phillips glaubt sich IBM näher, als die Zahlen das zeigen.
Rund zwei Monate nach Abschluss der Übernahme [1] von BEA [2] im April (8,5 Milliarden US Dollar), hat Oracle [3] eine Roadmap zur Eingliederung der mit BEA übernommenen Produkte, insbesondere der Middleware, vorgestellt. In einem Webcast teilte Oracle Chef Charles Phillips mit, dass die BEA Produkte dafür in drei Gruppen eingeteilt werden: Als »strategisch« klassifizierte Produkte sollen künftig als eigenständige Linien weiterentwickelt werden, während andere mit der Zeit »weiter- und zusammenzuführen« sind. Als letztes verbleiben Produkte und Technologien, die weiterhin zur »Wartung« bei den BEA-Kunden vonnöten sind.
Im strategischen Bereich will Oracle zum Beispiel BEAs WebLogic zur Nummer Zwei der Anwendungsserver im Middleware-Markt hinter IBM [4] WebSphere machen. Damit wird der Zukauf noch über dem eigenen Oracle Anwendungsserver eingeordnet, der auf Position Drei steht und künftig hauptsächlich noch für die Kunden der eBusiness Suite weiter entwickelt werden soll. Auch WebLogic soll dafür noch in einigen Punkten überarbeitet werden und etwa eine Option für Daten-Clustering erhalten.
Wer ist die wahre Nummer Eins?
Die Technologie der weiter- und zusammenzuführenden Produkte soll hingegen mittelfristig vollständig in Fusions-Produkte integriert werden. So wird etwa der Enterprise Service Bus von Oracle in BEAs AquaLogic integriert, während der Oracle Data Integrator und der Identity Manager die entsprechenden BEA Produkte schlucken sollen. Dennoch betonte Phillips, dass man die wertvollen BEA-Kunden weiterhin voll betreuen werde und es »keine erzwungenen Migrationen geben wird.«
Abschließend äußerte Phillips die euphorische Meinung, dass Oracle zusammen mit BEA nach Marktanteilen »die Nummer eins im Middleware Sektor ist«. Das kann jedoch so nicht stehen bleiben: Auch wenn Oracle IBM vorwirft, durch schwammige Definitionen auch Produkte als Middleware zu definieren, die dies eigentlich nicht sind, fehlt Oracle nach den aktuellen Zahlen der Analysten von Gartner (Juni 2008) noch ein ganzes Stück um zu IBM aufzuschließen. Während IBM auf 31 Prozent Marktanteil kommt, liegen Oracle und Bea mit zusammen 17,3 Prozent noch deutlich zurück. Es wird also sehr darauf ankommen, wie gut und weit Oracle die eigenen Produkte mit denen von BEA verschmelzen kann, um IBM ernsthaft Paroli im Middleware-Sektor bieten zu können.
[1] http://crn.de/showArticle.jhtml?articleID=207403438
[2] http://de.bea.com/
[3] http://www.oracle.com/global/de/index.html
[4] http://www.ibm.com/de/
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