Verschlüsselung von Kundendaten gefordert

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung

14.10.2008

Die internationale Serie von Datenpannen reißt nicht ab: Dabei ist die Deutsche Telekom kein Einzelfall. Nur eine flächendeckende Verschlüsselung von Kundendaten kann dem Missbrauch Einhalt gebieten, meinen deshalb Experten.

Experten fordern, den Zugang zu Kundendaten deutlich zu erschweren

Spätestens nach der derzeit nicht abreißen wollenden internationalen Serie an Datenpannen wird Politikern wie Bürgern jetzt allmählich klar: Die Adressen fast aller Bundesbürger sind inzwischen irgendwo im Umlauf und auch Millionen von Konten- und sonstigen Daten kursieren illegal im Netz und in Datenbanken. Möglich sind all diese Skandale aber nicht nur durch Schlamperei bei den Daten sammelnden Unternehmen. Experten kritisieren auch rechtlich einen allzu sorglosen Umgang mit sensiblen Personendaten: »Damit lassen sowohl der Gesetzgeber als auch die Wirtschaft zu, dass die informationelle Selbstbestimmung der Bürger mit Füßen getreten wird«, erklärt etwa Markus Bernhammer, Executive Vice President Central and Eastern Europe der Utimaco Safeware AG [1].

Auch wenn die Bürger selbst sorgsamer prüfen sollten, welche Daten sie wie und an wen weitergeben, sind nach seiner Meinung in dieser Situation insbesondere der Gesetzgeber, aber auch die Unternehmen, gefordert. Die wichtigste Konsequenz für viele Experten lautet daher: Der Datenschutz muss so rasch wie möglich durch ein Gesetz erweitert werden, das einen deutlich stärkeren Schutz von Kundendaten vorsieht.

Technische Lösungen gefordert

Die technischen Möglichkeiten dazu sind vorhanden. So wäre eine bessere Datensicherheit etwa problemlos durch Maßnahmen wie die verpflichtende konsequente Verschlüsselung aller gesammelten Daten in den Unternehmen möglich. Die Besitzer von Datensätzen sollten darüber hinaus auch dazu verpflichtet werden, zu protokollieren, wer zu welchem Zeitpunkt auf welche Personendaten zugreift. Damit ließe sich sehr schnell die berechtigte Nutzung der Kundeninformationen vom absichtlichen Missbrauch trennen.

Utimaco weist schon seit Langem darauf hin, dass einzig ein wirksamer Datenschutz dem Missbrauch langfristig und sicher vorbeugt. Dabei darf eine effektive Sicherheitslösung unternehmensweit nur autorisierten Benutzern Zugriff auf sensible Kundendaten gewähren. Selbst IT-Administratoren sollten keine Möglichkeit haben, vertrauliche Daten einzusehen. Die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens legen individuelle Zugriffsrechte für Arbeitsgruppen oder einzelne Nutzer fest und steuern damit, wer vertrauliche Daten im Klartext lesen und bearbeiten darf.

[1] http://www.utimaco.de/

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